ÖVP-Chef Kurz im Talk

26. Juni 2019 21:26; Akt: 26.06.2019 21:59 Print

"Man erkennt, dass Video aus dem SPÖ-Eck kommt"

Sebastian Kurz war am Abend bei Puls 4 zum Sommergespräch geladen. Dort schilderte er seine persönliche Theorie zu den Hintergründen des Ibiza-Videos.

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Vor Beginn des Intensiv-Wahlkampfs lädt Puls4-Infochefin Corinna Milborn alle sechs Parteichefs zum Polit-Talk über die Geschehnisse des letzten Monats und ihre Strategie für den kommenden Wahlkampf. Im September sind die Österreicher dazu aufgerufen, eine neue Regierung zu wählen.

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Wie hat sich Sebastian Kurz im Puls4-Talk geschlagen?

FPÖ und Grüne waren am 19. Juni an der Reihe, heute Abend wurde ÖVP-Parteiobmann und Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz zu seinen Zielen für das Land befragt.

Hier die wichtigsten Zitate zusammengefasst:

Über die Zusammenarbeit mit der FPÖ und das Ibiza-Video:

"Genauso gut wie die Zusammenarbeit war, genauso heftig war das Ende durch die Konfrontation mit dem Video."

"Das ganze Video habe ich nach wie vor nicht gesehen."

"Ich habe ihn [Anm.: Strache] so nicht erlebt. Ich war mehr als überrascht. Es war wie ein Schlag, wie eine Bombe, die blitzartig die Karriere von Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus beendet hat. Es war genauso eine Bombe, die unsere Regierungsarbeit zerstört hat."

Theorie zum Video:

"Ich habe auch eine Theorie dazu, wer hinter dem Video steckt. [...] Man weiß, in welcher Kanzlei der verdächtige Anwalt einmal tätig war, in der Kanzlei Lansky, der ist bekannt SPÖ-nahe, man weiß auch, für welche Personen diese Detektive tätig waren. Sie waren tätig für ÖBB unter Christian Kern. Wenn man alle Puzzleteile zusammenfügt, dann erkennt man, dass es aus dem SPÖ-Eck kommt."

"Ich habe meine eigenen Erfahrungen mit Tal Silberstein gemacht. (...) Ich kenne all die üblen Tricks mittlerweile. Wenn man all das einmal persönlich erlebt hat, vergisst man das nicht."

Über Wahlkampfkosten und Parteispenden:

"Wir haben für den Wahlkampf ein Budget von sieben Millionen, weil wir nicht mehr ausgeben dürfen."

"Wir haben die Grenze beim letzten Mal überschritten, dafür bezahlen wir jetzt unsere Strafe."

"Das Wichtigste ist mehr Transparenz und die Reduktion der Parteienförderung."

Zum Thema Pflege:

"Wir haben ein sehr gutes System. Man hat aber nicht auf die Pflege geachtet. (...) Was wir wollen ist eine nachhaltige Lösung, um die Pflege für alle langfristig gewährleisten zu können."

"Das Geld kommt wie immer immer von den SteuerzahlerInnen und von den Versicherten."

Über die SV-Zusammenlegung und die Ankündigung der Regierung, dadurch eine Milliarde einzusparen: "Jetzt kann man darüber diskutieren, wie schnell sich diese Milliarde lukrieren lässt. Aber jeder Euro, der sich einsparen lässt und bei den Patienten ankommt, ist ein guter. Sie können nicht nur über Kündigungen arbeiten, sondern auch über den Weg, dass Posten von Menschen, die Pension gehen, nicht nachbesetzt werden."

Zum Thema Klimapolitik:

"Wir sind noch nicht zu allem gekommen, was wir machen wollten. Vieles war geplant, was so nicht mehr umgesetzt werden konnte und hoffentlich nach der Wahl noch passieren wird."

"Ja, wir müssen viel tun, um gegen den Klimawandel anzukämpfen und im Umweltschutz noch besser zu werden."

"Wenn wir gewählt werden sollten, würden wir vor allem versuchen beim Verkehr anzusetzen. Da haben wir die meisten Probleme. Hier wäre es falsch, bei Steuern anzusetzen, das würde den ländlichen Raum und die sozial Schwachen treffen. (...) Wir wollen keine CO2-Steuer."

Zum Thema Migration:

"Ich glaube, dass es insgesamt beim Migrationsthema eine deutliche Entwicklung in die richtige Richtung gibt. (...) Wir haben leider noch immer zu viele Menschen, die im Mittelmeer sterben. Aber es sterben mittlerweile deutlich weniger. Jeder Einzelne ist natürlich einer zu viel. Aber die Richtung stimmt."

"Wir sind als EU angewiesen, mit den Staaten in Nordafrika – auch Libyen – zusammenzuarbeiten, um illegale Schlepper zu stoppen."

