Heikle Russland-Reise

28. Februar 2018 08:34; Akt: 28.02.2018 14:16 Print

Putin empfängt Kanzler Kurz trotz Erkrankung

In den Flieger stieg Kanzler Kurz schon am Dienstagabend, am Mittwoch trifft er in Moskau bei frischen Temperaturen Präsident Putin, der sich trotz Erkrankung Zeit nimmt.

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Bundeskanzler Sebastian Kurz landete am Dienstagabend – er flog wie gewohnt Economy – bei eisigen minus 18 Grad in Russlands Hauptstadt. Mit Blaulicht und Polizeieskorte wurde Kurz vom Flughafen in sein Hotel gebracht.

Am Mittwochnachmittag um 14 Uhr (Ortszeit) trifft der VP-Chef dann auf den russischen Präsidenten Vladimir Putin. Dieser sagte derzeit alle Wahlkampfauftritte krankheitsbedingt ab, den österreichischen Kanzler wollte er aber dennoch treffen. Es ist dies nach 2014 und 2016 bereits das dritte Treffen zwischen Kurz und Putin.

Russlands Staatschef betont damit einmal mehr, dass er Österreich sehr schätzt. Immerhin habe er hier Schifahren gelernt. Deutsch hat Putin übrigens in der DDR gelernt, dennoch sei Österreich für ihn immer gewissermaßen das "schönere Deutschland" gewesen, so die Einschätzung von Emil Brix, ehemaliger Botschafter in Moskau, im "Ö1 Morgenjournal".

Heikle Reise

Im Rahmen seines Besuchs werde Kurz jedenfalls auch kontroverse Themen wie die bilateralen Beziehungen, das Verhältnis zwischen Russland und der EU, die Ukraine und Syrien ansprechen. Er werde die entsprechenden EU-Positionen vertreten, hieß es im Vorfeld aus dem Bundeskanzleramt. Vor dem Hintergrund der bestehenden EU-Sanktionen gegen Russland begibt sich Kurz damit auf heikles Terrain.

Zum Krisenherd Ostukraine meinte Kurz: "Es ist sinnvoll, dass über eine UN-Blauhelm-Lösung nachgedacht wird." Österreich könne hier eine wichtige Rolle übernehmen. "Wir stehen grundsätzlich bereit." In Syrien wiederum habe Russland die Verantwortung mitzuwirken, dass das Blutvergießen beendet werde. Er werde das "im Namen vieler europäischer Partner einfordern."

Auf die Frage, ob ihm Russland-Freund Strache Tipps mit auf den Weg gegeben habe, antwortete der Kanzler mit einem knappen "Nein".

"Ich treffe heute den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau. Klares Ziel ist es, die Spannungen zwischen Russland und der EU abzubauen", kündigte Kanzler Kurz am Mittwochvormittag selbst mit einem Facebook-Video live aus Moskau an.

Für die russische Seite ist es ein Termin, der dem Land bestimmt gelegen kommt. Putin möchte nach Einschätzung von Brix gerne mit Europäern ins Gespräch kommen, mit Österreich sei das einfacher als mit anderen EU-Ländern. Gerade mit Sebastian Kurz pflegte der Kremlchef immer schon eine gute Beziehung. "Daraus könnte Männerfreundschaft werden", so Brix.

Putin tritt zur Präsidentenwahl 2018 an

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Franz Absberg am 28.02.2018 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtige Partnerschaft

    Russland ist ein wichtiger Partner, Kurz sollte sich in der EU bemühen die Sanktionen zu beenden, sie schaden uns enorm und sind praktisch erfolglos!

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  • zimbo am 28.02.2018 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ordentlicher Präsident !

    Aber es wird über ihn hergezogen.

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  • Korbi am 28.02.2018 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    neuer Job, alte Gewohnheiten

    Dafür, dass Kurz nicht mehr Außenminister sondern Kanzler ist, ist er aber sehr selten im eigenen Land (und fehlt deshalb bei diversen Terminen zb heute im Nationalrat)

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Robert am 28.02.2018 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Nur eine Einheit kann das stemmen!

