Halber Feiertag für alle

19. Februar 2019 10:52; Akt: 19.02.2019 14:27 Print

Einigung: Am Karfreitag ab 14 Uhr für alle frei

Der freie Karfreitag für evangelische Christen ist laut EuGH diskriminierend. Deshalb haben nun alle, unabhängig von Religionsbekenntnis, ab 14 Uhr frei.

Ab heuer ist der Karfreitag ein

Ab heuer ist der Karfreitag ein "halber Feiertag" für alle. Ab 14 Uhr haben alle frei. (Bild: picturedesk.com)

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In Österreich war der Karfreitag bisher ein kirchlicher Feiertag für evangelische Christen, nicht aber für Anhänger alle anderen Glaubensrichtungen oder Konfessionslose. Das stufte der Europäische Gerichtshof (EuGH) als Diskriminierung ein.

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FPÖ-Klubchef Walter Rosenkranz und der stellvertretende ÖVP-Klubobmann Peter Haubner haben am Dienstag eine neue gesetzliche Regelung bekanntgegeben: Am Karfreitag ist künftig für alle unabhängig vom Religionsbekenntnis ab 14 Uhr frei. Wer danach arbeitet leistet Überstunden.

Gilt bereits für Karfreitag 2019

Diese Kompromisslösung gilt bereits für den kommenden Karfreitag am 19. April diesen Jahres, wie es in einer Presseaussendung heißt.

"Das EuGH-Urteil ist zu akzeptieren", heißt es darin. "Rechtzeitig vor dem kommenden Karfreitag soll es nun die neue Regelung geben, die am Status Quo möglichst wenig verändert", so die beiden Vertreter der Regierungsparteien.


Halber freier Tag: Wie das in der Praxis funktionieren soll, analysiert Arbeitsrechtsexperte Martin Risak im Video (Quelle: Glomex/PULS4)

Die genaue Ausformulierung solle nun so zeitnah erfolgen, dass ein Beschluss im Februar möglich sei, heißt es.

"Kniefall vor der Industrie"

Die SPÖ-nahe Fraktion sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) kritisierte die geplante neue Regelung als "Kniefall vor der Industrie". Der halbe Feiertag bedeute "für jene, die bisher Anspruch auf einen gänzlich freien Tag hatten und alle anderen, die aufgrund dieses EuGH-Urteils Anspruch gehabt hätten, weniger Freizeit", so FSG-Chef Rainer Wimmer in einer Aussendung.

Ähnlich fällt auch die Beurteilung der Arbeiterkammer Wien aus. Entgegen des Versprechens der Regierung werde Evangelischen, Altkatholiken und Methodisten ein Feiertag weggenommen. Auch die katholische Bischofskonferenz ortet eine "Lösung auf Kosten der evangelischen Christen im Land".

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans Franz am 19.02.2019 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Was ist wenn ich freitags generell nur bis 12 Uhr Mittag arbeite? Dann habe ich nichts von dieser Vereinbarung oder?

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  • Mama Renate am 19.02.2019 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Krank ist das

    Dienstschluß am Freitag ist bei vielen um 13 Uhr. So einen Hirnpläscher muß man einmal haben, dann um 14 Uhr freizugeben. Und nachher gilt es nur als Überstunde? Sollten das nicht Feiertagsstunden mit 100% Zuschlag sein?

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  • Epi am 19.02.2019 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Witz des Tages!

    Bravo! So ein sinnlose Entscheidung ist mir schon lange nicht mehr untergekommen! Dass man sich die Entscheidung eines halben Feiertags, unter Erkenntnis dass an einem Freitag ohnehin für viele mittags Dienstschluss ist, auch noch zu verkünden getraut, alle Achtung! Damit verkauft man den Arbeiter und Angestellten entgültig für dumm! Alles Kniefaller vor der Wirtschaft!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Johann Buchberger am 20.02.2019 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    die Macht dem Volke

    Jetzt mal ganz ehrlich, wieso sollte man sich an sowas halten? Wieso sollte eine Hand voll überbezahlter Leute die ohnehin das halbe Jahr frei haben über Millionen andere bestimmen können - und dann noch offensichtlich gegen deren Willen. Fangt euch endlich an zu wehren! Wenn viele am Karfreitag einfach zu Hause bleiben ist die Sache erledigt.

  • PeterKarl am 20.02.2019 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt 4% Evangelische in Österreich

    Und wie viele davon besuchen die Kirche? Ich hätte diesen Tag als Feiertag komplett gestrichen.

    • Leser am 20.02.2019 14:17 Report Diesen Beitrag melden

      Diskriminierung

      Einfach nur furchtbar wie andere denken. Eben es sind nur 4% und denen was neidig sein. Einfach nur traurig

    • Johann Buchberger am 20.02.2019 17:59 Report Diesen Beitrag melden

      Geld regiert die Welt

      Hier geht es nicht um Religion, sondern nur um Geld. Unterm Strich steigt der Handel und die Industrie so besser ab als vorher, weil ohnehin die meisten am Freitag nur bis 12 arbeiten und nichts davon haben. Das ist so wie mit der 30 Stunden Woche, die noch vor 3 Jahren in aller Munde war - was ist passiert? Genau das Gegenteil und wir sind bei 48Stunden.

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  • Sabine am 20.02.2019 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Finde das ur lustig viele hören sowieso am Freitag zu Mittag zu arbeiten auf egal ob es nun Karfreitag ist oder ein normaler Freitag warum lässt ihr es nicht so wie es war?

    • Helmut Dirk am 20.02.2019 16:07 Report Diesen Beitrag melden

      @Sabine; wenn es so ist?

      Wenn Sie eine 40 Stundenwoche haben und an 4 Tagen 9 Stunden arbeiten, dann bleiben 4 Stunden für Freitag über, also bekommen Sie die geschenkt und haben daher am Freitag frei. Und das ist schlecht? Auch alle Anderen, die nicht evangelisch sind oder gar keinen Glauben haben. Ich würde nur jenen die kirchlichen Feiertage gewähren, die einen Nachweis über die eingezahlte Kirchensteuer vorweisen.

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  • Leser am 20.02.2019 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Diskriminierend

    Wenn man sich schon in der Mitte treffen will und einen halben Feiertag macht, dann sollte das nicht Uhrzeit bedingt (ab 14 Uhr) sein, sondern nach der jeweiligen individuellen Arbeitszeit die Hälfte runtergerechnet. Das wäre fair und für alle Einheitlich! So wird nur einer anderen Religion was komplett weggenommen.

  • Blasius am 20.02.2019 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    unnötig

    es war Jahrzehnte gut wie es war und plötzlich gibts an riesen Bahöö? Habts noch alle?