Europa-Wahl 2019

26. Mai 2019 20:25; Akt: 28.05.2019 13:11 Print

Das sind die Gewinner und Verlierer der EU-Wahl

von Lukas Urban - Die Kanzlerpartei geht als deutlicher Sieger aus der Europawahl. Alle anderen verlieren, doch die Grünen feiern trotzdem ein Comeback.

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Bundeskanzler Sebastian Kurz und Susanne Thier am Weg zur Stimmabgabe im Rahmen der EU-Wahl am Sonntag, 26. Mai 2019, in Wien. Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit seiner Frau Doris Schmidauer bei der Stimmabgabe in Wien. SPÖ-Spitzenkandidat Andreas Schieder vor seiner Stimmabgabe im Rahmen der EU-Wahl am Sonntag, 26. Mai 2019, in Wien. ÖVP-Spitzenkandidat Othmar Karas und Ehefrau Christa am Sonntag, 26. Mai 2019, vor der Stimmabgabe im Rahmen der EU-Wahl in Wien. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner und ihr Mann Michael Rendi bei ihrer Stimmabgabe im Rahmen der EU-Wahl am Sonntag, 26. Mai 2019, in Wien. ÖVP-Staatssekretärin Karoline Edtstadler mit Sohn Leo am Weg ins Wahllokal in Parsch. Werner Kogler (Die Grünen) vor seiner Stimmabgabe im Rahmen der EU-Wahl am Sonntag, 26. Mai 2019, in Wien. FPÖ-Spitzenkandidat Harald Vilimsky bei seiner Stimmabgabe in Wien. Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit seiner Frau Doris Schmidauer bei der Stimmabgabe in Wien. Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit seiner Frau Doris Schmidauer bei der Stimmabgabe in Wien. Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit seiner Frau Doris Schmidauer bei der Stimmabgabe in Wien. Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit seiner Frau Doris Schmidauer bei der Stimmabgabe in Wien. Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit seiner Frau Doris Schmidauer bei der Stimmabgabe in Wien. Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit seiner Frau Doris Schmidauer bei der Stimmabgabe in Wien. NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger und NEOS-Spitzenkanditatin Claudia Gamon bei der Stimmabgabe im Rahmen der EU-Wahl am Sonntag, 26. Mai 2019, in Wien. Vor allem vor den Wiener Wahllokalen, konkret vor den Botschaften und Konsulaten, ist der Andrang gewaltig. Auf den Gehsteigen bildeten sich am Sonntag meterlange Schlangen von Wahlberechtigten, die auf ihre Stimmabgabe warteten. Bis zu zwei Stunden Wartezeit für die Stimmabgabe herrschte etwa beim italienischen Konsulat (im Bild) in Wien. Die Wahlberechtigten warteten geduldig auf die Stimmabgabe.

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Am EU-Wahlabend war die Überraschung groß: Umfragen hatten immer die ÖVP als Sieger vorhergesagt, das Ergebnis fiel allerdings deutlicher als erwartet aus. Obwohl fast alle anderen bedeutenden Parteien Prozentpunkte verloren, können sich vor allem die Grünen als Gewinner feiern.

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Die Angaben beziehen sich auf das vorläufige Wahlergebnis ohne Wahlkarten.

Die Gewinner

ÖVP

Für die ÖVP dürften der Rauswurf der FPÖ aus der Regierung sowie das am Montag drohende Misstrauensvotum gegen Kurz im Parlament den Wahlkampf-Turbo gezündet haben. Die Volkspartei legt gegenüber der EU-Wahl 2014 deutlich zu und erreicht 35,4 Prozent. Sie stockt damit um zwei Mandate auf, stellt nun sieben Abgeordnete. Ob das Sensationsergebnis Bundeskanzler Sebastian Kurz vor der Abwahl am Montag bewahren kann?

Bei der Volkspartei lief der Wahlkampf nicht wie gewöhnlich. Da waren vor allem der interne Vorzugsstimmen-Wettbewerb und schließlich das Eingreifen von Kanzler Kurz. Er forderte die Streichung von 1.000 EU-Verordnungen und wetterte über die Verordnung gegen braune Pommes. Damit lag er nicht auf der Linie des glühenden schwarzen Vorzeige-Europäers Othmar Karas. Die türkise Listenzweite Karoline Edtstadler widmete Kurz hingegen am Wahlabend einen großen Teil des Ergebnisses.

Die Grünen

1,5 Prozentpunkte im Vergleich zu 2014 verloren, doch die Grünen feiern ihre 13 Prozent ausgelassen. Denn der echte Vergleich wird mit dem katastrophalen Ergebnis bei der Nationalratswahl 2017 gezogen. Damals scheiterte die Partei an der Vier-Prozent-Hürde und flog aus dem Parlament. Nach derzeitigem Stand sichern sich die Grünen damit zwei EU-Mandate. Nach dem Brexit könnte ein drittes dazukommen.

Der neue Bundessprecher Werner Kogler sanierte die schwer angeschlagene Partei, zog hemdsärmelig und mit markanten Sprüchen in den EU-Wahlkampf. Es ist offen, ob er das Mandat annimmt oder fast nahtlos als Spitzenkandidat in den Nationalratswahlkampf einsteigt.

Die Verlierer

SPÖ

Eigentlich wäre so eine Regierungskrise mit zerbrechender Koalition ein aufgelegter Elfmeter für die Opposition. Eigentlich. Die SPÖ stagniert merklich, fährt mit 23,6 Prozent ein Minus von 0,5 Prozentpunkten gegenüber 2014 ein. Damit liegen die Sozialdemokraten aber noch immer auf Platz zwei mit merklichem Abstand zur FPÖ. Es bleibt bei fünf Mandaten für die SPÖ.

