Die Serie an Femiziden in Österreich reißt nicht ab. Im heurigen Jahr wurden bereits vier Frauen ermordet. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 31. Vor einer Woche ging die App "Stiller Notruf" des österreichischen Innenministeriums online. Sie ist ein Teil des Gewaltschutz-Paketes der Regierung und soll Betroffene vor physischer Gewalt schützen, "Heute"berichtete.
Rund um den internationalen Frauentag am 8. März 2022 starten nun die Wiener Frauenhäuser eine neue Kampagne. Damit sollen von Gewalt betroffene Frauen ermutigt werden, sich Hilfe zu holen. Auch möchte die Kampagne darauf aufmerksam machen, dass Gewalt an Frauen ein weltweites Problem ist. "Im schlimmsten Fall endet die Gewalt im Femizid, 2021 waren es in Österreich 31 Frauen, die von ihren (Ex-)Partnern ermordet wurden", heißt es in einer Aussendung der Wiener Frauenhäuser.
Aufgrund der Tabuisierung, sowie der Angst- und Schamgefühle der Betroffenen ist die Dunkelziffer noch weitaus höher. Laut den veröffentlichten Daten des Vereins lebten im vergangenen Jahr 649 Frauen und ihre 640 Kinder in den vier Wiener Frauenhäusern. In der ambulanten Beratungsstelle des Vereins fanden 20.103 Beratungskontakte (persönlich, per Zoom, telefonisch oder per e- Mail) statt. Weitere 108 Frauen mit ihren 131 Kindern wurden in Übergangswohnungen des Vereins betreut.
"Wir können unsere Notrufnummer 05 77 22 nicht oft genug kommunizieren, denn ein Anruf kann Leben retten. Der Notruf der Wiener Frauenhäuser ist kostenlos und Tag und Nacht erreichbar. Bei einem Anruf spricht die Frau direkt mit einer im psychosozialen Bereich ausgebildeten Frauenhausmitarbeiterin und bekommt auch unmittelbar ein Hilfsangebot gesetzt, kein weitere Anruf ist notwendig. Dies ist wichtig, denn Studien belegen, dass die Hürden für von Gewalt betroffene Frauen, so niedrig wie möglich sein müssen", erklärt Andrea Brem, Geschäftsführerin des Vereins der Wiener Frauenhäuser.
Die neue Kampagne wird mehrsprachig kommuniziert, um alle Frauen erreichen können. "Denn Frauen jedes Alters, verschiedener Herkunft oder unterschiedlicher sozialen Stellung sind betroffen, das spiegeln auch die Sujets wieder", so Brem. Die Initiative adressiert ohne einschüchternde Gewaltdarstellung, ohne komplexe Botschaften oder konstruierte Szenarien. Insgesamt gibt es fünf Sujets mit fünf unterschiedlichen Frauen.
Die Kampagne ist fortlaufend in den Print-Medien auf Plakaten, im TV, Kino und auf Social Media zu sehen. Fotografiert wurde sie von Yannik Steer gemeinsam mit Hanna Stantejsky.