Moscheen-Schließung

08. Juni 2018 22:26; Akt: 08.06.2018 22:26 Print

Betroffene Verbände setzen sich zur Wehr

Die Regierung holt zum Schlag gegen den Extremismus aus. Sieben Moscheen sollen geschlossen, zahlreiche Imame des Landes verwiesen werden.

Verbände wehren sich gegen Maßnahmen der Regierung (Bild: picturedesk.com, Montage)

Verbände wehren sich gegen Maßnahmen der Regierung (Bild: picturedesk.com, Montage)

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Die Arabische Kultusgemeinde Österreich äußerte sich am Freitagabend zu den angekündigten Maßnahmen der Regierung ("heute.at" berichtete) und will vorab betonen, sich "zu den Werten der österreichischen Gesellschaft und zur österreichischen Verfassung" zu bekennen.

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"In den Moscheen der Arabischen Kultusgemeinde wurden – im Gegensatz zu den Moscheen des ATIB – niemals Schlachten mit Kindern nachgespielt. Dennoch werden die im Rahmen der Pressekonferenz der Bundesregierung vorgestellten Maßnahmen mit der Berichterstattung und Bildern von uniformierten Kindern in Moscheen des ATIB begründet. Die Arabische Kultusgemeinde hat keinerlei Berührungspunkte mit ATIB. Auch der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft hat mehrfach bestätigt, dass die Arabische Kultusgemeinde in diese Causa nicht verwickelt ist", so eine Klarstellung.

Außerdem kündigte die Kulturgemeinde an, im Falle der Ausstellung eines Auflösungsbescheids alle zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel ausschöpfen zu wollen.

Kritik an Vorgehensweise

Abgesehen davon bekrittelt die Arabische Kultusgemeinde die Vorgehensweise der Regierung. "Die Auflösung der Arabischen Kultusgemeinde im Rahmen einer Pressekonferenz als Faktum darzustellen, ist aus unserer Sicht sehr fragwürdig, weil noch nicht einmal ein Bescheid vorliegt", heißt es in der Aussendung. In diesem Zusammenhang wirft die Kultusgemeinde der Regierung auch eine Verletzung des Amtsgeheimnisses vor.

"Des Weiteren haben wir starke Zweifel, ob die Minister über die Faktenlage richtig informiert sind." So sei in der Pressekonferenz mehrfach behauptet worden, dass die Arabische Kultusgemeinde über sechs Moscheen verfüge. Tatsächlich sind es aber zehn Moscheeeinrichtungen.

Auch ATIB weist Vorwürfe zurück

Schon zu Mittag bestätigte ATIB-Sprecher Yasar Ersoy im Ö1-Journal zwar, dass Imame in Österreich aus dem Ausland finanziert wurden. Er begründete die Vorgehensweise aber als notwendig, da es in Österreich "keine adäquate Ausbildung" gebe.

Radikalisierungsvorwürfe weist Ersoy aber vehement zurück. So seien in ATIB-Einrichtungen keine türkische Propaganda oder islamistische Inhalte gepredigt worden. "Die Regierung soll mir bitte eine Moschee zeigen, vor der Radikalisierung ausgeht." Man sei an einer gemeinsamen Lösung interessiert, die Regierung solle ATIB als "starken Partner" gewinnen.

Was war passiert?

Die Regierung hat am Freitag angekündigt, im Kampf gegen den radikalen Islamismus erstmals das Islamgesetz aus dem Jahr 2015 anzuwenden und sieben Moscheen in Österreich zuzusperren. Zudem sollen zahlreiche Imame des Landes verwiesen werden.

Eine Moschee wird geschlossen, weil sie illegal betrieben wurde. Die anderen sechs, alle der arabischen Kultusgemeinde zuzuordnen, verstoßen laut Erhebungen des Kultusamtes (Minister Gernot Blümel, ÖVP) gegen das Islamgesetz ("positive Grundeinstellung gegenüber Gesellschaft und Staat").

Die Imame werden wegen des Verdachts aus illegale Auslandsfinanzierung überprüft. So sich der Verdacht erhärtet, wird ihr Aufenthaltstitel in Österreich aufgehoben und sie müssen ausreisen.

Lesen Sie hier: 8 Fragen und Antworten zur Moscheen-Schließung >>>

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Melahat Koc am 10.06.2018 19:11 Report Diesen Beitrag melden

    Gerecht

    Ich finde es respektslos.Wir sind eine gemeinschaft die alle kulturen in sich trägt.Sich mit verschiedenen Sprachen, Relegionen zusammenfast.Ihr habt kein recht uns das zu nehmen an was wir glauben.Alle haben ihre eigenen glaubens weise.Kein Christ geht zur einer mosche und betet zur seinem gott genauso wie kein moslem zur einer kirche geht und betet.Wir beten nicht zu dem selben oder glauben nicht an das selbe aber das ist jedem seins.In dem sinne"Österrech ost ein freies Land".Mit den gedanken macht sich Österreich nur noch schwecher.Den ohne den anderen wäre Österreich ein nichts.

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  • Lara Schmidt am 11.06.2018 17:07 Report Diesen Beitrag melden

    Geht garnicht

    Ich als Christ finde das traurig ....und sowas nennt man Religionsfreiheit?!

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  • Sevki.babaoglu am 11.06.2018 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar

    Das ist die größte Rassismus aller Zeiten. Stellt euch vor der Staatspräsident Erdoan würde die Kirchen schließen

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Ayhan Tezcan am 05.07.2018 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    Religionsfreiheit

    Nein ,das ist der falsche weg Die moschen sollen geöffnet bleiben!

  • Mitwisser am 27.06.2018 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Verfälschte Umfrage

    Da ich selber in einer muslimischen Gemeinde bin kann ich sagen das diese Umfrage völlig verfälscht wurde. Als die Umfrage gestartet wurde, wurde der Link zu dieser Umfrage in muslimischen Gruppen gepostet und es wurde dazu aufgerufen für den Erhalt der Moscheen zu stimmen. Diese Umfrage hat also Null, wirklich NULL Aussagekraft und mit der Realität zu tun. Eine Umfrage soll die Meinung durch einen Querschnitt der Bevölkerung wiedergeben.

  • Kerstin Wolter am 15.06.2018 17:33 Report Diesen Beitrag melden

    Frsu

    Das wäre uneurpäisch und das Recht der Menschen würde verletzt werden.

  • Türke am 15.06.2018 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Arme müslime

    Das ist gegen die menschnnn rechte wir müslim haben auch das wie ein Mensch leben zu können nicht nur christen wir sind alle menschenmnnn aber müslime habens immer schwer werden entweder schlecht gemacht oder werden unter.drückt über müslime sind Menschheit gefühllos sogar müslimische Kinder sind in syrien am verhungern und in palistinaa

  • akp am 15.06.2018 01:13 Report Diesen Beitrag melden

    respektlos

    ich finde das respektlos... wenn in dieser Welt 100000000 Menschen geben, und alle sein freihat habrn sollen.... dann soll die Moschee auch nicht die menschen nicht stören... da es unmöglich ist das alle Menschen in einer Religion anzupassen... denn ich als moslem habe auch zu Christen Respekt auch in der Türkei gibt es Kirchen und keiner sagt was.