"Agony" hat wohl Satan persönlich entwickelt

Das Survival-Horror-Game spielt in der Hölle - und dort scheint es auch herzukommen. Ob das wohl die Absicht dahinter war?
Seit dem Anbeginn der Menschheit sind wir fasziniert von der Idee der Hölle. Dort landen Diejenigen, die im Diesseits nicht zu den Guten zählten. Doch was genau muss man anstellen, um tatsächlich in der Hölle zu landen? Genau um diese Frage geht es bei "Agony"

Madmind Studios sorgte mit der Kickstarter-Kampagne für ein wenig Furore. Auf dem ersten Blick ist das Spiel wohl auch genau das, was sich die Fans erwartet haben: düster, absurd, bedrückend - wie man sich die Hölle eben vorstellt. Doch sollten diese Charaktereigenschaften tatsächlich auf ein Spiel übertragen werden? Agony hat es zumindest mal probiert.

Wo bin ich?

Zu Beginn des Spiels findet man sich ohne großartige Erklärung im Ort der Verdammnis wieder. Es gilt herauszufinden, was man angerichtet hat, um in der Hölle zu landen. Auch wird viel über "die rote Göttin" gesprochen. Wer das genau ist? Auch das wird nicht erläutert. Muss man wohl selbst aufdecken.

Diese zwei Fragen machen schon zu Beginn des Spiels Lust auf mehr. Auch die Atmosphäre und Umgebung regt zum Erkunden an. An jeder Ecke finden sich bizarre Gestalten der Unterwelt. Überall liegen abgetrennte Gliedmaßen und nackte Körper. Hölle eben.

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CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Leider zieht sich das Thema "Hölle" tatsächlich durch das Game. Damit ist eben nicht nur der Ort gemeint, sondern mit der Zeit auch das Gameplay. Die Unterwelt ist düster - das ist klar. Nervig wird es jedoch, wenn es tatsächlich stockdunkel wird. Und mit stockdunkel ist eben wirklich "schwarz" gemeint! Dann ist es nämlich relativ schwierig seinen Charakter durch ein Labyrinth zu lenken, wenn man nicht mal weiß, ob man schon seit zwei Minuten gegen eine Wand anrennt.

Höllentrip mit
Höllentrip mit "Agony"
Keine Chance gegen Satan

Nicht nur visuell, sondern auch auditiv kann es ganz schön anstrengend werden. Es ist klar, dass in der Höllen geschrien wird. Ob da die Schreie tatsächlich immer gleich laut sind, egal wie weit entfernt sie sind - das ist wohl zu bezweifeln.

"Agony" hat wohl Satan persönlich entwickelt


Schafft man es dann doch durch die Irrgärten, kommt auch schon das nächste Problem: die Gegner! Man selbst ist nämlich beinahe chancenlos gegen die Ausgeburten der Hölle. Dabei spielt es fast keine Rolle, wie sehr man seinen Charakter levelt. Schnappt dich ein Sklave Satans, dann war's das. Positiv muss man aber anmerken, dass man nach dem "Tod" immer wieder mit seiner Seele in einen neuen Körper fahren kann, sofern man einen findet. Schade nur, dass es keinerlei Unterschied macht, ob man einen bulligen Typen, oder eine zierliche Dame auswählt - die Chancen ein Monster zu killen sind immer gleich schlecht.

Auch wird es ärgerlich, wenn die Gegner einfach stecken bleiben und den Ausgang versperren. Da kann man machen was man will - dann gibt es einfach kein Durchkommen mehr.

Bitte sammeln - einfach so!

Ein weiterer Zusatz sind total unlogische Quests. So soll man Comics und Gemälde sammeln. Im ganzen Spiel erschließt sich aber nicht, wozu man das eigentlich macht. Das Ganze dient offenbar nur dem Zweck, dem Spieler ein Rätsel aufzugeben, damit er länger zocken muss.

Dabei vergisst man oft worum es eigentlich geht: herauszufinden weshalb man in der Hölle ist. Die Frage lässt sich auch deshalb schwer beantworten, weil man hier und da mit offenbar willkürlichen Informationen beworfen wird, die einfach keinen Zusammenhang aufzeigen.

Am Ende wird man dennoch zumindest ein wenig für den Höllen-Trip entlohnt. So macht es schließlich einen Unterschied, wie man sich die ganze Spielzeit über geschlagen hat. Sieben verschiedene Enden bietet Agony. So kommt es drauf an, wie viele Kreaturen man ausgeschaltet hat, mit welchem Körper man das Spiel beendet und ob man alle Engel trifft.

Fazit

Agony präsentierte sich in Teasern als düsteres Spiel. Das ist es auch. Jedoch nur atmosphärisch. Mit der Zeit verliert man die Neugierde und die Motivation am Spiel dran zu bleiben. Irgendwann möchte man es einfach nur beenden und schlicht und ergreifend wissen, weshalb man in der Hölle ist. Zu Unfair darf man aber auch nicht sein: Wenn es Agony schafft die Fehler auszumerzen und die leidigen Phasen des Spiels zu entschärfen, dann könnte es durchaus ein gutes Survival-Horror-Game für Zwischendurch werden. (slo)

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