Schmerztherapie

26. Februar 2018 12:41; Akt: 26.02.2018 13:57 Print

Kolba: Krankenkasse soll Cannabis-Medizin zahlen

Schmerzen sind Folter. Peter Kolba von der Liste Pilz fordert, dass die Krankenkasse die Kosten für Cannabis-Medizin übernimmt.

Peter Kolba will, dass die Krankenkasse THC-Medikamente bezahlt. (Bild: Denise Auer)

Peter Kolba will, dass die Krankenkasse THC-Medikamente bezahlt. (Bild: Denise Auer)

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Derzeit können Patienten in Österreich vom Arzt Cannabismedizin auf „Suchtgiftrezept“ verschrieben bekommen. Der Haken dabei: Diese THC-haltigen Tropfen, Sprays oder Kapseln sind sehr teuer. „Ich leide an einer Schmerzerkrankung und die mir vom Arzt verschriebene Dosis von Cannabis-Tropfen würden mich rund 800 Euro im Monat kosten“, weiß Peter Kolba, Klubobmann und Gesundheitssprecher der Liste Pilz, aus eigener Erfahrung. „Das können sich viele Krebs- und Schmerzpatienten nicht leisten“.

Umfrage
Soll die Krankenkasse Cannabis-Präparate bezahlen?
17 %
20 %
17 %
46 %
Insgesamt 86 Teilnehmer

Chefarztpflichtig

Die Krankenkassen können mit Zustimmung des Chefarztes die Kosten des Medikamentes übernehmen. Die Kassen richten sich dabei nach klinischen Studien der Wirksamkeit. So wird Cannabismedizin bei Appetitlosigkeit im Zuge von Chemotherapien in der Regel bewilligt. Bei neuropathischen Schmerzen dagegen oft auch nicht. „Bei mir haben sich Krebspatienten gemeldet, denen die Kostenübernahme nicht bewilligt wurde. Bei neuropatischen Schmerzen attestiert eine Studie der amerikanischen Akademie der Wissenschaften Cannabismedizin ebenfalls Wirksamkeit, dennoch wir die Kostenübernahme immer wieder auch verweigert“, berichtet Kolba.

Klagen gegen Ablehnung

Was wenige Patienten wissen: Wenn der Chefarzt eine Kostenübernahme ablehnt, kann der Patient darüber einen schriftlichen Bescheid verlangen und dagegen beim Arbeits- und Sozialgericht klagen. „Ich kann nur empfehlen, im Fall der ungerechtfertigten Verweigerung der Kostenübernahme, zu klagen. Ich ersuche Betroffene, sich bei mir über die Web-Site www.buergerrechte.online zu melden. Ich sammle und dokumentiere die Fälle und kann juristische Unterstützung vermitteln“, sagt Kolba.

Kolba fordert aber jedenfalls von den Krankenkassen: „Die Kassen müssten selbst die Patienten darauf hinweisen, dass man diese Entscheidung als Bescheid verlangen und bekämpfen kann.“ Und vom Gesetzgeber fordert Kolba eine rasche Liberalisierung von Cannabis in der Medizin. „Cannabisblüten über ärztliches Rezept und Verkauf über die Apotheken würden den Markt beleben und damit die Preise senken. Was in Deutschland alle Parteien beschlossen haben, kann sich Österreich zum Vorbild nehmen.“

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(GP)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Noch so ein Ausländer am 26.02.2018 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wer nicht weiss was Schmerz ist, soll schweigen

    Ihr seids solche Einfaltspinsel!!! Ich bin mir sicher, dass keiner der hier gepostet hat jemals chronische Schmerzen hatte. Schluckt ihr mal 2 Jahre lang täglich die krassesten Schmerzmittel und dann erst solltet ihr euch erlauben in solche Angelegenheiten einzumischen! Also wirklich....schämt euch!!!

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  • teer und federn am 26.02.2018 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    es geht ja nicht nur um schmerzen

    es gibt noch eine ganze vielzahl von indikationen für cannabismedizin. doch das beste wissen die leute noch gar nicht, sonst wäre es längst legal: es ist das beste potenzmittel das es gibt, mit abstand!

  • Heinz am 26.02.2018 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heuchelei vom feinsten

    Warum nicht? Man sollte überhaupt gleich Cannabis legalisieren, ich seh da keinen Unterschied zu Tabak. Beides schädigt den Körper, beides verpestet die Umwelt mit dem egelhaften Rauch, beides macht abhängig und beides Gefährdet die Gesundheit der Mitmenschen. Also wo ist hier bitte der Unterschied, außer das man bei Cannabis im Hefen landet und beim Rauchen nicht. Also wenn ihr Blauäugig schon für das Selbstbestimmungsrecht und für die Freiheit eintretet, sei gesagt das Cannabiskonsum genauso Selbstbestimmung ist wie der Konsum von Tabak.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Franz Absberg am 28.02.2018 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    Bedenklicher Vorschlag

    Schon jetzt werden bei Verkehrskontrollen mehr Kiffer als Alkoholiker wegen Beeinträchtigung der Fahrsicherheit aus dem Verkehr gezogen! Sollen noch mehr unter Drogenrausch die Strassen unsicher machen?

