Protestaktion in Wien

05. Dezember 2018 15:57; Akt: 05.12.2018 19:16 Print

Das Plastiksackerl-Verbot kommt 2020

Das Totalverbot von Plastiksackerl ab 2020 hat heute den Ministerrat passiert. In Wien wurde trotzdem protestiert.

Plastiksackerlverbot im Lebensmittelhandel kommt ab 2020. (Bild: picturedesk.com)

Plastiksackerlverbot im Lebensmittelhandel kommt ab 2020. (Bild: picturedesk.com)

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"Wir setzen damit einen Meilenstein im Umweltschutz", erklärt Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger am Mittwoch zum Beschluss des Plastiksackerlverbots ab 2020. Mehr als 400 Millionen Plastiksackerl seien derzeit allein über den Lebensmittelhandel pro Jahr im Umlauf. Das sind 5.000 bis 7.000 Tonnen Plastikmüll im Jahr.

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"Es gibt genügend gute Alternativen, wir brauchen keine Plastiksackerl mehr in Österreich", meint Köstinger. Für den Einkauf seien Stoffsackerl die beste Alternative. Auch Papiersackerl würden zumindest nach der Nutzung besser verrotten oder könnten recycled werden.

Als Plastiksackerl zu verstehen sind übrigens alle Produkte, die einen Henkel oder ein Griffloch haben. Ergänzend zum Plastiksackerlverbot plant die Regierung auch eine Reduktion von Plastikverpackungen in der Höhe von 20 bis 25 Prozent. "Damit wollen wir weitere 60.000 Tonnen Plastik vermeiden", so Köstinger.

Ebenso soll ab 2020 ein Verbot für die Beimengung von Mikroplastik in Kosmetik- oder Reinigungsprodukten kommen, sofern es davor keine europäische Lösung dafür gibt. Auf EU-Ebene wird derzeit unter österreichischem Vorsitz über die "Single Use Plastics"-Richtlinie verhandelt. Durch diese Richtlinie sollen weitere Wegwerfartikel aus Plastik, wie etwa Becher, Plastikbesteck, Wattestäbchen, usw. verboten werden.

Bundeskanzler Sebastian Kurz erklärte dazu, dass sich Österreich bewusst zu einer Vorreiterrolle entschlossen habe. Fünf Jahre früher als von der EU geplant werden die Plastiksackerl aus den heimischen Geschäften verbannt.

Prominenter Protest auf der Kärntner Straße

Das Plastiksackerlverbot wird von vielen Seiten begrüßt, allen voran Umweltschützer freuen sich, warnen aber zeitgleich vor falschen Alternativen.

Greenpeace startete am Mittwoch eine Aktion gegen Wegwerfsackerl. Vor der Peek & Cloppenburg Filiale auf der Kärntner Straße hat die Umweltschutzorganisation mit prominenter Unterstützung mit einem 16 Meter langen Catwalk für Aufsehen gesorgt. SOKO-Schauspielerin Lilian Klebow und ihr Ehemann und Schauspiel-Kollege Erich Altenkopf sind dafür in Plastik-Outfits geschlüpft. Ein Kleid und ein Anzug wurden aus Wegwerfsackerl "geschneidert" – jeweils 17 Sackerl stammten von Peek & Cloppenburg. Das sei in etwa die Anzahl an Wegwerfsackerln, die der Konzern pro Minute in Österreich kostenlos ausgibt. In der gesamten Bekleidungsbranche sind es laut Greenpeace-Berechnungen etwa 80 Millionen Sackerl.

(Quelle: Video3)

Hinsichtlich des Plastiksackerlverbots der Regierung warnt Greenpeace vor falschen Lösungen wie Papier oder Bioplastik. Die einzig umweltschonende Alternative sei Mehrweg. Generell wird das Verbot begrüßt, sollte aber viel früher schon freiwillig von den Betrieben – wie etwa Peek & Cloppenburg – umgesetzt werden.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pussy am 05.12.2018 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn alles Plastik verbannen

    Plastiksackerl sind ein Problem und alles ist in Plastik eingewickelt das ist kein Problem?

    einklappen einklappen
  • Karlo am 05.12.2018 18:55 Report Diesen Beitrag melden

    Mogelpackungen

    Plastiksackerln zu verbannen ist gut, aber es wäre noch vieles zu tun. Es gibt so viele Mogelpackungen, große Packungen mit wenig Inhalt. Wenn man dies verbieten würde, hätte man die Irreführung der Konsumenten weg und auch weniger Müll. Aber da ist wohl die Wirtschaft dagegen.

  • Kein Wähler mehr am 05.12.2018 17:29 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Spaß in der Zukunft

    3 dinge im leben sind wichtig. Wasser Brot und ein Haus mit Familie.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • harald am 06.12.2018 10:53 Report Diesen Beitrag melden

    relativ armselig

    Photo oben Peek a. Cl - "Plastiks. sind sowas von out"...nur das Beste: die ganzen Klamotten/Fetzen die dann in weiterer Folge ins Papiersackerl kommen, bestehen heutzutage zu einem Großteil aus Kunstfasern/Plastik...also alles relativ, relativ armselig

  • Knut Randauch am 06.12.2018 00:10 Report Diesen Beitrag melden

    Österreich stellt ca. 1%o

    (1 Promille) der Weltbevölkerung. Das heißt, nun werden statt 1000 Plastiksackerln nur noch 999 in die Meere gespült. Aber immerhin ein Anfang.

  • mcgyver am 05.12.2018 21:03 Report Diesen Beitrag melden

    das Plastiksackerlverbot

    kann nur der Anfang sein!!! Warum hat man nicht gleich auch auf die Getränkedosen und Plastikgetränkeflaschen wie in Deutschland ein Pfand eingeführt??? - Dann werden sicher nicht die Behältnisse fallengelassen, wo sie ausgetrunken worden sind....

  • Viel SPaß am 05.12.2018 19:00 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstmörder

    Plastik. Was ist in dein Auto nicht aus PASTIK. Schi fahren ist geil, aber ohne LIFT.

  • Karlo am 05.12.2018 18:55 Report Diesen Beitrag melden

    Mogelpackungen

    Plastiksackerln zu verbannen ist gut, aber es wäre noch vieles zu tun. Es gibt so viele Mogelpackungen, große Packungen mit wenig Inhalt. Wenn man dies verbieten würde, hätte man die Irreführung der Konsumenten weg und auch weniger Müll. Aber da ist wohl die Wirtschaft dagegen.