Gewohnheitstier oder Reformer?

11. Oktober 2018 08:30; Akt: 11.10.2018 16:44 Print

Welcher dieser 8 Typen im ORF-Streit sind Sie?

Österreich streitet über die GIS-Gebühr. Die Motive der Gegner und Befürworter sind dabei ganz unterschiedlich. Und zu welchem Lager gehören Sie?

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Ungemütliche Zeiten für den Österreichischen Rundfunk (ORF): Ein Prozessfinanzierer ruft die Gebührenzahler dazu auf, per Sammelklage 300 Millionen Euro an GIS-Gebühren zurückzufordern. Und ein Volksbegehren will der obligatorischen Gebühr sogar komplett den Garaus machen. In den hitzigen Debatte tauchen folgende Diskussionstypen immer wieder auf:

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Und welcher Typ sind Sie?

Die 4 Typen von GIS-Abschaffern

Die Politischen:

Sie sehen im ORF einen politischen Feind. Von einer ausgeglichenen, objektiven Berichterstattung könne keine Rede sein, schreibt etwa die CPÖ, die hinter dem Volksbegehren “ORF ohne Zwangsgebühren” steckt, in ihrem Argumentarium. Die Partei ist im konservativen Spektrum anzusiedeln und bekämpft etwa die Homo-Ehe oder “Gender-Mainstreaming”. Ihr Ziel ist klar: Sie will den ORF “von der parteipolitischen Einflussnahme befreien”. Auch die Anhänger der FPÖ und anderer rechter Bewegungen attackieren den ORF immer wieder heftig.

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Die Digital Natives:

Diese Gruppe von GIS-Gegnern sieht nicht ein, warum sie eine Gebühr bezahlen soll, obwohl sie die ORF-Sender nicht nutzt. “Hab meinen Fernseher längst verkauft und schaue Serien und Filme über Netflix, Amazon und Maxdome am iPad”, argumentiert ein Vertreter dieses Typs in der Heute.at-Kommentarspalte. Lineares Fernsehen? Für ihn ein Relikt aus einer längst vergangene Zeit.

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Die Staatskritischen:

Ist es eine Aufgabe des Staates, Radio- und TV-Sender zu finanzieren? Nein, findet dieser Typ. Er vertritt die Meinung, dass auch private Medien ein umfassendes Informations- und Unterhaltungsprogramm bereitstellen und es daher keinen öffentlich-rechtlichen Rundfunk mehr brauche. Besonders kritisch sieht diese Gruppe den Umstand, dass rund ein Viertel aller GIS-Einnahmen an Bund und Länder fließt.

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Die Sparfüchse:

Die GIS sei viel zu teuer, argumentiert dieser Typ. “So hoch ist meine Pension auch nicht”, klagt etwa eine Frau in einem Leser-Kommentar. Bei all den Wiederholungen auf den Sendern lasse sich die Gebühr von durchschnittlich 284 Euro im Jahr nicht rechtfertigen, argumentieren andere. Für sie ist klar: Abspecken allein reicht nicht, nun braucht es einen radikalen Systemwechsel.

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Die 4 Typen von GIS-Verteidigern

Die Demokraten:

In Zeiten von Fake News seien Institutionen wie der ORF wichtiger als jemals zuvor, argumentiert diese Gruppe. Sie verweist auf den Verfassungsauftrag des Österreichischen Rundfunks, wonach dieser objektiv und unparteilich berichten sowie die Meinungsvielfalt berücksichtigen muss. Auch brauche der ORF als nicht-gewinnorientiertes Unternehmen nicht auf die Quote zu schielen, so ein weiteres Killerargument dieses Typs.

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Die Gewohnheitstiere:

Schon seit 1955 flimmert das ORF-Programm in die österreichischen Wohnzimmer. Und solange sich das Gewohnheitstier erinnern kann, haben die Abend-Nachrichten in seinem Leben ihren festen Platz. Daran möge sich bitte auch in Zukunft nichts ändern!

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Die Pragmatischen:

Ja, vielleicht ließe sich das Programm da oder dort etwas modernisieren. Und vielleicht gäbe es da oder dort etwas Sparpotenzial. Im Großen und Ganzen ist der Pragmatische aber zufrieden mit dem ORF-Programm. Und dass niemand gern Gebühren zahlt, das ist ja klar. Trotzdem führe kein Weg daran vorbei, sagt sich dieser Typ.

