Sie lehnten Freigabe ab:

11. Januar 2019 10:13; Akt: 11.01.2019 12:41 Print

"Jetzt" kritisiert Cannabis-Experten der Regierung

Ministeriums-Experten lehnten Liberalisierungen von Marihuana für medizinische Zwecke ab, arbeiteten aber selbst für Cannabis-Produzenten.

Die Liste Jetzt kritisiert die Auswahl der Cannabis-Experten des Gesundheitsministeriums. (Bild: iStock)

Die Liste Jetzt kritisiert die Auswahl der Cannabis-Experten des Gesundheitsministeriums. (Bild: iStock)

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Im Sommer 2018 beschloss das Parlament einstimmig einen Entschließungsantrag zum Thema Cannabis in der Medizin. Der Auftrag war einfach: Experten sollten "zukünftige medizinische, rechtliche, organisatorische und ökonomische Rahmenbedingungen zum Einsatz von cannabishaltigen Arzneimitteln vorlegen."

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Sollte Cannabis in Österreich legalisiert werden?
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10 %
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Insgesamt 3551 Teilnehmer

Teure Cannabis-Medikamente sind legal - Pflanze nicht

Gesagt, getan: Gegen Ende 2018 lag dann der Endbericht der Marihuana-Experten des Gesundheitsministerium vor. Sie raten darin von einer Liberalisierung von Cannabis für medizinische Zwecke ab. Denn: Bereits jetzt hätten die Österreicher Zugang zu (äußerst teuren, Anm.) Medikamenten auf Marihuana-Basis, die Verwendung von getrockneten Blüten oder anderer Teile der Pflanze hingegen sei wissenschaftlich nicht ausreichend erforscht worden, um eine derartige Freigabe zu rechtfertigen, meinen die Experten.

"Liste Jetzt" kritisiert Auswahl der Experten

Bei der "Liste Jetzt" steht man dem Urteil der Experten allerdings äußerst kritisch gegenüber. Der Hauptgrund dafür liegt in der "schiefen Optik" des Berichtes.

Denn: Mehrere der Experten, die den Bericht für das Ministerium verfassten, stehen in einem beruflichen Naheverhältnis zum Pharmaunternehmen Bionorica und boten Lehrgänge zum Thema Cannabismedizin für das Unternehmen an. Der Konzern kaufe in Österreich von der Agentur für Gesundheit und Ernährung produziertes Marihuana auf und verarbeite dieses dann zu kostenintensiven Medikamenten, die wiederum in Österreich verkauft werden. Bionorica hätte daher durchaus ein wirtschaftliches Interesse daran, die Legalisierung von natürlichen Cannabis-Produkten zu verhindern, lautet die Kritik.

Daniele Holzinger-Vogtenhuber stellt parlamentarische Anfrage

Bei "Jetzt" fragt man sich nun, warum genau diese Experten für das Begutachtungsverfahren ausgewählt wurden und kein einziger Vertreter von unabhängigen Experten, die eventuell eine Liberalisierung von Marihuana befürworten würden.

Die Abgeordnete Daniela Holzinger-Vogtenhuber brachte jetzt eine entsprechende Anfrage im Parlament ein: „Ich erwarte mir von einer Gesundheitsministerin, dass sie an so einen Bericht ohne Scheuklappen herangeht. Beim Thema Liberalisierung von Cannabis in der Medizin lässt die unsrige allerdings jegliche Objektivität vermissen, wie die einseitige Auswahl der Expertinnen und Experten für diesen Bericht zeigt. Diese haben nämlich alle ein berufliches Naheverhältnis ausgerechnet zu jenem Pharmakonzern, der aus der derzeitigen Situation Profit schlägt und deshalb auch ein Interesse daran hat, dass sich nichts ändert. Das spricht für sich.“


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max Mustermann am 11.01.2019 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    nicht aussreichend erforscht

    Wie lange dauert es bitte , um Cannabis zu erforschen , wir haben schon 2019 -.-

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  • derwiener am 11.01.2019 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ausserdem ....

    gibt es mittlerweile viele studien zum thema cannabis in der medizin und deren positiver wirkung vor allem bei krebspatienten! klar ist auch, das würde man einer liberalisierung zustimmen, die pharmaindustrie vor allem bei krebsmedikamenten viel geld verlieren würde!

  • Censorship am 11.01.2019 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Dabei wäre es so einfach...

    Gebt es frei und kassiert von den Kiffern ordentlich ab... So einfach wäre das, im Land der Alkoholiker....

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • josef am 29.01.2019 00:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschliche Bedürfnisse

    Alles was man dem Körper zuführt sind Nahrungsmittel.

  • Paul Paulsen am 15.01.2019 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt genügend Studien...

