Medienbericht

25. Mai 2019 14:55; Akt: 26.05.2019 13:29 Print

Drei neue FPÖ-nahe Vereine aufgetaucht

Insgesamt sollen laut "profil" über 600.000 Euro an Spenden an FPÖ-nahe Vereine geflossen sein. Das Nachrichtenmagazin bringt drei neue Namen ins Spiel.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Im Umfeld der FPÖ soll es noch drei weitere, bisher unbekannte Vereine geben, an die Parteispenden geflossen sind. Einer davon sei drei Monate vor den Nationalratswahlen gegründet worden und nennt sich "Wir für HC Strache – Parteiunabhängiges Personenkomitee". Die anderen beiden Vereine heißen dem Bericht zufolge "Patria Austria" und "Reformen – Zukunft – Österreich".

Umfrage
Ist angesichts der Ibiza-Affäre Ihr Vertrauen in die Politik gesunken?

Über die FPÖ-nahen Vereine "Austria in Motion" und "Wirtschaft für Österreich" wurde zuvor schon berichtet. Jene beiden Vereine hatten sich nachweislich um Spenden von Unternehmern bemüht – und solche auch erhalten.

Drei Verdächtige

In den Vorständen aller fünf Vereine sitzen demnach, wenn auch in unterschiedlicher Konstellation, stets die drei selben Akteure: FPÖ-Nationalrat Markus Tschank, ORF-Stiftungsrat Markus Braun und Alexander Landbauer, der ältere Bruder von Udo Landbauer (Niederösterreichs FPÖ-Klubobmann im Landtag).

Insgesamt sollen die Vereine über 600.000 Euro an Spenden eingesammelt haben. Knapp 110.000 Euro davon sollen an "Patria Austria" geflossen sein. Die Vereine "Wir für HC Strache" und "Reformen – Zukunft – Österreich" verfügen dem Bericht zufolge über keine Konten.

Braun und Tschank bestreiten direkte oder indirekte Zahlungen an die FPÖ durch die Vereine, Landbauer hat auf eine Anfrage des "profil" nicht reagiert. Dafür hat aber der freiheitliche Generalsekretär und Nationalratsabgeordnete Christian Hafenecker eine Erklärung abgegeben. Seiner Ansicht nach handelt es sich um eine "mediale Hetzjagd gegen die FPÖ".

Hafenecker weist Vorwürfe zurück

"Bei zwei der nun genannten Vereine wurde weder ein Konto eröffnet, noch sind jemals Spenden eingegangen. Der Verein 'Wir für H.C. Strache' war als unabhängiges Personenkomitee geplant, was jedoch nie realisiert wurde. Der Verein 'Reformen – Zukunft – Österreich' wurde zwar gegründet und es waren zukünftige Aktivitäten vorgesehen, jedoch gab es bis jetzt weder eine Kontoeinrichtung, noch eine Spende."

Bei beiden Vereinen sei eine Auflösung geplant. "Beim Verein 'Patria Austria' erfolgt nach Rücksprache mit dem Vereinsvorstand zum derzeitigen Zeitpunkt eine Überprüfung durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer und das Ergebnis wird voraussichtlich am Montag vorliegen. Es gab jedoch auch in diesem Fall zu keinem Zeitpunkt direkte oder indirekte Spenden dieses Vereins an die FPÖ", so Hafenecker.

Der freiheitliche Nationalratsabgeordnete spielt den Ball zurück und fordert stattdessen, "die ÖVP-nahen Vereine näher zu beleuchten." Als Beispiele nennt er die Finanzierung von Gernot Blümels Website, die vom "Verein zur Förderung bürgerlicher Politik" betrieben wird und die Finanzierung des Unterstützervereins des EU-Abgeordneten Lukas Mandl. "Anstatt also immer nur mit dem Finger zu zeigen, wäre es angebracht auch dort einmal genau hinzuschauen", schimpft Hafenecker.

