"Abhängen" mit Christian Kern in New York

9 Uhr in New York, 15 Uhr in Österreich: 60 Minuten lang diskutierte Christian Kern am Mittwoch mit "Heute"-Lesern im ersten transatlantischen "Google Hangout" ("Abhängen") mit einem Regierungschef. Einige der Themen: CETA, Flüchtlinge, Homo-Ehe, Briefwahl und die FPÖ.

9 Uhr in New York, 15 Uhr in Österreich: 60 Minuten lang diskutierte Christian Kern am Mittwoch mit "Heute"-Lesern im ersten transatlantischen "Google Hangout" ("Abhängen") mit einem Regierungschef. Einige der Themen: CETA, Flüchtlinge, Homo-Ehe, Briefwahl und die FPÖ.

Exakt 6.807,62 Kilometer Luftlinie liegen zwischen der "Heute"-Redaktion in Wien und der Botschaft in Manhattan. Dort trifft Kern nach einer Joggingrunde im Central Park, wo er den britischen Außenminister Boris Johnson begegnete, ein. Im 31. Stock nimmt er zwischen Webcam und Empire State Building Platz.
Um 9 Uhr Ortszeit die erste Frage aus dem Kollegium Kalksburg in Wien-Liesing: "Was halten Sie von der Flüchtlingspolitik Viktor Orbàns?", fragt Patrick. Kern weist auf "Millionen von Menschen" hin, "die bereit sind, ihr Land zu verlassen" und pocht auf den Schutz der EU-Außengrenzen. Zugleich sollen "die Interessen Europas mit größtmöglicher Menschlichkeit vertreten" werden.

Die nächste Frage stellt Hazem Kassabji, der vor einem Jahr aus Aleppo nach Wien kam, in gutem Deutsch. Die Jobvermittlung laufe schleppend. Kern fragte nach: "Darf ich nach Ihrer Ausbildung fragen?" Hazem hat einen Uni-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften. Kern nimmt das Angebot des Syrers an, sich zu engagieren, dankend an.
Frage nach der Neujahrsansprache

Jetzt blendet Moderator Erich Nuler Zuseher-Fragen von Twitter und Facebook (#fragkern) ein. Eine: "Warum halten Sie nicht die Neujahrsansprache?" Antwort: "Würde ich gerne, aber sie ist dem Bundespräsidenten vorbehalten."

Aus St. Pölten meldet sich Berivan Neslihan Akyol: "Wie stehen Sie zum Türkei-Kurden-Konflikt?" "Allergrößten Respekt" hat Kern für die Kurden im Kampf gegen den IS. Zur Situation in der Türkei und dem Verhältnis zu Präsident Erdogan fragt auch Harald Fiegl (80). Letztlich bietet Kern dem sachkundigen Hietzinger an, sich wegen einer möglichen Reform des Islamgesetzes persönlich zu melden.

9.38 Uhr: "Es ist unfassbar heißt hier. Stört's Sie, wenn ich mein Sakko auszieh'?" Keine Einwände. Via Twitter schlägt Robert Glattau vor, die Krawatte abzunehmen. "Es bleibt beim Sakko. Ich verspreche es."

Warum dürfen Homosexuelle nicht heiraten?

Via Facebook wird nach in Wien gefragt. Nachgehakt: Warum können Homosexuelle nicht heiraten? "Ein total absurder Zustand. Ich würde mir 2016 größere Entspanntheit wünschen", kritisiert er ÖVP und FPÖ.

Das Thema CETA interessiert auch die Gymnasiasten: Ob die SPÖ-Befragung "No-Na-Fragen" beinhaltet hatte? "Ich will Ihnen gar nicht widersprechen."

Robert Cvrkal aus Schönkirchen konfrontiert Kern mit Fragen zu sinkenden Wahlbeteiligungen und dem Schächten.

Wahlrecht für Besachwaltete

Berivan Neslihan Akyol will die Haltung des Kanzlers zum FP-Vorschlag, das Wahlrecht für Besachwaltete einzuschränken, wissen. "Damit habe ich keine Freude. Man versucht damit, dass Wahlrecht in Zweifel zu ziehen. Die FPÖ hat das Problem, dass sie bei Briefwählern schlechter abschneiden. Das hat mit der Zusammensetzung der Leute zu tun, die diese Wahlkarten wollen. Aber nur weil eine Partei schlechter abschneidet, können wir nicht die Wahl abschaffen. Dann müsste die FPÖ fordern, dass man die Matura abschafft, dass man Frauen abschafft – weil dort liegt sie auch überall schlecht."

(bob, enu)

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