Wahl-Schlagabtausch

24. September 2017 15:09; Akt: 24.09.2017 23:26 Print

Die Elefantenrunde: Alle gegen Sebastian Kurz

Erstes Highlight des TV-Wahlkampfs: Auf Puls 4 trafen die Spitzenkandidaten der fünf Parlamentsparteien und Peter Pilz aufeinander.

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Stehpulte mit Lichtstreifen in den Parteifarben, Live-Publikum im Saal, immer wieder (nerviger) Zwischenapplaus der Sympathisanten und ein stark verkühlter FP-Chef: So diskutierten Christian Kern (SP), Sebastian Kurz (VP), Heinz-Christian Strache (FP), Matthias Strolz (Neos), Peter Pilz – nur Kern und Strache mit Krawatte – und Ulrike Lunacek (Grüne) unter der Leitung von Corinna Milborn und Thomas Mohr.

Umfrage
Wenn heute Nationalratswahlen wären, wem würden Sie Ihre Stimme geben?
14 %
20 %
52 %
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3 %
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Insgesamt 30676 Teilnehmer

Die Politiker sollten in Ein-Minuten-Statements und auf einige Fragen sogar nur mit "Ja"/"Nein"-Taferln antworten. Was nicht immer allen gelang – die meisten überzogen. Generalmotto des Diskussionsabends: war die "Gerechtigkeit".

Das waren die Highlights

Neue ÖVP
"Kurz hat den schwarzen Betonblock jetzt türkis angestrichen", meinte Pilz. "Kurz bereitet Schwarz-Blau vor", so Lunacek, "das will ich verhindern."

Spenden an Liste Kurz
"Da spenden Herrschaften für die Liste Kurz, bekommen eine zigfache Rendite", so Pilz. Kurz: "90 Prozent sind Kleinspender."

Erbschaftssteuer
Kurz: "Erbschaftssteuer bestraft jene, die ihr Leben lang gearbeitet und angespart haben." Kern: "Die Steuer soll erst ab einer Million Euro greifen, das trifft nur reichste Erben."

Bildungsstreit
Als Pilz erklärte, "große internationale Konzerne zahlen weniger Steuern als eine Buchhändlerin in Oberpullendorf", erklärte Strolz: "Sie haben wohl Ökonomie am Karl-Marx-Institut studiert." Als Kurz sagte, er wolle die kalte Progression abschaffen, "aber nicht ein paar Tage vor der Wahl", warf ihm Strolz "Taktik vor Tempo" vor, und Pilz erklärte Kurz: "Es gibt einen Unterschied zwischen uns beiden: Ich habe Volkswirtschaft studiert, Sie haben ÖVP gelernt."

Mietobergrenzen
Kern erklärte, sein Modell sehe rund "25 Prozent Senkung der Mieten" vor. Strolz: "Maklergebühren sollen jene zahlen, die den Makler beauftragen." Lunacek: "Obergrenze ja, in Wien zum Beispiel 7,50 Euro pro Quadratmeter." Strache: "Die Deckelung der Mieten erinnert an kommunistische Enteignungsphilosophien." Kurz: "Wir müssen stattdessen den sozialen Wohnbau treffsicherer gestalten."

Sozialleistungen für Flüchtlinge
Strolz: "Jeder, der bleiben darf, soll möglichst rasch auf eigenen Beinen stehen und ins System einzahlen." Kurz: "Keine Geldleistungen für jene, die illegal im Land sind. Und: Entwicklungshilfe an Länder streichen, die nicht bereit sind, Illegale zurückzunehmen." Kern: "Wer Deutsch lernt und Integrationskurse besucht, soll mehr kriegen." Strache: "Zuerst ein paar Jahre arbeiten, um Ansprüche zu erhalten. Davor gibt es Sachleistungen, Unterkunft, Medizin."

Islamgesetz
Kern: "Typische Politikinszenierung – viel Rauch, viel Nebel und am Ende löst man die Probleme nicht." Kurz: "Ich bin immer nur geprügelt worden für meine Positionen. Aber wir haben das Burkaverbot durchgesetzt." Lunacek: "Der Nebelwerfer Burkaverbot löst die wirklichen Probleme für Frauen nicht."

