Kurz in Korneuburg

06. Juli 2019 08:00; Akt: 06.07.2019 09:32 Print

"Es darf keine Koalition ohne uns geben"

"Das gesamte Gelände wird in Türkis gehüllt sein." Damit hat die ÖVP für das Kurz-Unterstützerfest am Freitagabend in Korneuburg nicht zu viel versprochen.

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Gerade noch in Berlin bei der zukünftigen Kommissionspräsidentin der EU, stand Sebastian Kurz am Abend schon vor einem Meer an türkisen Fans am Ufer der Donau.

Der Freitagabend in Korneuburg war so ein Tag, an dem man glauben könnte, ein amtierender Bundeskanzler macht Wahlkampf.

Beides stimmt nicht. "Der Intensivwahlkampf beginnt im September", sagte Ex-Kanzler Sebastian Kurz später in die Kameras. Was am Freitagabend in der alten Werft in Korneuburg veranstaltet wurde, war ein Fest für die Unterstützer der ÖVP, ein Einschwören auf das was kommen wird.

Türkis, türkis, türkis

Die etwa 1.500 angemeldeten Besucher waren dem Aufruf, etwas Türkises zu tragen zum größten Teil und mit fast religiöser Disziplin nachgekommen. Was konnten sie sich von dem Abend erwarten?

Menschen jeden Alters schleckten türkises Eis, tranken türkise "Slushies" und knüpften türkise Freundschaftsbänder. Kinder wurden geschminkt, Erwachsene konnten sich Haarsträhnen und Fingernägel in der Parteifarbe einfärben. Ein Mann hat sein Harley Davidson-Motorrad türkis lackiert: "Man muss den Sebastian unterstützen wo man nur kann", sagte er.

"Das ist lebendige Unterstützung"

Ein weiterer Herr, der von Peter L. Eppinger interviewt wurde, hieß Oskar und trug einen selbstgebastelten Hut. Um seinen Hals hing ein langes, laminiertes Gedicht über sein politisches Idol: "Das hab ich gemeinsam mit meiner kürzlich verstorbenen Frau gedichtet", sagte er ins Mikro.

Der Moderator las vor: "Über kurz oder lang ist der Kurz eine Bank: Auf ihn kannst du bauen, auch die vielen Frauen schenken ihm Vertrauen." Applaus. Eppinger bedankte sich: "Das ist lebendige Unterstützung! DANKE!"

Papa, Politiker, Promis

Auch Parteigranden und Promis kamen zahlreich. Und irgendwo soll sogar Kurz' Vater in der Menge zu erspähen gewesen sein.

Gernot Blümel, seit Nachmittag offiziell Wiener Spitzenkandidat für die Wahl, tratschte mit Generalsekretär Karl Nehammer. Die gesamte ehemalige ÖVP-Regierungsriege warf sich in die Menge. Elisabeth Köstinger, Hartwig Löger, Josef Moser, Heinz Faßmann, Juliane Bogner-Strauß, Margarete Schramböck und Karoline Edtstadler schüttelten Hände und machten Selfies. Auch EU-Kommissar Johannes Hahn schaute vorbei.

Promis wie ORF-Moderator Wolfram Pirchner, Fußballtrainer Frenkie Schinkels, Sternekoch Toni Mörwald und Ex-Skispringer Hubert Neuper bekannten politisch Farbe. Die ORF-Schauspielerin Sabine Petzl ließ extra für den Abend eine türkise Leine für ihren Golden Retriever anfertigen.

Nicht immer Avocado-Salat

Das Eintreffen und die Ansprache von Sebastian Kurz waren für die Gäste freilich das Highlight des Abends. Er sprach in der sengend heißen Abendsonne unter anderem über das Wahlkampfthema Klimawandel.

Auf Elektro- und Wasserstoffantrieb müsse man in Sachen Verkehr setzen. Beim Strom sei Österreich ja mit 80 Prozent erneuerbarem Energieanteil bereits vorne dabei. Und: Jeder könne etwas zum Klimaschutz beitragen: "Nicht in jedem Salat muss eine Avocado drin sein", schlug Kurz vor.

