Alle Infos auf einen Blick

08. Oktober 2018 11:05; Akt: 08.10.2018 12:40 Print

Pensionen steigen, was Sie jetzt dazu wissen müssen

Kommendes Jahr sollen die Pensionen leicht erhöht werden, verspricht Türkis-Blau. "Heute" hat die wichtigsten Infos zur geplanten Reform.

Österreichs Pensionisten dürfen sich im kommenden Jahr über eine leichte Erhöhung ihrer Rentenzahlungen freuen. (Bild: iStock)

Österreichs Pensionisten dürfen sich im kommenden Jahr über eine leichte Erhöhung ihrer Rentenzahlungen freuen. (Bild: iStock)

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Beim geplanten Ministerrat in dieser Woche möchte die Türkis-Blaue Bundesregierung auch ihre bereits angekündigte Pensionsreform präsentieren. Ein entsprechender Gesetzesentwurf soll ebenfalls gleich eingebracht werden.

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Das ändert sich durch die Pensionserhöhung

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Regierung primär niedrigere Pensionseinkommen stärken möchte. Pensionen bis zu 1.115 Euro sollen um 2,6 Prozent erhöht werden, was einen Großteil der österreichischen Pensionsempfängern zu gute kommen würde. Über dieser Grenze soll die Pensionserhöhung von 2,6 Prozent langsam auf die 2,0 Prozent Inflationsabgeltung zurückgeführt werden, für Pensionen über der ASVG-Höchstgrenze von 3.402 Euro/monatlich soll es einen Fixbetrag von 68 Euro im Monat extra geben

Prozentuell gesehen erhalten kleinere Pensionseinkommen also größere Erhöhungen, in absoluten Zahlen gesehen werden dennoch die höheren Pensionen stärker erhöht als die kleineren. Ein Beispiel: Bei 1.115 Euro Pension (sog. ASVG-Medienpension) erhält man durch die Steuerreform der Regierung künftig 28,99 Euro oder eben 2,6 % mehr. Eine Person mit einer ASVG-Höchstpension von 3.402 Euro/monatlich darf sich hingegen über 68 Euro mehr im Monat freuen. Die Erhöhung der Höchstpension fällt damit letztlich in absoluten Zahlen um rund 135% höher aus, als jene der Mindestpensionen.

Das kostet die Pensionserhöhung

Die Kosten des türkis-blauen Pensionspaketes belaufen sich laut Angaben der Regierung auf rund eine Milliarde Euro. Diese Ausgaben dürften aufgrund der derzeitigen guten Konjunktur und der steigenden Steuereinnahmen zu keiner zusätzlichen Belastung des Budgets des Bundes führen.

Das sagt die Regierung

Die Minister der türkis-blauen Regierung sehen in der geplanten Pensionsreform wenig überraschend einen großen Wurf. Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) etwa betonte bereits am Wochenende, dass diese Regierung "den klaren Willen" habe, "das Pensionssystem der SPÖ-geführten Vorgängerregierung" reparieren zu wollen. Das Ziel sei letztlich mehr "Fairness im System", so Hartinger-Klein.

Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) sieht dies ähnlich. Seiner Meinung nach würden mit der Reform endlich jene Menschen entlastet, "die so hart dafür gearbeitet haben, unser Land zu dem zu machen, was es heute ist." Das jetzt die Bezieher von kleinen Pensionen, zumindest prozentuell gesehen, stärker unterstützt werden ist für Löger ein Zeichen "unseres Verständnisses von sozialer Gerechtigkeit."

Bereits bei der ersten Ankündigung der Pensionserhöhungen im August dieses Jahres hatte man von Seiten der Regierung darauf hingewiesen, dass man jetzt die Pensionen stärker erhöhen würde als die sozialdemokratisch geleiteten Vorgängerregierungen. Das oftmals auch das ÖVP-geleitete Finanzministerium der schärfste Gegensprecher bei möglichen früheren Pensionserhöhungen gewesen war, ließ man an dieser Stelle hingegen unerwähnt.