FP-Wirtschaftsprogramm
"Herr Strache argumentiert immer nur für den kleinen Mann, für die kleine Frau ja eher weniger. Mit dem Programm machen Sie Reiche noch reicher, Arme noch ärmer."

Fazit
Eine teils sehr emotionale Diskussion, Neues war aber – nach Sommergesprächen und Duellen – nicht dabei. Großer Angegriffener: Umfrage-Favorit Kurz. Auffallend: Bei den Taferln gab es traute Harmonie zwischen ihm und Strache, mit Kern weniger. Beim Thema Schwarz-Blau vergriff sich Milborn im Ton: "Wollen Sie wirklich was zu Korruption sagen?", fragte sie Strache

Der Liveticker von der Elefantenrunde zum Nachlesen:

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Österreicher am 24.09.2017 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    Kern will Österreich verändern

    Nein, Herr Kern, wir wollen die Regierungspolitik verändern, nicht unser Land! Wir möchten unsere Kultur und unsere Tradition beibehalten und stärken, nicht durch eine völlig falsche Migarationspolitik verändern. Den "Wählerauftrag" haben sie offenbar nicht verstanden.

  • Susi am 24.09.2017 19:50 Report Diesen Beitrag melden

    Apropos Grünen-Facebook Seite zur Show

    Zitat: "und die einzige Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek diskutieren heute über ihre Lösungsansätze" ... Bevor es um Lösungen geht: Was ist eigentlich das Problem für das sie eine Lösung hat? Ampelpärchen? Bundeshymne ändern? Sonst was?

  • Michi am 24.09.2017 20:38 Report Diesen Beitrag melden

    ad Erbschaftssteuer

    Österreicher hinterlassen Österreichern etwas im Todesfall, davon wird Geld abgezapft um es Zumigrierten zu geben. Im Endeffekt wird der Besitz der Österreicher weniger wert. Klar, dass Rot/Grün dafür sind.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Vatsug amulb am 25.09.2017 18:24 Report Diesen Beitrag melden

    Hr.

    Kurz ist nicht fähig Sachprobleme anzusprechen. Bei der uno hatte er keine Zuhörer der Saal war leer. Die ÖVP Schulung mit Schüssl ist zu wenig.

  • gustav Bluma am 25.09.2017 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    ING.

    Kern weis wo von er spricht,hat Fachkompetenz und das Format Österreich zu führen.

  • Puls4 - tut ja ohnehin schon weh am 25.09.2017 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    aber ich hätt da ne Frage

    Gibt es bei denen keine Moderatorinnen die deutlich sprechen können ? Dieses Gezutzele von der Fr. Milborn tut ja in den Ohren weh und man möchte ständig den Fernseher abwischen.

  • franka am 25.09.2017 10:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kurz nur kopiert

    Die Überschrift müsste heißen, alle gegen strache. man ging zwar kurzzeitig auf kurz los, aber das sind Kinkerlitzchen gegen das was strache und hofer bis jetzt über sich ergehen mussten. kurz hatte bis jetzt DIE Gelegenheit etwas zu tun. Er hat nichts getan außer von blau zu kopieren. Gestern hat man es deutlich gesehen. Er hat genau DAS gesagt was strache die ganze Zeit sagte und dafür denunziert wurde. X FPÖ

  • Censorship am 25.09.2017 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Gemeinsam gegen den größten Konkurrenten

    "Die Elefantenrunde: Alle gegen Sebastian Kurz" Was klar ist und war, da alle Kurz fürchten... Einfachsten Beispiel Erbschaftsteuer, ja ich verstehe Kerns Aussage, dass eine Erbschaftssteuer ab 1 Million nur wenige trifft, auch dass man für bis zu 150ha Bauernhöfe eine eigene Regelung treffen will. Allerdings konterte Kurz treffend, man sollte bei den Ausgabe sparen, man gibt 2,7 Milliarden für Flüchtlinge aus und knappe 300 Millionen für Kinder, die nicht in Österreich leben und laut Kurz, wo man nicht einmal sicher sein kann, dass die überhaupt existieren!

    • Sab. am 26.09.2017 15:36 Report Diesen Beitrag melden

      Wieso lassen sich so viele blenden?

      ... und die FPÖ sagt das schon lange....

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