  • Schmerzgeplagt am 27.02.2018 02:56 Report Diesen Beitrag melden

    Kostspielige Heilmittel

    @ Arzt. Sachliche Diskussion: Gut, Sie geben sich hier als Arzt aus, der viele (negative) Erfahrungen mit 'Dronabinol' gemacht hat. Es gibt aber tatsächlich Ärzte deren Patienten mit diesem uä Medikamenten sehr zufrieden sind. Dass es Ihnen nicht um's Geld geht, ist schon glaubwürdig. Ob man das bei den Kassen bei Kosten von rd 800 Euro aufwärts, mtl, auch so sieht, darf jedoch stark angezweifelt werden. Die Versicherungen wollen sparen und nicht zahlen.

  • Arzt am 27.02.2018 01:35 Report Diesen Beitrag melden

    Sachliche Diskussion

    Es geht definitiv nicht ums Geld! Jeder Patient soll die beste Therapie erhalten! Gute Medikamente gegen Übelkeit sind bei Chemo und Strahlentherapie über die Kasse problemlos zu bekommen! Wem Dronabinol gut hilft, der soll es bekommen! Ich habe eben mehrfach keine guten Erfahrungen gemacht, viele waren dannach enttäuscht. Trotzdem werde ich es bei Erstverordnung durch eine Schmerzambulanz auch weiterverordnen. Mich stört, dass medizinische Laien falsche Hoffnungen machen! Als chron Schmerzpatient braucht man unbedingt ein gutes Verhältnis zu seinem Arzt!

    • Ing Martin Streihamer am 27.02.2018 07:55 Report Diesen Beitrag melden

      @Arzt

      Synthetische Tropfen sind auch nicht gleichzusetzen mit einer reinen Naturellen Produkt wo alle Inhaltsstoffe enthalten sind. Ich nehme Dronabinol schon 2 Jahre und habe keine Nebenwirkungen im Gegenteil mir geht es seitdem besser als wenn ich Immunsuppressiver nehmen muss doe mich mehr krank machen als ich schon bin.

    • Ja ich am 28.02.2018 14:47 Report Diesen Beitrag melden

      Ich wersonst

      Welche Ambulanz in Wien verschreibt Dronabinol? (Ja, Lyrika, Hylak, Novalgin und so haben wir schon durch ...). Die Schmerzen blieben. Nen Privatarzt kann sich leider nicht ein jeder leisten. (Lupus-Neuropathie. Keine Immunsuppression.)

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  • Sabine am 26.02.2018 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unwählbar

    Haben die Grünen oder Liste Pilz wirklich kein anderes Thema. Da brauchen sie sich nicht wundern wenn das Volk sie abwählt.

    • teer und federn am 26.02.2018 20:26 Report Diesen Beitrag melden

      die feigen blauen können nichts anderes

      als auf schwache eindreschen, das haben sie noch aus ihren anfängen im deutschen reich mitgebracht. dabei vergessen die blaumiesen völlig darauf daß ihr "erfolg" eine eintagsfliege ist die auf einer massiven wählertäuschung beruhte: der typische blauwähler wird gar nicht verteten von seiner partei sondern nur die kaste der "leistungsträger" und subventionsempfänger. eine rechte partei die die gesellschaft in gruppen, nach einkommen gestaffelt einteilen will ist der natürliche feind aller werktätigen. die werden ihre "wahl" noch sehr bereuen.

    • Censorship am 28.02.2018 12:40 Report Diesen Beitrag melden

      @Sabine

      Genau, gegen Pharmakonzerne, die ihren Profit über das Leben ihrer Kunden stellen und deshalb gegen Cannabis sind, zu sein, ist wirklich falsch... Haben sie ihren Gedanken zu ende gedacht?

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  • Heinz am 26.02.2018 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heuchelei vom feinsten

    Warum nicht? Man sollte überhaupt gleich Cannabis legalisieren, ich seh da keinen Unterschied zu Tabak. Beides schädigt den Körper, beides verpestet die Umwelt mit dem egelhaften Rauch, beides macht abhängig und beides Gefährdet die Gesundheit der Mitmenschen. Also wo ist hier bitte der Unterschied, außer das man bei Cannabis im Hefen landet und beim Rauchen nicht. Also wenn ihr Blauäugig schon für das Selbstbestimmungsrecht und für die Freiheit eintretet, sei gesagt das Cannabiskonsum genauso Selbstbestimmung ist wie der Konsum von Tabak.