"Am Arbeitsplatz habe ich noch nie Sexismus erlebt"

Im zweiten Öffi-Talk stellt Ihnen "Heute" die neue Integrations- und Frauenministerin vor. Susanne Raab (35, ÖVP) über ihren Amtsantritt, Sexismus am Arbeitsplatz und den politischen Islam.
Wir treffen die frisch angelobte Ministerin in ihrem neuen Büro in der Wiener City, dann begleiten wir Raab in der D-Straßenbahn zu einem Termin nahe dem Hauptbahnhof.

Wir starten unser Interview in einer gesteckt vollen Straßenbahn. Raab scheint's nicht zu stören – die Ministerin ist blendend gelaunt, geht auch offen auf Passanten zu. Von denen kennt aber kaum jemand die neue Integrationsministerin.



CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Öffentlich Fahren ist für Raab jedenfalls kein Neuland: "Ich habe eine Jahreskarte für die Wiener Öffis und sogar eine für Niederösterreich, weil ich lange gependelt bin." Aber: "Ich lebe am Land (in Himberg, Niederösterreich, Anm.) und habe teilweise wenig bis gar keinen Anschluss zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Deswegen brauchen wir auch das Auto."



Im Talk erzählt uns Raab dann von ihren ersten Tagen im neuen Amt: "Es macht mir unglaublich viel Spaß!" Gefragt, ob sie den Job überhaupt machen möchte, wurde Raab übrigens erst Ende Dezember: "Sebastian Kurz hat mich zwischen Weihnachten und Neujahr beim Mittagessen gefragt, ob ich mir so eine Rolle vorstellen könnte. Ich habe sofort Ja gesagt."

Ob sie heute auch ohne die Bekanntschaft zu Kurz Ministerin wäre?

"Das ist eine gute Frage! Vielleicht wäre ich ohne ihn auch Ministerin, vielleicht wäre ich es nicht. Falls nicht, würde ich etwas anderes machen, was mir genauso viel Freude bereitet."

Ihre Ziele als Integrationsministerin erklärt Raab so: "Wir wollen einen konsequenten Kurs in der Migration, nach dem Motto Integration durch Leistung." Heißt: "Wichtig ist nicht, woher jemand kommt, sondern, was er in Österreich bereit ist, beizutragen."

Das Kopftuchverbot ist für die neue Ministerin jedenfalls alternativlos: "Für mich ist jedes Mädchen, das gezwungen wird, ein Kopftuch zu tragen, um seine Weiblichkeit zu verhüllen, eines zu viel."

"Ich hatte das große Glück, dass ich Sexismus noch nie persönlich am Arbeitsplatz erlebt habe."


Hat die neue Frauenministerin Sexismus, etwa am Arbeitsplatz, auch selbst schon erlebt?

"Ich hatte das große Glück, dass ich Sexismus noch nie persönlich am Arbeitsplatz erlebt habe. Ich war natürlich als Frau in den letzten Jahren in Führungspositionen tätig. Und da muss man sich schon behaupten können."

Besonders wichtig seien ihr jedenfalls die Themen "gleichberechtigte Bezahlung" und ein besserer "Gewaltschutz für Frauen".

Sexistische Anfeindungen nach ihrem Amtsantritt habe es jedenfalls keine gegeben: "Es ist alles sehr positiv abgelaufen." Eine Gefahr für Österreichs Frauen sieht Raab aber darin, "wenn patriarchal geprägte Kulturen in hohem Ausmaß zu uns kommen". Denn: "Ich habe viele Frauen gesehen, die nicht einmal einen Deutschkurs machen durften, weil ihr Mann sagte: 'Ich will das nicht!'"

Alle Öffi-Talks auf einen Blick.

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