Shitstorm nach ZIB-Sager

20. November 2018 13:01; Akt: 20.11.2018 13:57 Print

Faßmann: "Antisemitismus im Netz ist zu ignorieren"

Auf die antisemitische Hetze gegen George Soros im Netz angesprochen, sagte ÖVP-Bildungsminister Faßmann im ZIB-Interview, dies müsse man ignorieren.

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ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann war am Montagabend zu Gast in der ZIB2 bei Tarek Leitner. Im Interview ging es neben das geforderte Kopftuchverbot in Schulen auch um Faßmanns Treffen mit US-Milliardär George Soros. Dabei sorgte der Minister mit einer Äußerung zum Thema Antisemitismus im Netz für scharfe Kritik.

Im Zuge des Interviews kam ZIB-Moderator Tarek Leitner auch auf die antisemitische Hetze gegen Soros im Netz zu sprechen. Leitner erwähnte, dass auch vom Koalitionspartner FPÖ immer wieder Angriffe auf Soros kämen und nannte als Beispiel die Äußerung von FPÖ-Klubchef Johann Gudenus über "stichhaltige Gerüchte", dass Soros gezielt "Masseneinwanderung" nach Europa lenke. Im Zuge dessen habe es auch eine Welle antisemitischer Hass-Postings gegeben. Ob ihm das Sorge bereite, wollte Leitner wissen.

"Da spült es antisemitische Grundströmung an die Oberfläche"

Faßmann nahm das Erstarken antisemitischer Hetze im Netz zur Kenntnis, meinte aber: "Was sich im Internet da so abspielt... da ist manchmal auch mehr Abstand ratsam". Der ZIB-Moderator fragte daraufhin nach, was damit gemeint sei. "Da spült es eine antisemitische Grundströmung an die Oberfläche", sagte Leitner.

"Richtig genau", sagte Faßmann und führte weiter aus: "Das muss man nicht alles zur Kenntnis nehmen. Das sollte man ignorieren, weil es zu ignorieren ist. Das hat ja nichts mit der Person George Soros zu tun", so der Minister.



Das gesamte ZIB-Interview mit Faßmann (Die kritisierte Passage beginnt bei 7:33)

Scharfe Kritik im Netz

Diese Aufforderung, antisemitische Hetze im Netz zu ignorieren, sorgte für scharfe Kritik und sogar Rücktrittsforderungen in sozialen Medien. Der Vorsitzende der Jüdischen österreichsichen HochschülerInnen (JÖH), Beni Hess, forderte etwa, dass Faßmann die Äußerungen zurücknehmen oder zurücktreten soll.

Auch andere User reagieren schockiert bis empört:

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hilde am 21.11.2018 08:07 Report Diesen Beitrag melden

    Pädagogisch richtig!

    Er meint vollkommen richtig, dass man diesen hasserfüllten Menschen nicht dauernd Raum und Aufmerksamkeit schenken sollte. Pädagogisch richtig! Nicht der Störefried sollte dauernd bespaßt werden sondern die braven grauen Mäuse gehören in den Mittelpunkt. Für Hass im Netz gibt's Gesetze und die gehören nicht in sein Ressort. Bravo! Bitte mehr so unpopulistische und besonnene Politiker. Sorry, wenn's die Gutmenschen umdeuten. Er ist Wissenschaftler und kein NLP Populist

  • Vorstadtmama am 20.11.2018 15:52 Report Diesen Beitrag melden

    Soros ist unbeliebt

    Als Spekulant wurde er verdächtigt, Insidergeschäfte gemacht zu haben, und er hat ganze Volkswirtschaften durch Währungsspekulationen unter Druck gesetzt. Mit seinem unfassbaren Reichtum kauft er sich Macht und kauft sich in Ländern, in denen er die Machtverhältnisse ändern will, die Opposition. Er wirkt durch sein Handeln ein bisserl wie diese Filmhelden, die die Welt beherrschen wollen. Wohlgemerkt durch sein Handeln und das wird man hoffentlich kritisieren dürfen.

