Kurz-Prediger im Interview

18. Juni 2019 05:31; Akt: 19.06.2019 08:43 Print

"Ich war Drogendealer, dann kam Jesus zu mir"

von C. Oistric - Gott ist überall. Sein Bodenpersonal auch. "Heute" sprach mit dem Kurz-Prediger aus Australien, der ein Massen-Gebet für den Ex-Bundeskanzler sprach.

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Können wir uns zum Interview treffen? Die Antwort langt 2.39 Uhr ein, fällt göttlich knapp aus: "Bin dabei." Und tatsächlich: Montagmittag erscheint er auf der Hotelterrasse, direkt an der Donau gelegen.

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War die Abwahl von Sebastian Kurz richtig?

Der 36-jährige Australier trägt ein blassrosa T-Shirt, Tom-Ford-Shades, Sneakers. Sein Händedruck ist sanft. Am Ringfinger hat er das Wort "Jesus" tätowiert.

"Segen nicht geplant"

Ob er, der evangelikale Pastor, die segensreiche Berichterstattung gesehen hat? "Selbstverständlich. Ich freue mich immer über gute Presse", sagt Ben. Und Wien, ja Wien mag er überhaupt: "Es war die erste Stadt in Übersee, die ich vor sieben Jahren bereist habe. Ich habe mich sofort verliebt. Die Menschen hier sind sehr leidenschaftlich."

Wie auch das Gebet für Kurz: "Vater wir danken dir so sehr für diesen Mann. Die Weisheit, die du ihm gegeben hast. Und das Herz – für dein Volk …"

Ausgemachte Sache, unkten Kritiker. Was Pater Ben ärgert: "Mir tut das leid für Sebastian Kurz, den wir bereits vor sechs Monaten als Kanzler eingeladen hatten. Der Segen war nicht geplant – wie auch seine steife Reaktion gezeigt hat."

Bereut es nicht

Ob er die Sache nachträglich bedenklich sieht? "Gar nicht. Ich bin der Meinung, dass man Politiker nicht nur kritisieren, sondern auch für sie beten soll. Ich tue das auch nicht nur für Sebastian Kurz, sondern für jeden anderen, der das wünscht."

Gesagt, getan. Fitzgerald legt dem bittenden "Heute"-Reporter die "Hand Gottes" auf. Fühlt sich besonders an. Noch besser dann, als er mir eine Weltreise in Aussicht stellt. Auch Fitzgeralds Trip zum Herrn war ein weiter: Erst 2002, als es ihm sehr schlecht ging, hat Gott ihn (oder er Gott) gefunden.

Die Reise zu Jesus

"Ich saß im Wohnzimmer. Mein Vater hatte sich das Leben genommen, ich war Drogendealer. Dann kam Jesus, sprach zu mir. Ich antwortete, musste weinen – und war danach ein völlig neuer Mensch."

Ob er nach wie vor täglich mit Jesus in Austausch tritt? "Ja." Als Allererstes in der Früh? "Manchmal checke ich mein Instagram vorher", lacht er. Bei seinen "Awakening Europe"-Events (Tickets kosteten 10 Euro für vier Tage) will er andere auf kurzem Weg zu Gott führen. Nicht immer ganz freiwillig.

Reaktionen auf die Kurz-Segnung

"Sektenähnlich" bis "Arschtritt". Die Reaktionen auf das "Segensgebet" für Kurz fielen mehrheitlich sehr kritisch aus:

VP-Chef Kurz
"Ich war auch etwas überrascht."

FP-General Hafenecker
"Mit diesem sektenähnlichen Verhalten wurde eine klare Grenze überschritten."

Ex-Neos-Chef Strolz
"Als kritischer Katholik am Rande der Kirche habe ich einen Arschtritt bekommen."

Diakonie-Direktorin Moser
"Die Kirchen sollten sich hüten, sich vor den parteipolitischen Karren spannen zu lassen."

Caritas-Präsident Landau
Zitat aus dem Matthäus-Evangelium: "Du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer, schließ die Tür zu … Von Stadthalle steht da nichts."

Kardinal Schönborns Sprecher Michael Prüller
"Ganz klar ist mir die Kritik nicht. Wir sind als Christen aufgefordert, für Politiker zu beten."

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • PeterKarl am 18.06.2019 06:48 Report Diesen Beitrag melden

    bete und dir wird gegeben werden

    Jetzt haben ja beide - Herr Kurz und der Prediger - ihren öffentlichen Auftritt. Es dauert lange, bis manche Menschen zwischen Realität und Fantasie unterscheiden können. Beim Sprengen der erfolgreichen Regierung war beim Herrn Kurz von "Weisheit" nichts zu sehen, der Prediger hätte früher darum beten sollen.

  • Fortitudo am 18.06.2019 07:11 Report Diesen Beitrag melden

    Diese Freikirchen....

    Ich kann mir gut vorstellen, dass der Typ nur die Gelegenheit beim Schopf packte, als er begriff WER da stand! Wer in Österreich wüsste davor wer Ben Fitzgerald ist? Jetzt dominiert er die Medien. Außerdem, der Typ ist nur ein Mensch, sogar Maradona hatte mehr Anrecht auf die Bezeichnung "Hand Gottes" - der sicher nicht!

  • Spin am 19.06.2019 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    Dr.

    Wow, wie unerwartet, man lässt, ganz dem journalistischen Objektivitäts-Gebot auch die andere Seite zu Wort kommen, das freut mich sehr! Das die sogenannte "Qualitätspresse" das nicht geschafft hat, lässt tief blicken. Weiter so!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Spin am 19.06.2019 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    Dr.

    Wow, wie unerwartet, man lässt, ganz dem journalistischen Objektivitäts-Gebot auch die andere Seite zu Wort kommen, das freut mich sehr! Das die sogenannte "Qualitätspresse" das nicht geschafft hat, lässt tief blicken. Weiter so!

  • Mathilde Gallauner am 19.06.2019 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    Segnen statt fluchen

    Jemand zu segnen ist etwas Positives, dagegen kann ich nichts haben. Dagegen schlimm finde ich , dass Politiker immer nur schlecht gemacht werden müssen, immer kritisiert wird ohne nachzudenken. Auch in diesem Fall reißen die den Mund auf, die keine Ahnung haben, wollen nur Gift streuen!

  • Franz Hirzi am 19.06.2019 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Sünde

    oh Herr, schütze uns von den selbsternannten Vertretern aus der Drogenszene.

  • Michael Jelnikar am 19.06.2019 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ahnung

    Wer keine Ahnung hat, der sollte tunlichst schweigen, vor allem wenn man Ben nicht persönlich kennt!

  • Fortitudo am 18.06.2019 07:11 Report Diesen Beitrag melden

    Diese Freikirchen....

    Ich kann mir gut vorstellen, dass der Typ nur die Gelegenheit beim Schopf packte, als er begriff WER da stand! Wer in Österreich wüsste davor wer Ben Fitzgerald ist? Jetzt dominiert er die Medien. Außerdem, der Typ ist nur ein Mensch, sogar Maradona hatte mehr Anrecht auf die Bezeichnung "Hand Gottes" - der sicher nicht!