"Das Urteil freut mich, es wurde Grenze gezogen"

Rudi Anschober hat gegen die FPÖ einen Prozess gewonnen. Ihm wurde in erster Instanz ein Schadenersatz von 12.000 Euro zugesprochen. (privat)
Rudi Anschober hat gegen die FPÖ einen Prozess gewonnen. Ihm wurde in erster Instanz ein Schadenersatz von 12.000 Euro zugesprochen. (privat)Bild: Grüne
Landesrat Rudi Anschober spricht im "Heute"-Interview über das Urteil gegen die FPÖ, wie es dem betroffenen Burschen geht und was er mit dem Schadenersatz vor hat.
Die FPÖ warf Rudi Anschober im Internet vor, einen "Terrorsympathisanten" zu unterstützen. Schon nach kurzer Recherche stellte sich heraus: Die FPÖ hatte sich vertan, all die schweren Vorwürfe gegen den Asylwerber aus Afghanistan, der in OÖ eine Lehre macht, waren falsch (mehr dazu hier). Wir haben mit Rudi Anschober über das Urteil gesprochen.

Ihre erste Reaktion zum Urteil?

Rudi Anschober: Ich bin natürlich sehr erfreut. Es waren ja völlig falsche Vorwürfe, die gegen diesen Lehrling gemacht wurden. Mir war einfach wichtig, dass man nicht zur Tagesordnung übergeht. Hier musste eine klare Grenze gezogen werden, das hat das Gericht gemacht.

Hat sich jemand von der FPÖ bei Ihnen persönlich entschuldigt?

Die FPÖ ist ja schon stark zurückgerudert, nachdem bekannt wurde, dass die ganzen Vorwürfe nicht stimmen. Im Landtag hat es Gespräche mit Manfred Haimbuchner gegeben, der ja auch sehr offensiv agiert hat in der Sache. Mich hat aber niemand angerufen und sich entschuldigt.

"Da kann sich existentielle Panik einstellen"


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Für ihn war die Situation sehr schwierig. Er kommt aus einem Land, in dem es totalitäre Systeme gibt. Dann gibt es hier plötzlich solche Anschuldigungen von einer Partei, die den Innenminister stellt. Da kann sich eine existentielle Panik einstellen. Zum Glück hat sein Lehrherr, sein ganzes Umfeld super reagiert, die haben zu ihm gehalten.

Das (nicht rechtskräftige) Urteil lautet 12.000 Euro Schadenersatz. Was machen Sie mit dem Geld?

Wir hatten natürlich auch Kosten. Wir überlegen gerade, was wir mit dem, was überbleibt, machen. Eine Möglichkeit ist ein Rechtshilfefonds, damit es in ähnlichen Fällen künftig Unterstützung geben kann.



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