  • Versaute Politik am 20.11.2018 23:03 Report Diesen Beitrag melden

    AUFWACHEN...!

    Wir sind es leider gewohnt, dass Gewisses aus dem Tagesgeschehen ignoriert wird (oftmals von "oben" gewünscht). Aktuelles Beispiel ist u.a. Trump, der weiterhin die Saudis hofiert... Aber: TOLERANZ führt zu IGNORANZ und zu ANARCHIE! das sollten wir aus der Geschichte (speziell Europas) gelernt haben ...

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Hilde am 21.11.2018 08:07 Report Diesen Beitrag melden

    Pädagogisch richtig!

    Er meint vollkommen richtig, dass man diesen hasserfüllten Menschen nicht dauernd Raum und Aufmerksamkeit schenken sollte. Pädagogisch richtig! Nicht der Störefried sollte dauernd bespaßt werden sondern die braven grauen Mäuse gehören in den Mittelpunkt. Für Hass im Netz gibt's Gesetze und die gehören nicht in sein Ressort. Bravo! Bitte mehr so unpopulistische und besonnene Politiker. Sorry, wenn's die Gutmenschen umdeuten. Er ist Wissenschaftler und kein NLP Populist

  • Bildung ist eine Frage des Anstands am 21.11.2018 01:25 Report Diesen Beitrag melden

    Hätte er Anstand und Ehrgefühl

    wäre er zurückgetreten. Nur in Österreich kann man es sich erlauben Antisemitismus zu rechtfetigen. Was für ein Wurm.

    • ceres am 21.11.2018 09:08 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht verstanden

      Bitte seine Aussage nochmals durchdenken, der Inhalt wurde von Ihnen nicht verstanden.

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  • Versaute Politik am 20.11.2018 23:03 Report Diesen Beitrag melden

    AUFWACHEN...!

    Wir sind es leider gewohnt, dass Gewisses aus dem Tagesgeschehen ignoriert wird (oftmals von "oben" gewünscht). Aktuelles Beispiel ist u.a. Trump, der weiterhin die Saudis hofiert... Aber: TOLERANZ führt zu IGNORANZ und zu ANARCHIE! das sollten wir aus der Geschichte (speziell Europas) gelernt haben ...

  • Zyniker am 20.11.2018 17:18 Report Diesen Beitrag melden

    warum ignorieren?

    warum sollte man die antisemitische Grundstimmung ingnorieren? Immerhin hat diese Stimmung Europa letztes Jahrhundert ins Chaos gestürzt und viele Millionen an Toten gebracht. In Österreich wind immerhin ein Viertel der Wähler der Meinung, dass dies nicht genug wäre und wählt die FPÖ.

    • ReinholdSulz am 21.11.2018 11:36 Report Diesen Beitrag melden

      Zynismus ist hier die falsche Reaktion

      Weil durch reagieren und beantworten erst die große Aufmerksamkeit entsteht. Manche blöde Äußerung bliebe völlig unbekannt gäbe es nicht einen shitstorm dazu. Diejenigen, die protestieren, sorgen dafür, dass Unsinn publik wird. Der einzige, der damit eine Freude hat, ist der Betreiber der Website, wo das alles stattfindet. Dort rauschen die Klicks in die Höhe. Mit Empörung lässt sich viel Geld machen.

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  • Zack am 20.11.2018 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    Plaudertasche

    Ein Bildungsminister sollte sich besser und unmißverständlich ausdrücken können.

    • Hilde am 21.11.2018 08:11 Report Diesen Beitrag melden

      Hühnerstallaufregung

      Man kann alles umdrehen. Hass im Netz ist nicht sein Ressort. Strafrechtliche Konsequenzen verfolgt eine andere Behörde. Pädagogisch richtig gemacht! Nicht den Störefried mit Aufmerksamkeit überschütten, sondern die braven Unsichtbaren. Besonnenheit ist eine Tugend, die im populistischen Politikalltag gut tut.

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