"Komplette Reisewarnung." Das ist in der SMS-Nachricht zu lesen, die am Donnerstag nach dem Invasionsbeginn Russlands in die Ukraine Österreicher vor Ort auf ihr Smartphone bekommen. Wer sich zuvor beim Außenministerium registrieren ließ – rund 150 Österreicher, die in der Ukraine aufhältig sind, taten dies – wird zudem aufgefordert, sich bei der österreichischen Botschaft in Kiew zu melden. Österreich hat zudem ein Krisenteam eingerichtet, das beim Verlassen des Landes hilft.
Die Ukraine indes "beginnt eine Phase der totalen Verteidigung". In seinem Facebook-Post vom Donnerstagmorgen rief der ukrainische Verteidigungsminister Alexey Reznikov die Bevölkerung des Landes dazu auf, zu den Waffen zu greifen. "Jeder, der bereit und in der Lage ist, eine Waffe zu halten, kann dies problemlos tun. Sie brauchen nur einen Reisepass", schrieb Reznikov auf Facebook.
"Ich verurteile aufs Schärfste den kriegerischen, völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine, der die Souveränität und die territoriale Integrität der Ukraine eklatant verletzt. Präsident Putin muss den Angriff sofort stoppen und zu Verhandlungen zurückkehren", so Bundespräsident Alexander Van der Bellen. "Wenn nicht, wird der Einsatz militärischer Gewalt auf dem europäischen Kontinent die Beziehungen zum russischen Nachbarn auf Jahrzehnte verändern."
"Alles muss nun getan werden, um eine weitere Eskalation zu vermeiden und Menschenleben zu schützen. Der Weg zum Verhandlungstisch muss für alle Seiten offen bleiben, um Schritte in Richtung Frieden zu ermöglichen. Alles, was die Republik Österreich als neutraler Staat tun kann, um zum Frieden beizutragen, werden wir tun. Frieden muss an erster Stelle stehen. Unsere Gedanken und unsere Solidarität sind jetzt bei den Menschen in der Ukraine", so der Bundespräsident.
Die neuen geplanten EU-Sanktionen gegen Russland werden nach Angaben von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den Zugang russischer Banken zu den europäischen Finanzmärkten stoppen. Zudem sollen russische Vermögenswerte in der EU eingefroren werden, und wichtigen Sektoren der russischen Wirtschaft soll der Zugang zu Schlüsseltechnologien und Märkten verwehrt werden.
Am Donnerstagabend soll ein EU-Krisengipfel über das Sanktionspaket beraten. Ein erstes Paket hatte die EU bereits nach der Anerkennung der Unabhängigkeit der Separatistenregionen Donezk und Luhansk in der Ostukraine und der Entsendung russischer Soldaten beschlossen.