"Je konsequenter wir darin sind, dass Menschen gar nicht erst aufbrechen, desto schneller werden immer weniger Menschen im Mittelmeer ertrinken ."

Zum Thema Regierung und Koalition:

"Ich habe in meinem Regierungsteam immer auf Experten gesetzt und sollte ich wieder Kanzler werden, werde ich wieder auf Experten setzen."

"Ich glaube, dass Herbert Kickl nicht der Richtige ist, um ein Innenministerium zu bekleiden und ich denke nicht, dass ihn der Bundespräsident angeloben würde."

"Eine Minderheitsregierung ist auch möglich. Für Österreich ist es ungewöhnlich, international nicht unbedingt. Aber man kann in Umweltfragen mit den Grünen arbeiten, in Migrationsfragen mit der FPÖ. Das wäre gar kein Widerspruch. Und auch mit den NEOS in gewissen Bereichen. Bei Transparenz und Reduktion von Parteienfinanzierung sind wir jetzt schon mit ihnen handelseins."

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(ek)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fred von Jupiter am 27.06.2019 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Er wird immer unglaubwürdiger

    Ich glaube eher, dass die Auftraggeber für das Video aus den Reihen der ÖVP kommen. Kurz konnte mit der Veröffentlichung auf 3 Dinge spekulieren. 1) die Rechtspopulisten sollten vor der EU Wahl geschwächt werden. 2) er konnte mehrere unliebsame Minister der FPÖ demontieren oder gleich die Koalition mit einer geschwächten FPÖ platzen lassen. 3) bei Neuwahlen, egal aus welchen Gründen diese notwendig würden, konnte aufgrund der eklatanten Dauerschwäche und des für die FPÖ desaströsen Videos nur er gewinnen. - Somit konnte es bei Veröffentlichung nur ihn als Gewinner geben.

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  • Rainer Wahnsinn am 27.06.2019 07:38 Report Diesen Beitrag melden

    Tatsache

    ist, dass das Video eigentlich nur einer Partei (einer Person) hilft. - KURZ gesagt der Zeitpunkt der Veröffentlichung spielt nur Türkis in die Karten

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  • Sigi am 27.06.2019 00:12 Report Diesen Beitrag melden

    fair

    Kurz sieht die Fehler immer bei den anderen, nie bei sich selbst. Er war weder zu Mitterlehner fair, noch zu den Koalitionspartnern. Er kritisiert aber gerne andere, dass sie nicht fair sind und lanciert Vermutungen, was auch nicht gerade fair ist....

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • F.P.K. am 29.06.2019 19:22 Report Diesen Beitrag melden

    Nationalratswahl 2019

    Ich sage schon jetzt: Die Müllabfuhr muss Sonderschichten einlegen! Kein gescheites Programm....aber Anpatzen ohne Ende wird 14 Tage vor der Wahl geschehen. Der schmutzigste aller bisherigen "Wahlkämpfe" droht. Silberstein und Co expandieren bereits!

  • 1002Himmelszelt am 28.06.2019 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    Oscarreife Rosstäuschung

    Zuerst spricht K. dauernd (rhetorisch umarmend) von "WIR diskutieren gemeinsam" bis Milborn klarstellt: "ich stelle nur Fragen, ich diskutiere nicht." Dann stellt sie mehrmals eine Frage zu seiner Einstellung zur Kürzung der Parteispenden, die K. nicht beantworten will. Wie lenkt man ab? Man blafft Milborn 3x an "ich bitte Sie, lügen Sie nicht... Sie lügen... Sie lügen!" (Offenbar ist sie zu gut erzogen, um zurückzufragen: Lügen SIE?, sondern sie betont, sie stelle nur eine Frage.) Und die dritte rhetorische Trickserei besteht darin, zu Ibiza aus ÖVP-Querverbindungen plötzlich SPÖ zu machen.

  • Lügen.. am 27.06.2019 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    Verbreitung von

    unbewiesenen Gerüchten ist STRAFBAR, Herr Kurz. Wenn sie Beweise haben, dann zeigen sie sie her. So schaut das eher nach Ablenkung aus.

  • Werner am 27.06.2019 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Brisanter Email-Verkehr

    Kurz lanciert gerne Gerüchte, um von Fakten abzulenken, die ihn schwer belasten. Zum Beispiel der Email-Verkehr, den er selbst aufs Tablet brachte. Die Ausrede, die Kurz hier lieferte, war ja mehr als peinlich. Der Typ hat ausgedient. Das süffisante Grinsen wird ihm noch vergehen.

  • Erwin K. am 27.06.2019 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    "Falsche Messias" hat gesprochen

    Unglaublich, wie der Altkanzler diverse Mitbewerber in den Dreck ziehen will, es ist für Österreich zu hoffen, dass dieses Messias gehabe von den Wählern richtig goutiert wird.