Im Video: die Parteiausgaben im Wahlkampf:

Umfassende Aufklärung

Die Korruptionsstaatsanwaltschaft hat jedenfalls um die Aufhebung der parlamentarischen Immunität zweier Abgeordneter ersucht – bei einem davon dürfte es sich um Tschank handeln.

NEOS-Wirtschaftssprecher Sepp Schellhorn reagiert in einer ersten Stellungnahme am Samstag entsetzt und fordert Aufklärung. "Die Causa um diese dubiosen geheimen Vereine gehört dringend aufgeklärt, dazu muss in einem ersten Schritt umgehend die Immunität von Tschank aufgehoben werden", verlangt Schellhorn.

Kanzler Kurz und sein Vize, Finanzminister Hartwig Löger müssten jetzt zeigen, ob sie den Kampf gegen Korruption ernst meinen. So meint Schellhorn weiter: "Kanzler Kurz hat ja eine zügige Aufklärung und vertrauensbildende Maßnahmen versprochen, wenn die Opposition seiner Übergangsregierung vorerst nicht das Misstrauen ausspricht - in der raschen Beantwortung unserer Fragen und Klärung der Vorwürfe können Löger und er zeigen, ob es ihnen ernst ist mit der Aufklärung und dem Kampf gegen Korruption und Machtmissbrauch."

Alle Artikel zum Ibiza-Skandal und den folgenden politischen Entwicklungen finden Sie hier >>>

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(ek)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christian am 25.05.2019 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ob Geld an...

    ...parteinahe Vereine bezahlt wurde ist völlig egal. ( das ist bei ALLEN österreichischen Parteien so ! ) Was aber nicht egal ist, ist ob die Vereine Gelder an die FPÖ direkt weitergeleitet haben !

    einklappen einklappen
  • Proletheus am 25.05.2019 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Vereinsgeflechte,

    nur zur Verschleierung und Abzocke. Und immer dieselben Namen... Was für ein Irrsinn, dass die auch noch von uns bezahlt werden (Abgeordnete).

  • Joschi am 25.05.2019 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wer zahlt schafft an

    Schon langsam glaub ich der FPÖ geht es nur um's GELD und nicht um österreich!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Joschi am 25.05.2019 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wer zahlt schafft an

    Schon langsam glaub ich der FPÖ geht es nur um's GELD und nicht um österreich!

  • ich am 25.05.2019 18:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    logo

    also nichts gefunden und trotzdem vorgeworfen. verstehe. hetzjagd pur.

  • DavMes am 25.05.2019 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    Schon klar.....

    .....hier gibt es hauptsächlich FPÖ-Wähler, das merkt man ununterbrochen. Nirgends sonst in der Medienlandschaft ist das so ausgeprägt, aber die Hoffnung ist, dass zumindest ein Teil dieser Leute jetzt "aufwacht" und umdenkt. Und nein, ich bin kein "Linker" und schon gar kein SPÖ-Wähler, aber die "Buberlpartie" war mir immer schon suspekt und wie ich sehe, hat mich mein Gefühl nicht getäuscht.

  • Magnus Deus am 25.05.2019 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    Wo kommen wir dahin

    Allerhöchste Zeit, dass der Sumpf trocken gelegt wird! Die Partei soll endlich zur Rechenschaft gezogen werden, die nicht nur jährlich mehr Steuergeldfinanzierte Parteiförderung erhält wie alle andern, sondern sich auch noch unser aller Steuergeld gleich doppelt krallen wollte, immerhin satte 3,4 Millionen! Weil sie einfach nicht verlieren kann die angebliche Sauberpartei, die unser ganzes Land und unser Trinkwasser am liebsten an die Russen verscherbeln würde. Gottseidank funktioniert die Justiz noch und die Klage gegen unser schönes Land ist gescheitert! Wer die wählt -selbst schuld!

  • Proletheus am 25.05.2019 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Vereinsgeflechte,

    nur zur Verschleierung und Abzocke. Und immer dieselben Namen... Was für ein Irrsinn, dass die auch noch von uns bezahlt werden (Abgeordnete).