"Weil ich glaube, ich kanns!"

13. Januar 2016 21:39; Akt: 27.04.2016 03:00 Print

Van der Bellen über Präsidenten-Job, Dialekt und Opernball

Bekannt ist: Er ist gegen Asyl-Obergrenzen und will eine FPÖ-Regierung nicht angeloben. Was Sie über Präsidentschaftskandidat Alexander Van der Bellen noch nicht gewusst haben, lesen Sie hier.

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Bekannt ist: Er ist gegen Asyl-Obergrenzen und will eine FPÖ-Regierung nicht angeloben. Was Sie über noch nicht gewusst haben, lesen Sie hier.


"Heute": Warum heißen Sie eigentlich Van der Bellen?

Van der Bellen: "Weil meine Vorfahren väterlicherseits um 1700, zur Zeit Peters des Großen, von Holland nach Russland auswanderten." 

"Heute": Sie haben einen russischen Vater, eine estnische Mutter. Bei Van der Bellen denkt man eher an einen Seefahrer, der Taka-Tuka-Land entdecken will.

Van der Bellen: "Ja, der Name hat sich eben aus dieser Zeit erhalten." 

"Heute": Geboren sind Sie 1944 in Wien, danach sind Ihre Eltern nach Tirol geflüchtet. Können Sie noch Tirolerisch?

Van der Bellen: "Ich bin in einem kleinen Dorf im Kaunertal aufgewachsen, zweisprachig. Mit den Eltern habe ich hochdeutsch geredet, mit Freunden kaunertalerisch." 

"Heute": Wie hört sich das an?

Van der Bellen sagt vier rätselhafte Worte auf Tirolerisch, übersetzt: In Innsbruck heißt das eine, obe, aussi und ume.

"Heute": Wann haben Sie sich entschieden, bei der Bundespräsidentenwahl anzutreten?

Van der Bellen: "Im Herbst." 

"Heute": Mit wem haben Sie sich beraten?

VdB: Mit mir selbst.

"Heute": Sie werden am Montag 72. Warum gehen Sie nicht auf Weltreise wie andere Rentner, sondern wollen Präsident werden?

Van der Bellen: "Weil ich glaube, ich kann’s. Nach innen integrieren, nach außen repräsentieren liegt mir." 

"Heute": Ist Bundespräsident nicht ein langweiliger Job?

Van der Bellen: "Na ja, es wird Routine dabei sein. Aber wichtiger ist, den Kontakt zur Regierung zu halten und hin und wieder ein mahnendes Wort einzulegen, zum Beispiel für die Chancen der Jugend. Da wird die Regierung mehr machen müssen." 

"Heute": Aber Sie können nicht aktiv Politik betreiben.

Van der Bellen: "Ja, der Bundespräsident ist kein Ersatzkanzler. Er kann nichts vorschreiben, aber er kann Themen artikulieren." 

"Heute": Gehen Sie als Präsident auf den Opernball?

Van der Bellen: "Da war ich noch nie. Aber zu jedem Amt gehören Tätigkeiten, die man nicht so gerne macht." 

"Heute": Beim Opernball in drei Wochen sehen wir Sie?

Van der Bellen: "Nein, es genügt, wenn ich 2017 damit beginne." 

"Heute": Sie treten als unabhängiger Kandidat an. Sind Sie Parteimitglied der Grünen?

Van der Bellen: "Ja."

"Heute": Bleibt das so?

Van der Bellen: "Ich würde es so handhaben wie Heinz Fischer. Er hat am Wahlabend seine Mitgliedschaft ruhend gestellt." 

"Heute": Warum sind Sie seinerzeit aus der SPÖ ausgetreten?

Van der Bellen: "Bin ich nicht. Ich habe Ende der 1980er-Jahre einen Brief bekommen, dass ich aus der Kartei gelöscht wurde." 

"Heute": Was ist an Ihnen eigentlich grün?

Van der Bellen: "Ich bin öko schlechthin. Das hat auch etwas Konservatives, Bewahrung der Schöpfung." 

"Heute": Der Falter hat Ihnen den Spitznamen Öbama gegeben. Ehrt Sie das?

Van der Bellen: "Sehr nett, aber vielleicht etwas überzogen." 

"Heute": Sie haben vor Bekanntgabe der Kandidatur neu geheiratet, wollen Ihr Privatleben aber privat halten. Das geht als Präsident nur bedingt.

Van der Bellen: "Sie können mich ja, für den Fall, dass ich gewählt werde, nach dem 8. Juli wieder fragen. Da wird der Bundespräsident angelobt." 

"Heute": Aber Sie haben mit 18 Jahren geheiratet, Ihre Ehe hat dann 50 Jahre lang gehalten, und nun heiraten Sie eine wesentlich jüngere Frau. Verstehen Sie, dass das Menschen verstört oder empört?

VdB: Durchaus, aber das Leben ist eben manchmal so kompliziert.

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