"Identitären"-Chef war Neonazi

04. April 2019 22:33; Akt: 05.04.2019 07:43 Print

Sellner klebte Hakenkreuze an Synagoge

Ein Polizeiprotokoll von 2006 beweist, dass Martin Sellner, Chef der "Identitären", damals in Neonazi-Aktivitäten verstrickt war.

Martin Sellner, Sprecher der

Martin Sellner, Sprecher der "Identitären" (Bild: picturedesk.com)

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Aus einem Polizeiprotokoll von 2006 geht hervor, dass der "Identitären"-Chef Martin Sellner an neonazistischen Aktionen beteiligt und sogar Rädelsführer war. Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, soll Sellner mit einem gleichaltrigen Gesinnungsgenossen Plakate mit einem Hakenkreuz und der Aufschrift "Legalisiert es" an der Außenmauer der Synagoge in Baden bei Wien angebracht.

Die Sicherheitsbehörden erstatteten Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt. Zwei Tatverdächtige konnten ermittelt werden, einer der beiden war Martin Sellner.

Hakenkreuz-Plakat mit Aufschrift "Legalisiert es"

Die Befragung des zweiten Verdächtigen ergab eindeutige Hinweise auf die Motive der Tat: "Als Martin Sellner und ich in den Medien Berichte über die Verurteilung von Irving (der britische Holocaust-Leugner David Irving, Anm.) hörten, beschlossen wir, irgendetwas zu machen"

"Wir trafen uns am Josefsplatz in Baden und Martin Sellner zeigte mir einen Hakenkreuzaufkleber, den er mitgebracht hatte", so der Einvernommene. Weiters wurde dem jungen Mann ein Aufkleber mit dem Hakenkreuz und der Aufschrift "Legalisiert es" vorgelegt.

Sellner zeigte sich reuig und musste Sozialstunden leisten

"Ich gebe dazu an, dass auch diesen Aufkleber Martin Sellner und ich angebracht haben", sagte der Kollege Sellners vor der Polizei aus. Auch ein Wappen mit den Buchstaben "AJ" (steht für "Arische Jugend") wurde ihm vorgelegt.

Da auch Sellner gestand und sich reuig zeigte, kam es zu einer außergerichtlichen Einigung. Sellner verpflichtete sich, 100 Stunden Hilfsarbeiten auf dem jüdischen Friedhof in Baden zu verrichten.

Kurz reagiert auf "widerliche Enthüllungen"

Kurz reagierte bereits und erklärte: "Als österreichischer Bundeskanzler werde ich keine neonazistischen Umtriebe dulden."

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dreimel am 05.04.2019 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Da hat sich der liebe Sebastian aber

    ordentlich verpeilt. War wohl keine so gute Idee mit der Rechtsaußenkoalition. Das Mindeste was er jetzt zu tun hat ist den Kickl zu suspendieren und die Koalition mit den Nationalfaschisten aufzukündigen. Tut er das nicht wird es böse enden. Im übrigen fürchten sich die Juden in Österreich zum Ersten Mal seit 80 Jahren wieder. Da kann der Bumsti und der Basti einen auf Judenfreund machen so viel sie wollen, das glauben die beiden Komiker ja selber nicht. Ich hab ech Schiss vor den Neofaschisten und ich bin nicht der Einzige. Unserem Kanzler kann man nicht vertrauen, VDB ist gefragt.

  • Markus am 05.04.2019 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Widerlich

    Leute welche die Identitären in Schutz nehmen,die Behörden sollten denen vielleicht einen Besuch abstatten.

    einklappen einklappen
  • Nazi-Hasser am 05.04.2019 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Rechte Gefahr

    Rechte sollten wissen seit dem Anschlag in Neuseeland wird die Rechtsextreme Ideologie langsam aber sicher nirgends mehr in der Welt zu tolerieren sein und das war längst überfällig.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Karl am 05.04.2019 16:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das war klar

    eh klar jetzt werden Jugendsünden die schon aus rechtlicher Sicht längst erledigt sind wieder Aufgewärmt...

  • Pauli am 05.04.2019 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Protest

    Es scheint sich um eine Tat zu handeln, die aus Protest zur Scheindemokratie heraus geboren wurde. Natürlich überzogen.

  • Heinz am 05.04.2019 15:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freundschaft

    Adabei hat es auf den Punkt gebracht , lasst euch nicht von der kleinen Opposition auseinander treiben . Jeder weiß dass nichts dahintersteckt aber die Linken versuchen halt mit allen Mitteln eine Staatskrise daraus zu machen , wird Ihnen aber nicht gelingen, sie sind einfach zu ungebildet, eine sozialakadämlich hilft da auch nur wenig

  • Dreimel am 05.04.2019 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Da hat sich der liebe Sebastian aber

    ordentlich verpeilt. War wohl keine so gute Idee mit der Rechtsaußenkoalition. Das Mindeste was er jetzt zu tun hat ist den Kickl zu suspendieren und die Koalition mit den Nationalfaschisten aufzukündigen. Tut er das nicht wird es böse enden. Im übrigen fürchten sich die Juden in Österreich zum Ersten Mal seit 80 Jahren wieder. Da kann der Bumsti und der Basti einen auf Judenfreund machen so viel sie wollen, das glauben die beiden Komiker ja selber nicht. Ich hab ech Schiss vor den Neofaschisten und ich bin nicht der Einzige. Unserem Kanzler kann man nicht vertrauen, VDB ist gefragt.

  • Kritischer Geist am 05.04.2019 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    seit Jahren ...

    Seit Jahren wird versucht, den Identitären Straftaten zu unterstellen. Der Verfassungsschutz hat krampfhaft gesucht ob sich etwas finden lässt - erfolglos. All die von Linken erfolgten Anziegen verliefen folgendenlos im Sand, alle Strafverfahren mussten eingestellt werden. Jetzt soll eine Parteispende ein Beweis dafür sein, dass die Ideologie des Spenders und die der Identitären die selbe sein soll? Was für ein Nonsens! Die ganze Posse ist doch der beste Beweis dafür, dass man krampfthaft dort etwas sucht, wo es gar nichts zu finden gibt.