Zwist geht in nächste Runde

12. Januar 2019 14:31; Akt: 12.01.2019 14:31 Print

Mehrheit unterstützt Caritas im FPÖ-Streit

Der Schlagabtausch zwischen Caritas und FPÖ geht weiter. In Niederösterreich wird um die Verlegung von erwachsenen Asylwerbern gestritten.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Laut einer vom Meinungsforschungsinstitut Unique Research für "Profil" durchgeführten Umfrage steht die Bevölkerung eher auf der Seite der Caritas im Schlagabtausch mit der FPÖ.

Umfrage
Was halten Sie von der Caritas?

Befragt, wen man in der Auseinandersetzung zwischen FPÖ und Caritas recht gibt, steht eine Mehrheit von 43 % auf der Seite der Caritas, 29 % stützen die FPÖ-Sicht, 28 % wollten keine Angabe dazu machen. Wenig überraschend: Nur 5 % der FPÖ-Wähler geben der Caritas Recht, 74 % der eigenen Partei.

Nächste Runde

Am Samstag ging auch der Zwist zwischen der Hilfsorganisation und dem niederösterreichischen FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl weiter. Fünf Flüchtlinge wurden zum Jahreswechsel volljährig und somit aus St. Gabriel in Einrichtungen für Erwachsene.

Die Caritas kritisierte das, Waldhäusl hielt dagegen: "Ich bin enttäuscht, dass sich eine kirchliche Institution nicht an schriftliche Vereinbarungen hält. Herr Schwertner hat am 4.12. dies selbst unterschrieben, dass es keine Verlängerung gibt. Daher wurde der planmäßige Umzug einfach vollzogen." Die Caritas kontert: "Es gibt keinen Vertrag."

"Profitgedanken"

Nun legte der FPÖ-Politiker eine weitere Erklärung nach: "Nachdem die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge aus Drasenhofen in St. Gabriel angekommen waren, wurde nach einem Gespräch mit der Caritas in einer Vereinbarung niedergeschrieben, dass - aufgrund der hohen Kosten - keinerlei Verlängerungsverträge nach der Volljährigkeit von Bewohnern mehr gemacht und sie daher in Erwachsenenunterkünfte untergebracht werden."

Mit seiner Unterschrift habe Caritas-Geschäftsführer Klaus Schwertner seine ausdrückliche Zustimmung gegeben. Waldhäusl wiederholte auch die FPÖ-Position: "Mit überbordender Menschlichkeit argumentieren und damit den Profitgedanken verstecken."

Die Caritas sei auch in einem weiteren Punkt dieser Vereinbarung säumig. Denn die Organisation hätte dem Land Niederösterreich ein Sicherheitskonzept für St. Gabriel vorlegen sollen "Obwohl bereits meinerseits bereits mehrmals urgiert wurde, konnte oder wollte man seitens der Caritas kein dahingehendes Konzept vorlegen und dies ist auch der Grund dafür, dass es für den laufenden Betrieb noch keinen rechtsgültigen Vertrag gibt", so Waldhäusl.

"Kein Vertrag"

Von einer schriftlichen Vereinbarung will man bei der Caritas nichts wissen. "Herr Waldhäusl bezieht sich offenbar auf ein Gesprächsprotokoll, das im Zuge einer gemeinsamen ersten Begehung Anfang Dezember kurz nach Schließung des Lagers in Drasenhofen entstanden ist. Von Vertrag bzw. Vereinbarung kann nicht die Rede sein. Vertrag gibt es bedauerlicherweise bis heute nicht – obwohl Sicherheits- und Betreuungskonzepte von der Caritas wie gewünscht bereits Mitte Dezember vorgelegt wurden", so ein Sprecher.

Die Konzepte seien bis heute auch nicht abgelehnt, sondern es wurden lediglich Nachfragen seitens des Landes gestellt, die bereits am 28. Dezember zur Gänze beantwortet worden seien.