    Es gibt mittlerweile eine Unmenge an Studien, die sich mit dem Thema Cannabis beschäftigen und die zweifelsfrei feststellen, dass sowohl CBD, als auch THC ein hohes Potential besitzen um z.B. Krankheiten wie Parkinson, Schizophrenie, Krebs, uvm. zu behandeln-, bzw. zu heilen. Die hier eingesetzten "Experten" sind aufgrund ihrer Nähe zu Bionorica befangen und ihre "expertise" ist deshalb nicht einmal das Papier wert, auf das sie gedruckt wurde. Ps.: Auch wenn für die FPÖ das Saufen immer noch hoch im Kurs steht, aber Alkohol löst im gegensatz zu Cannabis keinerlei Probleme

    • Preibisch am 29.01.2019 11:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Paul Paulsen

      Dann hast du noch nie einen richtigen weichgerauchten gesehen

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  • Johann am 14.01.2019 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Die Legalisierung ist überfällig!

    Legalisieren. Steuern kassieren. Arbeitsplätze schaffen. Polizei und Justiz entlasten. Qualität sichern und den Jugendschutz deutlich verbessern. Eigentlich ist es gar nicht so schwer. Allerdings brauchts dazu etwas weniger Einfluss von Lobbyisten und vernünftiges, ideologiebefreites und logisches Denken.

  • Crashcar am 12.01.2019 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Was...

    ...mich am meisten erschüttert, sind die Comments zur Selbstverteidigung der Konsumation des Suchtmittels. Ich jedenfalls sehe die Konsumation von Cannabis (sofern nicht nachweislich vom Arzt verschrieben) als illegal. Und damit sogar als Kündigungsgrund. Ich kann und will in meinem Betrieb als Vorgesetzter nicht die Verantwortung für Leute übernehmen, die nicht klaren Gedankens zur Arbeit erscheinen. Und dass dieses Zeug benebelt, merken die nüchternen Nebenstehenden. Der Bekiffte selber nicht. Und!! ich bin immer noch für allerhärteste Strafen. Ohne Wenn und Aber.

    • Rainer Ernst am 12.01.2019 13:08 Report Diesen Beitrag melden

      Kopf am Amaturenbrett angeschlagen?

      Was hat Konsum in der Arbeitszeit mit dem allgemeinen Legalitätsstatus eines Rauschmittels zu tun? Beeinträchtigungen sind am Arbeitsplatz sowieso verboten. Sind Sie somit auch für allerhärteste Stafen beim privaten Alkoholkonsum? Seit wann darf sich ein Vorgesetzter in das Privatleben des Angestellten einmischen? Wenn Sie die Konsumentenzahlen reduzieren wollen, dann muss man reglementieren. Sehen Sie sich die Zahlen aus den anderen Ländern an. Besonders in den USA interessieren sich Jugendliche nicht mehr wirklich dafür.

    • Börni am 13.01.2019 08:59 Report Diesen Beitrag melden

      Was ich in meiner Freizeit tu ..

      die sieht man mal wieder die völlig überheblichen Geschäftsführer oder dergleichen.Ihre Einstellung hat überhaupt nichts mit der derzeitigen Cannabis Prohobition zu tun.Wollen sich nun auch schon ins Privatleben einmischen.ja ich weiss e das ihr so tickts mit "Strafen -Verbote-REglementierungen" das ist euer LEben da schlägt euer HErz höher..keine Ahnung welch kaputte Kindheit man da hatte.ich würde nur sagen sobald man merkt das man so einen Vorgesetzten hat...kündigen.

    • Paul Paulsen am 14.01.2019 08:06 Report Diesen Beitrag melden

      Ahnungslos

      Wenn man wie du absolut keine Ahnung vom Thema hat, sollte man einfach still sein. 1.) Cannabis ist ein Rauschmittel und kein Suchtmittel. 2.) In der Diskussion geht es um Medizinalhanf und dessen (nicht berauschenden) Anteil an CBD, der nachweislich Krebszellen eindämmt, bei Parkinson bestens wirkt, entzündungshemmend ist, etc. - und das alles ohne die vielen Nebenwirkungen vergleichbarer Medikamente. Abgesehen davon - überall, wo Cannabis legal ist, gibt es keinerlei Probleme damit und die Rate an Kiffern erhöhte sich auch nicht.

    • Censorship am 14.01.2019 13:13 Report Diesen Beitrag melden

      @Crashcar

      Und wie oft machen sie "Gruppenbildung" und missbrauchen dabei, die weit stärkere Droge, Alkohol? Es ist auch nicht gestatten, besoffen in die Arbeit zu kommen, warum sollte es dann bekifft erlaubt sein?? Wenn man keine Argumente, außer der eigenen Engstirnigkeit hat, muss man eben etwas erfinden...

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  • PeterKarl am 12.01.2019 09:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man braucht nicht unbedingt Marihuana

    Wer will kann ja mit giftige "Pilze" das Auslangen finden.