Das sagt die Opposition

Wenig überraschend hagelt es an der geplanten Reform Kritik aus den Reihen der Opposition. Die SPÖ etwa nannte die geplanten Erhöhungen der Pensionen "beschämend". Besonders deutliche Kritik an der Reform kommt auch vom Pensionistenverband der Sozialdemokraten.

Kommt die Reform nämlich wie geplant, dann befürchtet Pensionistenverbandspräsident Peter Kostelka nämlich de facto einen Kaufkraftverlust vor allem bei schwächeren Einkommen: „Die 2,0 bis 2,6 Prozent brutto sind angesichts einer realen Nettoteuerung von rund vier Prozent eindeutig zu wenig. Die Regierung beschert den Pensionisten einen massiven Kaufkraftverlust“.

Für Kostelka ist die Ankündigung der Regierung das Pensionssystem "reparieren" zu wollen daher nur als "Fake News" zu bewerten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • genug am 08.10.2018 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    gleicher ?

    fair wäre nur ein einheitlicher pensionserhöhungsbetrag für alle pensionisten. sonst geht die schere noch weiter auf. warum sollen ein paar butter essen können und die anderen margarine. wird auch für alle gleich teurer !

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  • Tina am 08.10.2018 13:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Pensionen wäre besser

    Ich finde es eher "mager" die niedrige Pension um nur 28.- zu erhöhen. Ist nicht fair, wenn man bedenkt, dass Flüchtlinge, bzw Wirtschaftsflüchtlinge die noch nie was einbezahlt haben, um die 900.- Mindestsicherung bekommen.

  • Karl Haderer am 08.10.2018 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    Betrug an Pensionisten

    Die Schere geht immer weiter auseinander, diese Regierung will uns Pensionisten für dumm verkaufen, wir können rechnen im Gegensatz zu euch, der totale Betrug an uns die dieses Land groß gemacht an.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Bernhard am 10.10.2018 12:11 Report Diesen Beitrag melden

    Oberwalder

    Mit den klein Pensionisten wird ein übles Spiel getrieben! Eine Schande ist das.

  • Original Selector am 09.10.2018 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    Das Schlimme ist die große Kluft

    zwischen der Unter- und Mittelschicht. Die zerreißt unsere Gesellschaft. Schuld daran ist die gierige Ausbeuterwirtschaft die keine Löhne zahlen will.

  • Eva am 09.10.2018 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    Mindestpension

    Eine Mindest- Pensionistin bekommt minus Abzüge 339,-. Bei 2,9% sind das 9,- Erhöhung! Es ist Würdelos wenn Frauen gearbeitet, Kinder erzogen ( neue Steuerzahler), alte Verwandte gepflegt haben. Bitte nicht auf alte Regierung rausreden! Wie lange sind die neuen an der Macht?

  • Neurentner am 09.10.2018 08:23 Report Diesen Beitrag melden

    ich schau sowieso durch die Finger

    bin seit Jänner in Pension und bekomme daher keine Erhöhung/Inflationsabgleichung für 2018. Meine erste Erhöhung kriege ich erst mit Jänner 2020. Dafür bekommen Rot/Blau/Türkis auch nicht meine Stimme bei Wahlen!

    • Hans Blöesel am 09.10.2018 09:09 Report Diesen Beitrag melden

      Meine Stimme

      Sie werdens überleben.

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  • Free am 08.10.2018 16:50 Report Diesen Beitrag melden

    @emmi33

    Eine Ausgleichszulage gibt es nur - wenn die eigene Pension niedrige ist. Das heißt die derzeitige Mindestpension von brutto 909,42 Euro und das für Alleinstehende - dann gibt es die Ausgleichszulgage. Wenn für Alleinstende, die 360 Beitragsmonate der Pflichtversicherung auf Grund einer Erwerbstätigkeit erworben haben brutto 1.022,00 Euro bzw. da gibt es keine Ausgleichszulage. Dasselbe für Ehepaare brutto 1.363,52 Euro und da gibt es auch keine Ausgleichszulage usw.