Mehrbelastung

28. September 2018 14:57; Akt: 28.09.2018 17:16 Print

Reform kostet Kassen und AUVA über eine Milliarde

Was die Regierung plant, wird die Kassen teuer kommen, rechnen nun erstmals Experten vor. Über eine Milliarde Mehrbelastung kommen heraus.

Die Kassenreform soll laut Experten mehr kosten als sie bringt. (Bild: Helmut Graf, picturedesk.com, Montage)

Die Kassenreform soll laut Experten mehr kosten als sie bringt. (Bild: Helmut Graf, picturedesk.com, Montage)

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Die Regierung will die neun Gebietskrankenkassen zur Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) zusammenführen, die AUVA wurde mit einem strengen Sparkurs belegt. Seit kurzem gibt es einen konkreten Gesetzesentwurf zu diesem Vorhaben.

Das Einsparungsversprechen der Regierung wird von allen angezweifelt. Dem nicht genug, haben Sozialversicherungsexperten nun durchgerechnet, was die Reform überhaupt kosten würde.

Zwar spricht die Regierung davon, bis 2023 eine Milliarde Euro durch schlankere Strukturen einsparen zu können, doch scheint die Reform mehr zu kosten als sie bringt.

Kostet mehr als sie bringt
Denn die Krankenkassen müssten laut Sozialversicherungsexperten von 2019 bis 2023 mit einer finanziellen Mehrbelastung von 483 Millionen Euro rechnen. Auf die AUVA kommen sogar 603 Mio. Euro zu. Macht insgesamt eine Mehrbelastung von 1,08 Milliarden Euro.

Noch hinzu kommen die Kosten für die eigentliche Zusammenlegung der Kassen (Fusionskosten). Diese werden auf 500 Millionen Euro geschätzt.

Einsparungen, aber wo?
Die Regierung hingegen hat ein Einsparungspotenzial von einer Milliarde Euro versprochen. Im besten Fall wäre die Kassenreform also ein Nullsummenspiel (mit 500 Mio. Euro Fusionskosten zusätzlich).

Die Verschlankung des Verwaltungsapparates wird als großer Faktor ins Treffen geführt. 1.520 Funktionäre würden "eingespart". Man wolle gegen das "aufgeblähte System" vorgehen und keinesfalls an den Leistungen für die Patienten sparen.

Damit kann man aber keinesfalls eine Milliarde sparen, glauben die Experten. Die Kosten für die Selbstverwaltung (Sitzungsgelder für Funktionäre, Zahlungen für Obleute und Direktoren, Fahrtkosten) betrugen 2017 etwa 5,3 Mio. Euro.

Wo die Milliarde herkommen soll, hat noch kein Analyst ergründen können. Im Gesetzesentwurf ist davon übrigens auch keine Rede mehr: Dort spricht die Regierung lediglich von 33 Mio. Euro Einsparungen bis 2023 und 350 Millionen bis 2026.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Korbi am 28.09.2018 15:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles für die Unternehmer

    Das was prophezeit wurde hat sich als wahr herausgestellt. aber immerhin die Unternehmer sparen als einzige. hat die Wirtschaftspartei wieder ihr Klientel unterstützt und der Steuerzahler zahlts.

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  • Lorenz am 28.09.2018 17:20 Report Diesen Beitrag melden

    traurig

    Ich würde mir von der Gesundheitsministerin einen wirksamen Nichtraucherschutz wünschen - das ist aber kein Thema. Dafür macht man eine Reform, die mehr kostet, als sie bringt - nur um wenigstens irgendwas vorweisen zu können und vermutlich um den Unternehmern sparen zu helfen.

