Schimpftiraden

07. April 2019 14:53; Akt: 07.04.2019 15:36 Print

Identitäre sehen Strache als "verfaulenden Rest"

Seit Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) Identitären-Sprecher Martin Sellner auf Twitter geblockt hat, liegen die Nerven komplett blank.

Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz Christian Strache geht auf klare Distanz zu den Identitären. (APA-Videoplattform)

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Nachdem sich FPÖ-Chef und Vizekanzler Strache am Landesparteitag der FPÖ Oberösterreich am Samstag in Linz von den Identitären distanziert hat ("Wir wollen mit der Identitären Bewegung nichts zu tun haben. Das ist nicht unsere Gesinnung"), liegen die Nerven bei der als rechtsextrem eingestuften Gruppierung und ihren Fans blank. Dass Strache auch noch Identitären-Sprecher Sellner auf Twitter geblockt hat, ließ einige Anhänger komplett ausflippen.

"Strache ist der verfaulende Rest dessen, was einmal die Hoffnung aller österreichischen Patrioten war. Strache ist widerlich!"

"Strache ist der verfaulende Rest dessen, was einmal die Hoffnung aller österreichischen Patrioten war. Strache ist widerlich!", schrieb etwa der Identitäre Edwin Hintsteiner. Sellner wiederum sprach davon, dass es bald so sein werde, dass die FPÖ "Wachs geworden ist in den Händen von Sebastian Kurz". Und er fragt, wieso Strache "die Nazi-Keule übernimmt und mir über den Kopf zieht". Sellner wirft Strache "horrende Heuchelei" vor, er werde seine Aussagen "Punkt für Punkt bloßstellen".

"Die Wortwahl ist falsch. Ich habe jedoch nur inhaltlich kritisiert und wurde einfach geblockt."

Kurios: In einem "Zeichen der Güte" gegenüber Strache hat Sellner einen Tweet gelöscht, in dem er andeutete, er könne sich vorstellen, eine Partei zu gründen. Daneben hatte er erwähnt, es werde ein "spannender EU-Wahlkampf". Wenige Stunden später rückten Sellner und Anhänger zu Entschuldigungs-Tweets aus. "Die inhaltliche Kritik bleibt und ist valide. Die Wortwahl ist falsch. Ich habe jedoch nur inhaltlich kritisiert und wurde einfach geblockt", so Sellner.

"Du hast ihm nicht seine Vergangenheit vorgehalten, sondern seine Heuchelei. Strache muss weg."

Nun sind die Identitären aber doppelt in Bedrängnis, denn neben empörten FPÖ-Anhängern wegen den Beschimpfungen gibt es nun ebenso empörte Identitäre-Anhänger aufgrund der Entschuldigungen. "Niemand wird dir einen Vorwurf darauf machen, wenn du ihn im Gegenzug angehst. Du hast ihm nicht seine Vergangenheit vorgehalten, sondern seine Heuchelei. Strache muss weg", "Für welchen 'Fehler' soll sich Martin Sellner denn entschuldigen wenn es nichts zu entschuldigen gibt?!" oder "Bei Heuchlern entschuldigen, gehts noch???" ist da auf Twitter zu lesen.

"Ich distanziere mich von Feiglingen! Also von Dir!".

Wirbel gibt es nun aber auch auf Straches Facebook-Seite, wo der Vizekanzler am Sonntag gegen 14 Uhr eine erneute Stellungnahme zu den Identitären postete ("Wir haben eine klare Grenze zur Identitären Bewegung und gehen als FPÖ unseren eigenen selbstbestimmten patriotischen Weg"). Darunter haben sich innerhalb einer Stunde schon Dutzende enttäuschte Stimmen gesammelt, die die Identitären-Distanzierung kritisieren. So heißt es etwa "Ich werde die FPÖ nicht mehr wählen, eine Partei die aus Angst, sich gegen unsere patriotische Jugend stellt, ist keine Stimme mehr wert!" oder "Ich distanziere mich von Feiglingen! Also von Dir!".

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sucher am 07.04.2019 15:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fpö

    seien wir uns ehrlich ,was haben die Blauen in Linz gemacht ausser den Parkplatz am Urfahrrahnermarkt zu sperren. Lauter Gschichtldrucker.

    einklappen einklappen
  • Erich Menon am 07.04.2019 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    So falsch???

    Wenn man die Erwartungen der Õsterreicher an die FPÖ mit dem tatsächlich umgesetzten vergleicht, könnte man diese Aussage fast akzeptieren.

  • ChrisW am 07.04.2019 16:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chaotische Zukunft

    Egal, welcher Gesinnung man sich nun zugehörig fühlt, ich denke mir: Es zerfallen immer mehr Parteien bzw. Gruppierungen, wie man manches auch nennen mag. Immer mehr Streitereien, sei es in der Regierung oder Opposition und das Chaos wird nicht kleiner werden. Sei es nun in der EU oder in Österreich oder sonstwo....

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Zyniker am 08.04.2019 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    herrlich!

    Läuft nicht gut für Strache, wenn ihn jetzt schon nicht nur anständige Österreicher sondern sogar Rechtsradikale widerlich finden.

  • Nimmer Lang am 08.04.2019 14:15 Report Diesen Beitrag melden

    Da zeigt sich wer Charakter hat

    Ist immer so, tritt die FPÖ mit Wahrheiten Gruppierungen, Parteien, Vereinen auf die Zehen werden sie ausfallend und unflätig und nicht nur vom Fußvolk aus, nein bis an Spitzen derselben quillt aus ihren Westentascherln ihr verfaultes Innerstes heraus.

  • bubbahubba am 08.04.2019 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    hubbabubba

    Er bekommt ein Kind und damit kommt die Angst.... er ist gekauft

  • schrumpfkopf am 08.04.2019 07:13 Report Diesen Beitrag melden

    wahres sprichwort

    wie heißt es so schön: wer sich mit Hunden ins bett legt, braucht sich nicht wundern, wenn er flöhe kriegt.

  • Chris am 08.04.2019 05:37 Report Diesen Beitrag melden

    Grün hinter den Ohren?

    Der Herr Sellner muss noch lernen, dass sich jeder selbst am nächsten ist.