Beamte im Außenministerium von Sebastian Kurz (VP) sollen die Studie über islamische Kindergärten von Ednan Aslan umgeschrieben haben, deckt der "Falter" auf. Inhalte wurden teils grob verändert.
Die Studie gab Aslan, der als Reformer gilt, im Jänner 2016 beim Auftraggeber Außenamt ab. In der Originalfassung hieß es etwa, dass Eltern in Islam-Kindergärten für ihre Kinder "Werte wie Respekt, Gelassenheit (...) Hygiene, Pünktlichkeit, Liebe" suchen. Ministerialbeamte strichen all das weg, schrieben stattdessen: "Besonders wichtig ist ihnen, dass den Kindern islamische Werte vermittelt werden."
"Insgesamt ist es zu 35 inhaltlichen Anmerkungen gekommen", bestätigt Kurz-Sprecher Gerald Fleischmann "Heute". Und: Aslan erklärte am Montag Falter-Redakteur Florian Klenk per Mail, dass "ausnahmelos jede inhaltliche Änderungen am Dokument von mir gekommen sind."
Laut Klenk ist das jedoch nur die halbe Wahrheit. Denn nur vier Tage vor dem Mail habe Aslan ihm im persönlichen Gespräch versichert, "dass er nichts davon wusste, dass in die Studie so massiv eingegriffen worden war." In der Zwischenzeit sei Aslan wohl mit dem Außenamt in Kontakt gewesen, mutmaßt der Journalist.
Mussten die Beamte auf Auftrag von Kurz die 36.000 Euro teure Studie zuspitzen? Minister-Sprecher Fleischmann: "Kurz hat damit nichts zu tun. Wir sind doch nicht deppert." (uha)