    Man könnte schon Angst bekommen, Kurz sollte Europa stärken und nicht schwächen mit seinen dauernden Besuchen bei Menschen die mit Sicherheit in der derzeitigen keine Partner sind. Zuerst Orban jetzt Putin wer ist der nächste? Also ehrlich ja Russland Wirtschaft usw. aber mit Leuten wie mit Putin kann man nicht reden, der müsste sich 180 Grad ändern endlich einmal beginnen Menschen zu schätzen so wird das nie was mit einer Einheit, und im Endeffekt ist Europa nur gemeinsam stark gegen Wirtschaftsmächte wie Korea, Indien, China Was da auf uns zurollt das kann ein Staat gar nicht allein lösen.

  • Korbi am 28.02.2018 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    neuer Job, alte Gewohnheiten

    Dafür, dass Kurz nicht mehr Außenminister sondern Kanzler ist, ist er aber sehr selten im eigenen Land (und fehlt deshalb bei diversen Terminen zb heute im Nationalrat)

    • Michael am 28.02.2018 11:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Korbi

      ....ist auch ganz meine Meinung. Kann mir vielleicht ein/e oder Leser/in sagen, was unser Herr BK eigentlich gelernt hat. Hab' mal gelesen, dass er irgendein Fernstudium fertigmachen will, ich weiß aber nicht, ob das stimmt. Hat er einen Job gelernt? OK, viel Lebens- und Berufserfahrung, z.Bsp. Politik, kann man in jungen Jahren natürlicherweise nicht haben. Aber reicht das, um ein Land zu führen. Oder wird Österreich wirklich von einem Maturanten und Faststudenten "regiert"? Würde mich wirklich interessieren.

    • Korbi am 28.02.2018 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Michael

      Kanzler und Vizekanzler haben beide kein abgeschlossenes Studium

    • Max Mustermann am 28.02.2018 17:11 Report Diesen Beitrag melden

      Kanzler kann jeder

      Also wenn selbstverliebte ÖBB-Manager das konnten, dann traue ich es auch dem Herrn Kurz zu.

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  • Franz Absberg am 28.02.2018 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtige Partnerschaft

    Russland ist ein wichtiger Partner, Kurz sollte sich in der EU bemühen die Sanktionen zu beenden, sie schaden uns enorm und sind praktisch erfolglos!

    • Tirol am 28.02.2018 10:28 Report Diesen Beitrag melden

      Zu Absberg

      Putin ist ein Bandit, keine Sanktionen sollten aufgehoben werden

    • Robert am 28.02.2018 11:12 Report Diesen Beitrag melden

      Machtspiele zu Lasten der EU

      Das schwächt nur Europa im Ganzen und ist erst Recht ein Nährboden für Putin, wenn er einen Keil in die EU treiben kann und Kurz tut ihm den Gefallen. Na ja er ist ja noch Jung. Ein Putin ist kein Partner genauso wie Orban und andere. Diese ewige Hetze spielt anderen Mächten in die Hände. Denn die große Aufgabe für ein vereintes Europa sind nicht die Flüchtlinge sondern die Macht die aus den neuen Wirtschaftsmächten kommt wie China, Indien, Korea usw. Von dort kommen brutal gut ausgebildete Menschen nach Europa und Güter zu günstigen Preisen usw. Das sind die Aufgaben die es gilt zu meistern

    • Fseek am 28.02.2018 11:28 Report Diesen Beitrag melden

      Zu Tirol

      Warum sollte Putin ein Bandit sein?

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  • zimbo am 28.02.2018 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ordentlicher Präsident !

    Aber es wird über ihn hergezogen.

    • firn am 28.02.2018 13:42 Report Diesen Beitrag melden

      räusper

      Du willst also in einem authoritären Staat mit gelenkter Demokratie ohne Bürgerrechte leben.

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