"Für uns ist in dieser Causa bedauerlicherweise keine Linie des Landesrates mehr nachvollziehbar", heißt es von der Caritas. "Wenige Wochen zuvor wurden die Jugendlichen vom zuständigen Landesrat noch hinter Stacheldraht gesperrt und von einem Wachhund bewacht. Nun lässt sie derselbe Landesrat ohne Rund-um-die-Uhr-Betreuung in Quartiere in verschiedenen Gemeinden verlegen."

Die Bilder des Tages

Die Bilder des Tages

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(red)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gerti am 12.01.2019 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Erwachsen....

    Man schrieb doch damals, dass man diese gewaltbereiten Jugendlichen Asylwerber nicht abschieben kann, weil sie noch nicht erwachsen sind. Jetzt sind sie erwachsen, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo man sie endlich abschieben kann! Macht endlich was!

    einklappen einklappen
  • Chaospeter am 12.01.2019 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Umfrage die genau nix zählt

    Profil Umfrage zählt genau garnix

    einklappen einklappen
  • Eaglehawk am 12.01.2019 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Caritas auf dem falschen Weg

    Auf der Seite der Caritas? Ich liebe Umfragen - die ergeben immer das gewünschte Ergebnis. Die Caritas mag von der Grundidee gut sein - die ausführenden Personen sind es nicht mehr. Hr. Schüller war im Gegensatz zu Landau wenigstens ein weltoffener realistischer und nicht scheinheilig wirkender Leiter.

    einklappen einklappen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Patriot 2111 am 15.01.2019 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Rücktritt wäre besser

    Bin da leider auch sehr skeptisch, was die Linie des Hr Waldhäusl angeht. Niht ohne Grund von Kurz, Blümel auch scharf kritisiert. Es gibt Gott seis gelobt kompetente Blaue zB in Simering - Udo Landbauer würden nicht soviele Schnitzer passieren, andererseits ist der Burschenschafter... ich will ja keine Verschwörungstheorien verbreiten, aber die haben faktisch enormen Einfluss für das, dass sie eine kleine Gruppe sind.

  • Joseph am 13.01.2019 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Komisch; selbst die Heute Umfrage widerspricht dieser "in Auftrag" gegeben Umfrage... Die Caritas gehört zugesperrt; Der Staat muß/sollte Probleme gar nicht erst haben

  • Der echte Statistiker am 13.01.2019 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    In diesem Forum zeigt sich was symptomatisch für u

    man glaubt nur Umfragen, dessen Outcome sich mit der eigenen Ünerzeugung deckt. Ob repräsentativ oder nicht ist dabei egal. Das Zeitalter der alternativen Fakten.

  • AuchneMeinung am 13.01.2019 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Mehrheit

    von Links? Meiner Meinung nach, lachhaft! Mehr als 60 % der Österreicher haben der Flüchtlingspolitik der Linken eine Abfuhr erteilt. Und jetzt kommt man mit etwas Derartigem daher. Die Zustände (1.1 geborene Asylwerber) Verbrechen am Laufband, Unsummen an Geld für den "Unterhalt" und die NGO-Mitarbeiter-Asylwirtschaft sprechen eine ganz andere Sprache.

  • Kri Tischer am 13.01.2019 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Prüfung höchste Zeit

    Es wäre höchste Zeit, die Caritas einmal richtig zu durchleuchten. Wieviel von einem gespendeten Euro kommt bei den Zielpersonen an und wieviel reisst sich der aufgeblasene Managmentapparat unter den Nagel. Da würden sich viele Spender wundern. Und noch etwas, Ehrenamt gibt es bei der Caritas nicht, das macht die Hospitzbewegung. Und an genau diese hat sich die Caritas jahrelang angehängt, um selber Ehrenamt vorzutäuschen. Die Trennung ist bereits vollzogen, wurde aber bewusst der Bevölkerung verschwiegen.