Kugerl, Tropfen, Tinkturen

29. November 2018 05:30; Akt: 28.11.2018 21:53 Print

Homöopathie-Streit: Aus für Globuli in Apotheken?

Patientenanwältin Pilz sagt homöopathischen Mitteln den Kampf an. Sie will ein Verkaufsverbot in Apotheken und Patienten informieren, dass die Mittel nicht wirken.

Zwist im Homöopathie entbrannt. (Bild: iStock)

Zwist im Homöopathie entbrannt. (Bild: iStock)

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Auf Rezept gibt es die Globuli in Österreich nicht. Homöopathische Therapien werden aber auch im öffentlichen Gesundheitssystem – von Ärzten, in Ambulanzen des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV) – angeboten. Patientenanwältin Sigrid Pilz fordert nun im "Standard" eine klare Abgrenzung des KAV gegenüber diesen Therapien.

"Die Ärzte müssen ihre Patienten darauf aufmerksam machen, dass es keine wissenschaftliche Evidenz für Homöopathie gibt und damit auch keine Wirksamkeit erwiesen ist", so Pilz. Und: Sie fordert ein Verkaufsverbot von Globuli oder Bachblüten in Apotheken beziehungsweise zumindest einen Aufdruck, dass diese keine Medikamente seien.

Kritik kommt vom Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs. Er verweist darauf, dass es klare gesetzliche Vorgaben für die Zulassung der Präparate gebe. "Vorrangig" sei die "Information über die Produkte", so Pharmig-Chef Herzog. Der Mensch soll aber seine "Gesundheit selbstbestimmt managen." Die Ärzteschaft ist gespalten (siehe auch Pro & Contra unten). Die MedUni Wien bietet das Wahlfach Homöopathie mit sofortiger Wirkung nicht mehr an. Aktuell verfügen 748 Ärzte in Österreich über ein Diplom für Homöopathie, das die Ärztekammer anbietet. Laut Kammer geht es dabei "nur um Methoden, die die Schulmedizin ergänzen".

PRO: "Patienten geht es damit besser"

Dr. Michael Frass, Internist: "Die Forderung nach einem Verbot geht ins Leere. Die Wirksamkeit ist an Patienten, denen es mit Homöopathie besser geht – das kann nur teilweise ein Placebo-Effekt sein – zu sehen. Daher muss es für Menschen weiter möglich sein, sich auch so behandeln zu lassen."

KONTRA: "Keine Wirkung bewiesen"

Dr. Ludwig Kaspar, Internist: "Komplementärmedizinische Angebote kann man belassen. Aber die Bevölkerung ist zu informieren, dass bisher für Homöopathie keine Wirkung über den Placebo-Effekt hinaus festgestellt wurde. Daher bezahlt sie auch die Krankenkasse nicht."

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andrea Lilly am 29.11.2018 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    Planke Ignoranz

    Ich finde es verwerflich, dass sich Frau Pilz hier als Beschützerin der Menschen vor der Homöopathie wichtig macht! Jeder soll das für sich selbst entscheiden. Sie sollte vielmehr ihre Energie darauf aufwenden unfähige Ärzte, Chirurgen, die unzählige Kunstfehler begehen, aus dem Verkehr zu ziehen! Damit täte sie der Menschheit einen Gefallen! Ich wünsche Frau Pilz, dass sie niemals in die Situation kommt, an der die hochgepriesene Schulmedizin mit ihrer Weisheit am Ende ist!

  • Anna am 29.11.2018 06:50 Report Diesen Beitrag melden

    Freier Wille

    Jeder Erwachsene ist mündig genug selbst zu entscheiden, welche Behandlung er sich wünscht. Wenn die Beschwerden durch den Placeboeffekt geheilt werden ist es doch optimal. Selbstheilung ohne Nebenwirkungen..... wo liegt das Problem. Nicht alles auf der Welt ist wissenschaftlich nachweisbar. Die Pharmafiermen haben Angst um ihren Umsatz...der Trend geht wieder zurück zur Naturheilkunde und Ganzheitsmedizin. Warum wirkt Homöpathie so gut bei Kindern und Tieren? Weil sie es sich einreden? Es geht hier wieder nur ums Geld und bevormundung der Menschen.

    einklappen einklappen
  • Dr Larissa am 29.11.2018 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Sie sollte zurücktreten

    Das werden die auch durchsetzen, den springen zu viele Kunden ab. Das Gesundheitswesen braucht keine gesunden Menschen. Das sie dafür aber eine Anwältin schicken ist schon etwas dreist, den eigentlich sollte die sich einsetzen für Patienten damit es ihnen gut geht, egal wie. Jetzt kann jeder sehen das die Patientenanwaltschaft nicht für Patienten ist.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Kurt Fröhlich am 06.12.2018 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    Scheiterhaufen

    Der nächste Schritt ist dann ein Verbot des Verkaufs von Kräutertees, Salben oder Tinkturen in Apotheken. Der übernächste Schritt ist dann ein Gesetz, das den Vertrieb von Kräutern mit dem Scheiterhaufen bestraft. Endlich befinden wir uns wieder im tiefen Mittelalter.

  • Lisilein90 am 04.12.2018 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Übertreiben kann man es auch...

    Also es ist doch sowas von übertrieben, ein Verbot erwirken zu wollen! Als ob da eine Gefährdung für Menschen bestünde! Ich habe selbst sehr gute Erfahrungen mit Homöopathie gemacht und finde, dass es in jeder Hinsicht einen Versuch wert ist. Wenn die Globuli dann doch nicht ausreichen, vertraue ich auf meinen Arzt, dass dieser bei Bedarf auf die Schulmedizin verweist. Hier sieht man wieder, dass die beiden zusammen funktionieren könnnen. Ich befasse mich momentan sehr mit dem Thema und habe viel auf homöopathie-verstehen.at nachgelesen.

  • Brigitte Scheffel am 30.11.2018 19:38 Report Diesen Beitrag melden

    Pensionistin

    So ein Blödsinn ich nehme seid 30 Jahren globuli und habe die besten Erfahrungen gemacht....Das bleib jeden Patienten selber überlassen was er nimmt ...unglaublich...

  • Dr. Hartmut Berger am 29.11.2018 23:25 Report Diesen Beitrag melden

    Homöopathie wirkt nur allein

    Bei der Homöopathie geht es "nur um Methoden, die die Schulmedizin ergänzen", heisst es oben. Aber nach Hahnemann kann neben Homöopathie gar nicht gleichzeitig die Schulmedizin angewandt werden: §259 seines Organon der Heilkunst: Bei der so nöthigen als zweckmässigen Kleinheit der Gaben, im homöopathischen Verfahren, ist es leicht begreiflich, daß in der Cur alles Uebrige aus der Diät und Lebensordnung entfernt werden müsse, was nur irgend arzneilich wirken könnte, damit die feine Gabe nicht durch fremdartig arzneilichen Reiz überstimmt und verlöscht oder doch gestört werde

  • Eberhard Ultra am 29.11.2018 18:31 Report Diesen Beitrag melden

    Je teurer, desto Besserung !

    Laut Bibel versetzt der Glaube Berge. Warum den Apothekern verwehren, was für die Kirchen recht und -naja- ist? Je teurer, desto Besserung! So hilft es.