Die größte Oppositionspartei führte einen guten Wahlkampf. Spitzenkandidat Andreas Schieder trat in TV-Diskussionen witzig auf und fand klare Worte in der Regierungskrise. Die Bundespartei tat sich allerdings schwer mit der Kommunikation. Sie legte sich erst in der Nacht auf Montag fest: Man will einen Misstrauensantrag gegen die gesamte Regierung einbringen.

Europa Jetzt

Der ehemalige grüne EU-Parlamentarier Johannes Voggenhuber trat mit seiner von der Liste Jetzt (vormals Pilz) Initiative 1 Europa an, um die Nichtwähler anzusprechen. Die fühlten sich aber offenbar trotzdem nicht bemüßigt, zur Wahl zu gehen. Die Liste schaffte mit 1 Prozent der Stimmen nicht einmal ansatzweise den Einzug ins EU-Parlament.

Weder noch

FPÖ

Die Freiheitlichen kommen mit einem blauen Auge davon. Nach dem skandalösen Ibiza-Video, dem Rücktritt des Parteichefs Heinz-Christian Strache und dem Aus für die Regierungsbeteiligung kann man über 18,1 Prozent der Stimmen (minus 1,62 Prozentpunkte) nur jubeln.

Das Motto "Jetzt erst recht" dürfte ausreichend gezündet haben, um größere Schäden von der Partei abzuwenden. Im Wahlkampf hatte Spitzenkandidat Harald Vilimsky auf den Dauerbrenner Einwanderungspolitik gesetzt. Die Freiheitlichen verlieren voraussichtlich ein Mandat, schicken also nur noch drei Vertreter ins EU-Parlament.

Neos

Die Neos landen bei 8,1 auf demselben Ergebnis von 2014. Spitzenkandidatin Claudia Gamon ist somit die einzige Vertreterin der Partei, die ein Mandat in Brüssel und Straßburg bekommt.

Die Partei hatte im Wahlkampf durchaus kontroverse Themen angesprochen – Stichwort "Vereinigte Staaten von Europa", EU-Armee und ein mögliches Ende der Neutralität Österreichs.

KPÖ Plus

Alleine dass die KPÖ Plus dank 2.600 Unterstützungser­klärungen auf dem Wahlzettel stand, kann als Erfolg gewertet werden. Ein Einzug ins EU-Parlament war von Anfang an unwahrscheinlich. Das Ergebnis von 0,8 Prozent überrascht also kaum.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gunti eli am 26.05.2019 21:09 Report Diesen Beitrag melden

    Verdrehte Wahrnehmung

    Wie kann man einen Verlust als Gewinn verkaufen, fragt bitte bei den Grünen nach!

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  • Hermine am 26.05.2019 21:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur 1 Gewinner

    Die Grünen haben 1 Prozent verloren, die FPÖ 2 Prozent, die SPÖ verlor 1 Prozent und die Neos blieben ca. gleich. Gewonnen hat nur die ÖVP.

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  • Erfolg am 27.05.2019 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Kogler!

    Gönne Kogler den Erfolg. Die Scherben zu kitten ist sicher nicht einfach, aber er schafft es, wie man sieht ;) . Er soll in Wien bleiben!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Erfolg am 27.05.2019 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Kogler!

    Gönne Kogler den Erfolg. Die Scherben zu kitten ist sicher nicht einfach, aber er schafft es, wie man sieht ;) . Er soll in Wien bleiben!

  • Karin am 27.05.2019 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So sehen Sieger aus!

    Nach Auszählung der Vorzugsstimmen gibt es ein Erdbeben. HC Strache schafft 37.000 und damit ein Direktmandat für die EU. Alles ohne Wahlkampf - das ist eine Megasensation, wie es sie noch nie gegeben hat und jetzt implodiert die Linke Szene.

  • Fridolin am 26.05.2019 22:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Uneinigkeit

    Der Spitzenkandidat wird laut seiner eigenen Sanierer Aussage vermutlich gar nicht ins EU Parlament einziehen, dass wird man erst entscheiden.....,damit haben die Grünen einmal mehr bewiesen welche Uneinigkeit innerhalb vorherrscht. Eine Niederlage als Erfolg zu feiern ist ja nichts Neues, siehe auch Rücktritt vom Rücktritt Vasikuh, wir werden erst im Herbst sehen ob die jemals in unser Hohes Haus zurückkehren können.

    • eb am 27.05.2019 07:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fridolin

      Welche Niederlage sind 14%

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  • Bär am 26.05.2019 21:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    September Wahlen

    Herrlich wie eine Rendi nur noch auf den Kurz hinschlägt, mehr haben die Roten nicht mehr im Ghetto. Morgen wollen sie ihn abwählen, das wird ein Orkan der Ihnen im September entgegenschlägt der Freude bereiten wird. Hier helfen den roten auch nicht die paar Studenten oder Auslandseingereisten mit ihren stimmchen. Macht es nur , wir freuen uns alle dann auf den September.

  • Hermine am 26.05.2019 21:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur 1 Gewinner

    Die Grünen haben 1 Prozent verloren, die FPÖ 2 Prozent, die SPÖ verlor 1 Prozent und die Neos blieben ca. gleich. Gewonnen hat nur die ÖVP.

    • eb am 27.05.2019 07:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hermine

      Haben sie nicht ,da kommen noch die Wahlkarten dazu,bleiben ca gleich

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