Das klare Wahlziel des ÖVP-Chefs: "Erster werden und sicherstellen, dass es keine Koalition gegen uns geben kann." Dabei komme es nicht auf Umfragen an, sondern auf das Wahlergebnis, schwor er seine Fans ein.

Nach seiner Rede brauchte Kurz lang, bis er sich den Weg durch die Menschenmenge zu den TV-Interviews gebahnt hatte. "Sie werden hier gefeiert wie ein Popstar", begann eine Frage, die mehr wie eine schlichte Beobachtung klang.

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(csc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wienerberg am 06.07.2019 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Einbildung ist auch eine Bildung...

    Einbildung und Größenwahn sind heute schon fest in der Politik integriert.Jeder glaubt das es ohne Ihn nicht mehr geht. Große Klappe, nichts dahinter.

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  • LupoVino am 06.07.2019 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    Es darf keine......

    Na klar, bei dem was die alles zu verbergen haben, da ist die Angst groß, daß weitere viele "Strasserige Aktivitäten" aufgedeckt werden könnten.

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  • myopinion am 06.07.2019 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Kurz Korneuburg

    Das ist aber schon etwas anmassend, dass Kurz meint, ohne seine Partei, oder seine Person, geht nichts weiter. Das ist bei der nächsten NR Wahl, dem Wähler überlassen, ob man die ÖVP in der nächsten Regierung will. Die Absetzung von Kurz, wird wohl auch gute Gründe gehabt haben.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • isabella am 08.07.2019 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    herr kurz

    hat als kanzler sehr gute arbeit geleistet und ich hoffe er gewinnt die wahl im herbst wieder sodaß er eine koalition bilden kann das wäre nur gut für österreich

  • Balduin am 08.07.2019 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz besonders perfide ist es

    wenn die SPÖ auf die Jungwähler mit dem Klimathema zugeht. Dabei werden die ganz andere Sorgen haben: für 95% der Jungen von heute wird es nie im Leben eine Arbeitsstelle geben. Doch an die naheliegendsten Themen, eine Arbeitszeitverkürzung und einer Senkung des Pensionsalters zugunsten Jüngerer Generationen denken die Sozis nicht. Die Jungen werden ein BGE brauchen, sie sind die erste Generation die es zum überleben brauchen wird. Klima- und Umweltprobleme kann man nicht lösen solange es den Kapitalismus gibt, ein völlig untaugliches, veraltetes Wirtschaftssystem.

    • Sandra am 10.07.2019 19:04 Report Diesen Beitrag melden

      @ Balduin

      Gefällt mir die Feststellung: für 95% der Jungen von heute wird es keine Arbeitsstelle geben ! Deshalb haben die Links dominierten Regierungen für den Zuzug der Migranten (Wirtschaftsflüchtlinge und Kriminelle) gesorgt, für unsere Jungen von Heute haben die nichts gemacht !!!

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  • Balduin am 08.07.2019 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn er mit Österreich fertig ist

    dann sind wir ein schmuddeliger Visegradstaat. Es muss endlich eine Regierung ohne die Schwarzen geben, höchste Eisenbahn.

  • isabella am 07.07.2019 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    ich hoffe nur

    das herr kurz die wahl im hergst gewinnt und wieder kanzler wird weil eine frau rendi wagner wäre schrecklich als kanzlerin herr kurz hat sehr gute arbeit geleistet

    • österreicher am 08.07.2019 12:13 Report Diesen Beitrag melden

      Lobbyist

      Wenn ich daran denke, dass nun keine Entlastung für die Arbeitnehmer (Steuerreform FPÖ Thema) kommt und ab 2020 sogar verschiedene Steuerabsetzbeträge gestrichen sind sowie an 12 Arbeitsstundentag und späteren Pensionsantritt, dann vertritt dieser Herr nur die Interessen der Wirtschaft und ist für denkende Arbeitnehmer unwählbar.

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  • Erich am 07.07.2019 12:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abkehr

    Ich bin sehr enttäuscht vom Kurz . Präpotenz und Grössenwahn , sowie Versprechen gebrochen , haben mich zur Abkehr bewegt .