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  • Rosamunde P am 28.09.2018 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    das böse Erwachen

    Naja dann ist das wohl nur eine Umfärbung die dem Steuerzahler wieder einmal ein Vermögen kostet.Naja klopft euch mal alle auf die Schultern, denn ihr wolltet das ja so. Wenn man die Kommentare hier so durchliest dann kann man schon sagen dass sich viele bereits die Irrsten Kommentare einfallen lasse um eben nicht zugeben zu müssen dass sie sich bei der Abgabe des Stimmzettels geirrt haben. oder eben getäuscht wurden.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Sabine W. am 30.09.2018 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    selbsternannte InzuchtexpertInnen

    Und wieder eine horde selbsternannter ExperteInnen giessen Öl ins Feuer. Fragen wir mal nach: Wer sind diese ExpertInnen und woher kommen sie? Wer hat sie bezahlt? Ah ja! Alles klar ;-). Einfach das Gebäude das Hauptverbandes nicht renovieren bzw. neu bauen sondern verkaufen. Wären schon ein Haufen Millionen die da übrig bleiben. Aber ums Geld von uns Versicherten ist den Herrschaften ja nichts zu teuer!

    • Karl Heinz am 30.09.2018 14:45 Report Diesen Beitrag melden

      @Sabine

      Billig verkaufen und dann teuer einmieten damit die Wirtschaftsbosse und die korrupten Politiker kräftig mitkassieren können. BUWOG, Telekom, Terminal,,,,,,

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  • Anton am 30.09.2018 07:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte mal das kleine einmal eins lernen

    Wenn man Mitdenken würde, und nicht nur alle Zeitungsartikeln blind liest und vertraut, müsste es ja dem einen oder anderen etwas auffallen. Wie kann eine Zusammenlegung z.B. diese Unmögliche Summe kosten? Wenn man was zusammenlegt, dann hat man von Anfang an Einsparrungen... (wobei hier zu hinterfragen ist, wer überlegt sich so etwas, das allen Österreich schlecht bekommt.. okay, anderes Thema) Das kleine einmal eins: Ich betreibe z.B. drei Häuser und verkaufe eines davon. Jetzt habe ich nur mehr die Kosten von zwei und den Gewinn vom Verkauf. Ergibt nach Adam Riese ein Plus.

    • Thomas Bog am 30.09.2018 10:44 Report Diesen Beitrag melden

      Bitte sich mal erkundigen

      Anscheinend haben sie keine Ahnung von der Materie. Bisher hat jede Fusionierung Mehrkosten verursacht. Könnens gerne bei der PVA oder VAEB nachfragen. Auch die 500 Millionen der AUVA muss nun die GKK zahlen. Die Leistungen werden angeblich ja auch nicht gekürzt. Diese Leistungsharmonisierung hat bisher rund 50 Millionen Mehrkosten verursacht. Quelle Hauptverband. Also 1 Milliarde Mehrkosten sind wahrscheinlicher als ein paar Millionen Einsparungen.

    • Wolfgang am 30.09.2018 12:39 Report Diesen Beitrag melden

      Danke Anton

      Lieber Anton, bitte denke selber ein wenig nach, bevor Sie so einen Unsinn posten. Dank Ihnen haben wir den Salat in der Regierung.

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  • Gerhard Waiz am 29.09.2018 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Zerstörungswut oder Unfähigkeit?

    Wenn das Ziel die Zerstörung der Sozialversicherung ist, dann kann man diese "Reform" wohl als gelungen bezeichnen. Andernfalls müsste es sich ja um blanke Unfähigkeit der verantwortlichen Minister inkl. Kanzler und Vizekanzler handeln.

  • Franz Absberg am 29.09.2018 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Hexeneinmaleins

    Seit Jahrzehnte wird eine Reform der über 20 Kassen gefordert. Endlich ist sie erfolgt und natürlich sind 20 Generaldirektoren und ihr Anhang, die ihre Privilegien verlieren, mit allen Argumenten dagegen. Wenn man dieser Logik folgt, dass eine Reduzierung auf 5 eine Milliarde kostet, sollte man die Kassen auf mehr als 40 aufstocken es müsste dann einen Milliardengewinn geben.

  • Mich am 29.09.2018 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Jaja

    Jaja diese Regierung kann halt auch nicht zaubern... und das wird nicht das einzige Thema sein was sie nicht einhalten können!? Und wer wirds richten? Die lieben Steuerzahler