3.030 Asylwerber sind "freiwillig zurückgekehrt"

Schon 2017 wurden mehr als 50 Asylquartiere in Niederösterreich wieder geschlossen.
Schon 2017 wurden mehr als 50 Asylquartiere in Niederösterreich wieder geschlossen.Bild: iStock
4.067 Menschen wurden hingegen abgeschoben, bestätigt das Innenministerium. Kaum Veränderungen zum Vorjahr.
3.030 Geflüchtete haben heuer bereits die Möglichkeit der „freiwilligen Rückkehr" aus Österreich in ihr Heimatland genützt. Das Innenministerium bestätigte heute einen entsprechenden Bericht des Ö1-Morgenjournals. 4.067 Menschen wurden bis Ende Juni zwangsweise außer Landes gebracht.

Die Zahl der freiwilligen Rückkehrer scheint damit im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2017 gleich geblieben - zumindest rein rechnerisch. Insgesamt gingen im Gesamtjahr 2017 5.198 Personen freiwillig in ihre Heimatländer zurück, 6.923 zwangsweise.

"Oberste Priorität"



CommentCreated with Sketch.17 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Das Innenministerium räumt der freiwilligen Rückkehr als Alternative zu Abschiebungen nach eigenen Angaben „oberste Priorität" ein. Daher seien zahlreiche Maßnahmen in diesem Bereich ergriffen worden, so ein Sprecher, darunter auch finanzielle Unterstützung.

Nur bei der freiwilligen Rückkehr von Syrerinnen und Syrern gibt es einen Anstieg, allerdings von sehr niedrigem Niveau. 58 syrische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger kehrten freiwillig in das Bürgerkriegsland zurück. 2017 waren es insgesamt 72 Personen. Zum Vergleich: 2.105 Syrerinnen und Syrer haben heuer einen Asylantrag gestellt.

Familiäre Gründe

Manche Familien kehrten in syrische Gebiete zurück, in denen keine Kampfhandlungen mehr stattfinden, weil sie so auf den Besitz, den sie zurücklassen mussten, schauen könnten, sagte Günter Ecker vom Verein Menschenrechte Österreich gegenüber Ö1.

Diese Syrer hätten in Österreich bleiben können, weil sie Asyl oder einen Schutzstatus haben, so Michael Hajek von der Rückkehrberatung der Caritas. Ihm zufolge motivierten häufig familiäre Gründe und Perspektivenlosigkeit eine Rückkehr.

Die größte Gruppe der freiwilligen Rückkehrer sind Irakerinnen und Iraker. 376 Menschen sind laut Angaben des Innenministeriums in den Irak zurückgegangen. Nach Afghanistan seien 132 Personen zurückgekehrt, vielen von ihnen hätte sonst allerdings Schubhaft und Abschiebung gedroht.

(red)

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