Religion in der Schule

14. Mai 2019 16:59; Akt: 14.05.2019 16:59 Print

Mit Kopftüchern sollen auch Kreuze verschwinden

Im Zuge der Debatte um das Kopftuchverbot in der Volksschule fordert die Liste Jetzt einen "religionsfreien Raum" in der Schule, der auch Kreuze ausschließt.

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Die Fraktion Jetzt will die Kreuze aus den Klassenzimmern entfernen lassen. Neu ist dieses Thema zwar nicht, doch gewinnt es im Zuge der Debatte um das Kopftuchverbot an Volksschulen erneut an Brisanz.

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"Religionsfreier Raum"

Laut Jetzt soll die Schule zu einem gänzlich "religionsfreien Raum" werden. Daher will die Partei im Nationalrat einen Entschließungsantrag für ein Verbot von sichtbaren religiösen Symbolen einbringen, kündigte Bildungssprecherin Stephanie Cox am Dienstag an.

Wie erwartet kommt Widerstand seitens der Kirchen und der ÖVP. Es handle sich, so Cox, jedoch um eine "spannende Diskussion", die zu führen sei. In den Augen von Jetzt-Klubobmann Bruno Rossmann sei die Debatte längst "überfällig".

Diskriminierung von Minderheiten

Cox forderte weiters einen Ethikunterricht für alle und dass der konfessionelle Religionsunterricht autonom von den Schulen als Wahlfach angeboten werden könne. Das Kopftuchverbot hält sie für eine "populistische Einzelmaßnahme". Zwar sei sie grundsätzlich dafür, dass Kinder in der Schule kein Kopftuch mehr tragen, es dürfen aber keine Minderheiten diskriminiert werden.

ÖVP-Staatssekretärin Karoline Edtstadler wies die Forderung allerdings prompt zurück. "Das Kreuz ist Symbol unseres europäischen, christlich-jüdischen Erbes und steht absolut nicht zur Diskussion", hielt sie ebenfalls am Dienstag fest.

"Das Kinderkopftuch ist ein politisches Symbol zur Unterdrückung junger Mädchen. Deshalb hat es in der Schule nichts verloren. Wer hier künstlich eine Religionsdebatte entfacht, unterstützt politische Islamisten. Wir wollen alle Kinder in Österreich vor Stigmatisierung, Zwang und sozialem Druck schützen", sagte sie weiters.

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(rfr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eva D. am 14.05.2019 16:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    echt jetzt?

    Seit wann müssen wir uns nach den "Anderen" richten. Die Kreuze haben gefälligst zu bleiben. Was soll dieser Unsinn.

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  • Gegenüber am 14.05.2019 20:48 Report Diesen Beitrag melden

    Vor 2015

    hätte ich auch gesagt, wir brauchen keine Kreuze. Inzwischen brauchen wir sie um deutlich zu machen, dass das Christentum das Fundament unserer Kultur ist. Völlig egal, ob Kirchenmitglied oder nicht. Unserer Erziehung liegen christliche Werte zugrunde.

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  • MElisabeth1964 am 14.05.2019 18:10 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht normal!

    Kann ja nicht sein, wir sind ein Katholisches Land und den Leuten was es nicht passt, dass bei uns Kreuze hängen, die sollen unser Land verlassen, ganz einfach!!

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • schon wieder diese debatte am 15.05.2019 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    um diese gesichtsfetzen

    völlig uninteressant und wird uns nur als wahlzuckerl von den blauen verkauft. die meisten kapieren es halt nicht. sämtliche gegenstände die die zugehörigkei einer religion darstellen, wobei egal sein muss welcher konfessin auch immer, haben in der öffentlichkeit nichts verloren. in schulen und kindergärten schon mal gar nicht. das muss auch für lehrerInnen gelten. ab 16 sollens tun und lassen was denen gefällt, vorher sind solche 'zeichen' abzulehnen.

  • Alex am 15.05.2019 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin Atheist, aber ..

    .. Österreich ist nunmal ein zivilisiertes, christliches Land und daher MUSS das Kreuz, auch wenn es mir und anderen nicht gefällt bleiben, denn unserer Erziehung unterliegen RESPEKT, GLEICHBERECHTIGUNG und andere Charaktereigenschaften die man (meist) in muslimischen Ländern NICHT lernt. Anmerkung: Wem die Gesetze in Österreich nicht gefallen, dann BABA, weil Anpassungen an eine unzivilisierte "Lebens"einstellung ist unerwünscht.

  • Gernot am 15.05.2019 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    Kopftuch = politischer Islam

    Wo sind die ganzen linken Frauenrechtlerinnen, die sich vor 20 Jahren noch gegen das Kopftuch ausgesprochen haben? Alice Schwarzer ist die einzige, von der man diesbezüglich etwas hört. Aber es muss doch auch junge Frauen geben, die sich für die Rechte der Frauen in Österreich und der EU einsetzen. Und dazu gehört nun mal ein generelles Kopftuchverbot. In den 1960ern war der Minirock Zeichen der Befreiung und heute prägen Kopftücher und lange Kleider das Strassenbild. Unfassbar!

  • Lizzy am 15.05.2019 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Früher waren Linke gegen den Islam

    Ich verstehe eines nicht: Jetzt ist die FPÖ in der Regierung und es passiert nicht das, was ein Großteil der Österreicher erwartet, vor allem Wähler dieser Partei, und zwar ein generelles Kopftuchverbot. Ich bin zwar eher Mitte Links positioniert, aber ich bin gegen den Islam und seine Symbole. Warum ist es nicht möglich, im öffentlichen Raum das Kopftuch zu verbieten? Die Kreuzdebatte gabs schon in den 1980er Jahren, da waren sicher viele gegen das Kreuz, die jetzt dafür sind. Aber wir sollten auch ohne christliche Identität stark genug sein um gegen den Islam in Österreich zu sein.

  • Paul am 15.05.2019 07:18 Report Diesen Beitrag melden

    Entfernung ist gar nicht notwendig

    Wenn es keine christliche Mehrheit in der Klasse gibt, dann gibt es bereits jetzt kein Kreuz mehr im Klassenzimmer :-(