Teenager drohte mit Amoklauf, schlapfte frei!

Florian D., über Jahre von Mitschülern gemobbt, hatte im Sommer einen Amoklauf angedroht. Jetzt ging er frei.
Florian D. schlapfte gestern beinahe bemitleidenswert in den Gerichtssaal in Wels (OÖ). Seine 134 Kilo in eine schlabbrige Jogginghose gepresst, drüber T-Shirt und Weste. Die Frisur: halb fett und strähnig, halb abrasiert.

"Welche Schwuchtel hat gepetzt?"

Die Anklage: haarig. Wiederbetätigung, gefährliche Drohung, Waffenbesitz. Im Juni hatte der 15-Jährige zum ersten Mal in seinem Leben für Aufsehen gesorgt, da er gegenüber anderen Teenagern mit einem Amoklauf an seiner früheren Schule drohte. "Welche Schwuchtel hat mich bei der Polizei verpetzt", wollte Florian wissen, nachdem er Hakenkreuze auf Mauern gesprayt hatte und aufgeflogen war.

Verräter sollten bezahlen

Mit der Schrotflinte seines Stiefvaters sollten drei ehemalige Lehrer und andere "Verräter" bezahlen. Mörderischer Plan oder nur eine mordsmäßig dumme Ansage? Die Antwort liegt in Florians Biografie: Freude grüßte er zwar gerne mit "Heil", seine eigene Welt war es nicht: Stark übergewichtig, keine Lehrstelle, von der Angebeteten zurückgewiesen. Da wollte der stets als "blade Sau" Geschmähte einmal gehört werden.

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Weil sein Anwalt Werner Tomanek gestern vor Gericht in Topform war, ging Florian "ohne Schmalz" (Strafe) heim. Tomaneks Kniff: Sein Mandant bedrohte potenziellen Opfer nicht direkt mit Mord, daher blieben am Ende "nur" Wiederbetätigung und Waffenbesitz über. Nicht rechtskräftiges Urteil: fünf Monate bedingte Haft, dazu eine Therapie.



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