Koks-Razzia in Spanien, viele Österreicher in Haft

Ein Jahr lang wurde die Bande observiert, jetzt erfolgte der Zugriff. Das Rauschgift wurde aus Marokko nach Spanien geschmuggelt, von dort weiter nach Österreich.
In der südspanischen Ortschaft Alcalá de los Gazules in der Provinz Cádiz ist der Polizei ein riesiger Schlag gegen den Drogenhandel in Europa gelungen.

Bei der Operation "Turbofan" wurden am 15. Dezember insgesamt 24 Drogendealer aus vier Ländern festgenommen, darunter viele Österreicher. Rund fünf Tonnen Haschisch, große Mengen an Kokain und Marihuana, fünf Schnellboote und drei Busse sowie 534.000 Euro in Bar konnten sichergestellt werden.

Kopf der Bande war ein 60 Jahre alter deutscher Staatsbürger, er ist amtsbekannt, denn er hat mehrere Vorstrafen wegen Drogenschmuggels.

CommentCreated with Sketch.11 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. In der 5.000 Seelengemeinde Alcalá de los Gazules hatte er sich niedergelassen und eine Tischlerei als Umschlagort für die Drogen getarnt. Von dort wurde das Rauschgift aus Marokko in Holztafeln mit doppeltem Boden nach Europa verschickt.

In Cádiz verfügte das Kartell über eine ausgeklügelte Infrastruktur, zu der auch Fincas gehörten, wo die Luxus-Boote versteckt und repariert wurden. Auch eine Fischzucht wurde betrieben, um Zugang zum Meer zu haben und um die Drogen in Schiffen mit doppeltem Boden an Land zu schmuggeln.

War das Rauschgift in der Tischlerei, wurde es "aufbereitet" und verpackt. Mit Express-Botendiensten kam es nach Deutschland und Österreich - dort warteten Komplizen, die die Drogen dann weiterverteilten. Mit dem gleichen System zirkulierte auch das Geld, mit dem die Dealer bezahlt wurden.

Der Bandenchef (mit den Initialen H.U.B.) war ein 60-jähriger Deutscher, der seit 1972 siebenmal wegen Drogenschmuggels in Deutschland und Belgien festgenommen worden ist - insgesamt saß er 25 Jahre hinter Gitter.

Ermittler aus Spanien, Deutschland, Frankreich und Italien hatten sich ein Jahr auf die Lauer gelegt, die 24-köpfige Bande wurde rund um die Uhr observiert - jetzt erfolgte der Zugriff.

Festnahmen gab es laut der spanischen Agentur "EFE" auch in den spanischen Städten Jerez de la Frontera und Chipiona sowie in Nürnberg und Oberhausen (Deutschland), Reims (Frankreich) und Bologna (Italien).

(Red)

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