SP-Personalrochaden

27. September 2018 05:00; Akt: 26.09.2018 16:25 Print

Ludwig: "Sind loyal, aber wir wollen auch etwas"

von Peter Lattinger - Wiens Bürgermeister Ludwig im „Heute“-Interview über Rendi-Wagner, Links-rechts in der SPÖ, Loyalität – und was er sich von der neuen SPÖ-Chefin erwartet.

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig will die neue Parteichefin unterstützen, hat aber auch Forderungen an sie. (Bild: Helmut Graf)

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig will die neue Parteichefin unterstützen, hat aber auch Forderungen an sie. (Bild: Helmut Graf)

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"Heute": Herr Bürgermeister, Sie haben nach der Kür von Pamela Rendi-Wagner zur neuen SPÖ-Chefin nicht besonders zufrieden gewirkt.
Michael Ludwig: Mich hat die Vorgangsweise von Christian Kern sehr erstaunt, zweieinhalb Wochen vor dem Parteitag zurückzutreten. Da kommt keine Jubelstimmung auf, nicht nur bei mir nicht.

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"Heute": Ging die Wahl von Rendi-Wagner zu schnell?
Ludwig: Ich hätte mir zuvor eine Diskussion über Inhalte und Strategie gewünscht, aber das Ganze hat sich schnell dynamisiert. Wir werden sie unterstützen. Es geht hier nicht nur um meine persönliche Meinung, ich vertrete die Mitglieder der größten und wie ich meine wichtigsten SPÖ-Länderorganisation.

"Heute": Wie ist die Stimmung an der Basis, wie kommt Rendi-Wagner dort an?
Ludwig: Jeder muss sich in der Praxis beweisen. Sie ist sehr sympathisch, telegen und kompetent, jetzt muss sie auch auf die Leute zugehen. Wir werden sie unterstützen und unsere Standpunkte einbringen. Wir sind als loyale Organisation bekannt, aber wir wollen auch etwas.

"Heute": Zum Beispiel?
Ludwig: Da geht es um inhaltliche Dinge, aber das werde ich ihr persönlich sagen.

"Heute": Wie gut kennen Sie Rendi-Wagner?
Ludwig: Vor ihrem Eintritt in die Politik kannte ich sie als Expertin und kompetente Beamtin in einem für die Sozialdemokratie wichtigen Bereich, der Gesundheitspolitik.

"Heute": Kennen Sie ihre Position in anderen Bereichen, etwa Migration?
Ludwig: Nein, da werden wir nachfragen. Wir haben uns ja sehr stark eingebracht bei dem neuen Migrationspapier.

"Heute": Ist der sogenannte rechte Flügel in der SPÖ geschwächt, weil nun Vertreter des „linken“ Flügels die Bundespartei führen?
Ludwig: Ich sehe diese Einteilung in links und rechts nicht. Ich wüsste nicht, was an Rendi-Wagner und Thomas Drozda links wäre und bei anderen rechts.

"Heute": Beide sind Wiener – haben die Länder nichts mehr zu sagen?
Ludwig: Beide sind keine Wiener Funktionäre.

"Heute": Rendi-Wagner hat gemeint, dass der SPÖ in der Vergangenheit oft der Mut zu klaren und verständlichen Antworten gefehlt hat. Teilen Sie diese Analyse?
Ludwig: Es liegt an ihr, diese einfachen Antworten zu liefern. Die Wiener SPÖ ist nicht bekannt für Schwurbelsprech, wir haben klare Positionen. Wenn Rendi-Wagner das so sieht, ist es an ihr, das anders zu machen.

"Heute": In Wien kursieren immer wieder Neuwahlgerüchte. Hat sich die Ausgangslage für die Wiener SPÖ mit der neuen Spitze geändert?
Ludwig: Wir wurden fürs Arbeiten gewählt, wir wollen keine Neuwahlen.

"Heute": Ist es ausgemacht, dass Christian Kern Spitzenkandidat der Europawahlen wird?
Ludwig: Wenn er es machen will und verspricht, dass er dabei bleibt, hat er unsere Unterstützung.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reinhard am 27.09.2018 07:43 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber Bgm Ludwig. . . .

    . . . .auch wir Bürger wollen etwas. Ich sag es Ihnen: Keine Korruption mehr, sorgvollen Umgang mit Steuergeld, keine Versorgungs(Freunderl)posten sondern ausgebildete Fachkräfte.Na? Überrascht?

    einklappen einklappen
  • Rand am 27.09.2018 06:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wir wollen was

    Bei den Sozialisten hört man immer nur, wir wollen was.

  • GJK am 27.09.2018 06:10 Report Diesen Beitrag melden

    Schon vorbei...

    Mit dem selbst ernannten Spitzenkandidaten Christian Kern für Europa wird es wohl nichts werden. Der ist, zu Recht, zum Abschuss freigegeben.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Mario Fiala am 29.09.2018 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    Parteispitze

    Da werden sich noch einige Herrschaften in der SPÖ damit abfinden müssen, daß nun eine intelligente Frau an der Parteispitze steht.

  • Peter D. am 28.09.2018 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Also: Unrecht hat Sie ja nicht wenn Sie behauptet es fehlte der Mut zu klaren Aussagen in der SPÖ. Ich denke da an den ZAUN nit Loch der da jetzt ein Zaun ist oder doch nicht???

  • Wolfgang 9 am 27.09.2018 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    Die Nächste bitte!

    So wie Ludwig ein Sesselkleber, bestimmt nicht besser als Häupl ist, den falsch eingeschlagenen Weg weitergeht(ich denke an die gelebte Paralellwelt der Muslime) wird sich Frau Rendi in dieser linken Partei sehr schwer tun die entscheidenden Schritte nach rechts zu gehen.Sie wird als intelligentes Kanonenfutter für die Oppositionsrolle auf die Schlachtbank geführt, um vor den nächsten Wahlen einem ultralinken wieder Platz machen zu dürfen. Die Zeiten dieser Partei als Sprachrohr für den arbeitenden Österreicher sind längst vorbei, heute geht es nur noch um lukrative Postenschacherei.

  • daisy am 27.09.2018 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ludwig

    Wiener Intrigantenstadl. Die hat sich noch nicht mal gesetzt und schon wird am Sessel gesägt. *würg*

  • Hari Lamm am 27.09.2018 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    Geometer

    Ein kluger Schachzug von Kern (und hoffentlich bald) eine würdige Kanzlerin