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Die Reformer:

So richtig zeitgemäß ist die GIS in ihrer heutigen Form für den Reformer nicht mehr. Er argumentiert, in Zeiten des Smartphones sei eine Gebühr, die an den Besitz eines Radio- oder TV-Geräts gekoppelt sei, überholt. Er verweist auf Modelle aus anderen Ländern, die aus seiner Sicht besser zur modernen Medienwelt passen. Das Anti-GIS-Volksbegehren, das auch das alternative Modell einer Steuerfinanzierung ablehnt, bekämpft er jedoch vehement.

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Haben wir einen Diskussionstypen vergessen? Sagen Sie uns in der Kommentarspalte, warum Sie die GIS-Gebühr befürworten oder bekämpfen.

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(jbu)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Joseph am 11.10.2018 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Wer ORF sehen will; der soll Gis zahlen (das verschlüsselte Signal wird dann freigeschalten); für alle anderen bleibt es schwarz. Sohin würde sich nichts ändern (für die, die sich´s am ORF stehen) - sie würden weiterhin blechen. Und die ORF Verweigerer werden nicht mehr kriminalisiert "Man könnte ja". Die perfekte Lösung für ALLE

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  • josef am 11.10.2018 08:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir brauchen euch nicht!!

    Da sieht man welche 2 Positionen in Frage kommen weg damit. Das sind nur Betrüger sonst nichts. Niemand braucht sie. Genau so wie unsere Politiker. Nur schlecht bezahlte Schauspieler sonst nichts!!

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  • Börny Geitner am 11.10.2018 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein.

    Ich schaue seit gut 10 Jahren keinen Orf Sender, da meine Digital Karte vom Reciever "abgelaufen" war, somit wurde dieser Dienst " Orf schauen" eingestellt. Ich erhielt dann einen Brief mit einer Werbung vom Orf, wobei ein Reciever beworben wurde von 179.. Na freilich.. Ich schau keinen Orf Sender mehr, mich interessiert auch kein Programm, wozu muss ich dann zahlen?

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • RB am 20.10.2018 23:06 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocke

    Ich zahle seit 43 diese Gis, obwohl mich der ORF seit Jahren nicht interessiert und das wirklich dreiste, das ich die Volle nochmal zahlen müsste, wenn ich im Gartenhaus einen Fernseher haben würde. Also geht's noch? Wie dreist ist das denn? Sind Verbrecher in meinen Augen!

  • Der_Rebell am 19.10.2018 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Ich zahle keine GIS aus Prinzip. Information muss gratis sein.

  • Lisa am 14.10.2018 15:20 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Ich habe UPC. Warum soll ich die GIS auch noch bezahlen? Ich finde das ist nur eine abzocke.

  • Atahualpa am 14.10.2018 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Schande

    Der ORF ist der schlechteste Sender Europas, was Sport betrifft, ist der Sender Null, kein Welttennis, ausser spielt der Thiem. Die Nachrichten werden verdreht, anders betont, jedes blödes Kommentar, Veranstaltung gegen die Regierung wird im zip 1 gezeigt, auch wenn ein Alkohliker auf der Strasse gegen die Regierung spricht, wird das in den Nachrichten gezeigt. Die 2 Nachrichtenleser um 19.30 sind Angeber, tragen Kleider die nicht zum Lesen von Nachrichten geeignet sind. ORF schaut ihr euch den SENDER ARTE und lern etwas von Profis,,,

  • Lena am 13.10.2018 18:45 Report Diesen Beitrag melden

    Hab nicht mal ORF

    Ich kann keinen ORF empfangen, bin auch nicht gewillt eine zu kaufen Hab ihnen auch vorgeschlagen dass sie jederzeit überprüfen können,und so oft sie wollen, dass ich KEINEN ORF empfange Die Antwort war - aber ich könnte wenn ich wollte! Lustiger Verein Auf meine Antwort - ich könnte auch nach Amerika fliegen wenn ich wollte, dennoch zwingt mich keiner ein Ticket zu kaufen, darauf kam nichts mehr ..... Ich sehe das absolut nicht ein, sie sind nicht mal gewillt zu überprüfen, dass ich wirklich keinen ORF schauen kann