In Koalition

22. Oktober 2017 08:37; Akt: 22.10.2017 09:26 Print

So radikal will FP-Chef Strache den ORF umbauen

Schwarz-Blau als neue Regierung dürfte auch medial für Umbruch sorgen. Die FPÖ hat Pläne für eine Neugestaltung des ORF in der Schublade.

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Dieser Wahlkampf der großen Unterschiede hatte eine Gemeinsamkeit: Alle Parteien waren mit ihrer Darstellung im ORF unzufrieden. Die SPÖ, personell im öffentlichen-rechtlichen Rundfunk breit vertreten, fand sich schlecht behandelt, die Affäre Silberstein zu groß ausgebreitet. Kanzler Christian Kern belegte den ORF sogar zeitweise mit einem Boykott und wich zu den Privatsendern aus. Die ÖVP wie auch die FPÖ sehen den ORF sowieso als "Rotfunk" an.

Nun erhält Österreich wohl eine Schwarz-Blaue Regierung und damit dürfte wohl auch auf den ORF einiges zukommen. Die Freiheitlichen jedenfalls haben, laut "Kurier", bereits ein Dossier mit Umbauplänen für den ORF in der Schublade. Kernpunkt: Die Alleingeschäftsführung soll abgeschafft werden.

Wird Wrabetz abgesetzt?

Das bedeutet: Für ORF-General Alexander Wrabetz, der der SPÖ zugerechnet wird, ist Feuer am Dach. Er war erst 2016 für eine dritte Amtszeit bestellt worden - mit den Stimmen der SPÖ, der Grünen, der Neos und der Betriebsräte im Stiftungsrat, allerdings gegen die Stimmen von ÖVP und FPÖ.

Da die Grünen nun nicht mehr im Nationalrat vertreten sind, könnten ÖVP und FPÖ in einer Regierung eine Zweidrittelmehrheit schaffen und dann sogar den ORF-General vorzeitig absetzen.

Die FPÖ-Pläne

- Laut "Kurier" soll der ORF eine Stiftung bleiben, in der Organisation aber einer Aktiengesellschaft angepasst werden. Der Stiftungsrat (aktuell 35 Personen) soll auf 12 Personen verkleinert werden.
- Die Macht der Betriebsräte soll beschnitten werden. Sie sollen bei der Bestellung der Geschäftsführer nicht mehr mitstimmen dürfen.
- Das bisherige Direktorium aus ORF-Chef Wrabetz, Programmdirektorin Kathrin Zechner, kaufmännischem Direktor Andreas Nadler, technischem Direktor Michael Götzhaber und Radiodirektorin Monika Eigensperger soll abgesetzt werden.
- Es soll keinen Alleingeschäftsführer mehr geben, sondern einen Vorstand. Jeder Vorstand hat ein eigenes Budgets (für das er dann auch haftet).

In letzter Zeit kursierten in Wien auch weitere wilde Gerüchte. Eine Privatisierung (sprich Verkauf) von ORF 1 und/oder Ö3. Die Ablöse von Wrabetz durch "Presse"-Chefredakteur und Geschäftsführer Rainer Nowak... Es wird spannend.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • myopinion am 22.10.2017 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    ORF Umstrukturierung

    Wie die Strukturen im ORF sind ist mir als "Zwangs GIS Kunden" egal. Ich möchte einfach, dass die GIS Gebühren abgeschafft werden, der ORF privatisiert wird. Wenn man Netflix hat etc. schaut man keinen ORF mehr. Das gleiche auch bei der Arbeiterkammer. Ein Schnitzel bezahle ich auch nur, wenn ich es tatsächlich konsumiere...

    einklappen einklappen
  • ehklar am 22.10.2017 09:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur ich

    Der ganze ORF gehört privatisiert und die Zwangsgebühren abgeschafft. Diese Konstruktion ist ein Relikt und heute eine Verhöhnung der (Nicht)Zuseher. Sollen die abgehobenen ORFler beweisen wie gut sie sind!

  • Preimsberger am 22.10.2017 09:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigenlob

    Hoffentlich gehört dann auch diese widerliche Selbstbeweihräucherung im ORF der Vergangenheit an.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Anton am 26.10.2017 21:59 Report Diesen Beitrag melden

    ORF Gebühren

    Es wäre nicht schlecht wenn die GIS Gebühren abgeschafft würden das wäre einmal eine gute Idee aber davon kann man nur träumen oder doch nicht

  • merkuria am 26.10.2017 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Der Rotfunk

    Es ist wichtig, dass der Rotfunk ORF entmachtet wird. Wir brauchen eine neutrale, objektive Berichterstattung. Dort wird aber nach wie vor unverschämte SPÖ Propaganda und negative Darstellung der anderen Parteien fortgesetzt.

  • Max Mustermann am 25.10.2017 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Den ORF auflassen

    Wie wäre es mit dem Auflassen des ORF? Seit es ServusTV gibt, ist dieser Sender mehr als entbehrlich geworden.

  • perplesso am 23.10.2017 21:18 Report Diesen Beitrag melden

    Raus mit der Politik aus dem ORF !

    Die Politik soll sich gefälligst aus dem ORF heraushalten. Der ORF steht nicht im Staatseigentum und muß unabhängig bleiben. Er wird letztendlich von den Hörern und Sehern finanziert, und nicht aus Steuergeldmitteln.

  • Anna K. am 23.10.2017 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Umgestaltung des ORF , ich sehe darin eine große Chance, jeder weiß, dass das Sonderprogramm schon lange am Tiefpunkt angekommen ist. Es wäre eine große Chance für den ORF, der mit seinen Zwangsgebühren Jahr für Jahr mehr an Zusehern verliert. Abgesehen davon der Bildungsauftrag ist beim Orf wirklich nicht zu erkennen...