"Heute"-Spritztour mit Werner Faymann

Bild: Helmut Graf

Als sechster Spitzenkandidat steigt Kanzler Werner Faymann in den "Heute"-Flitzer. Im Interview am Ballhausplatz spricht der SP-Chef über Lehrer, sein Verhältnis zum Vizekanzler und den Pensionsstreit.

Als sechster Spitzenkandidat steigt Kanzler Werner Faymann in den "Heute"-Flitzer. Im Interview am Ballhausplatz spricht der SP-Chef über Lehrer, sein Verhältnis zum Vizekanzler und den Pensionsstreit.

"Heute": Der Lehrergewerkschaft treten Sie ungewohnt hart gegenüber. Wahlkampf-Rhetorik?

Faymann: Wahlkampf ist schon auch ein Vorteil, weil es öffentliche Diskussionen gibt. Diesmal gehe ich in 21 Diskussionen in TV, Radio und Zeitungen. Dabei werde ich immer ausführlich erklären, warum Bildung so wichtig ist. Ich werde Bildungs-Lobbyist.

Sie selbst diskutieren 21 Mal?

F: Ja, persönlich. Angela Merkel macht zwei Dikussionen, und ich werde ständig gefragt, warum ich nicht auch eine 6er-Runde mache.

Wie realistisch ist ein Gesetzesbeschluss ohne Gewerkschafts-Ok?

F: Ich habe mit Betriebsräten und Personalvertretern geredet. Viele sagen: "Ihr müsst das jetzt durchziehen." Das ist etwas, was ein Gewerkschafter nicht so gern sagt.

Und wenn die ÖVP nicht will?

F: Wir wollen beide, dass ein Gesetzesentwurf in Begutachtung geht. Noch im August.

Ihr persönliches Wahlziel ist…

F: Worüber ich mich freue, ist der erste Platz. Dass man sich mehr Stimmen wünscht, liegt in der Natur der Sache.

Welches Thema entscheidet die Wahl?

F: Beschäftigung. Wer die besten Rahmenbedingungen für die Wirtschaft setzt, damit sie wächst und die Leute Arbeit haben, der wird gewählt.

Wann ist die Krise beendet?

F: Wenn das Wirtschaftswachstum in Europa im Schnitt im Plus ist und jedes Mitgliedsland Jugendlichen, die auf der Straße stehen, etwas anbieten kann.

Zehn Jahre?

F: Ich hoffe, dass das Wirtschaftswachstum in den nächsten zwei bis drei Jahren steigt. In Südeuropa wird es deutlich länger dauern.

Sie haben dem Vizekanzler ausgerichtet, ihm den "Kanzler" nicht zuzutrauen. Warum?

F: Weil Österreich einen guten Kanzler hat. Ich erwarte nicht, dass Michael Spindelegger im Wahlkampf sagt, dass er mit mir zufrieden ist. Aber ich sage auch nicht, dass er ein schlechter Vizekanzler ist.

Das Pensionsthema spaltet die Koalition. Warum heben Sie das Antrittsalter für Frauen nicht an?

F: In einer Koalition werden oft Kompromisse geschlossen. Aber bei den Frauenpensionen gehe ich keinen Kompromiss ein. Das in der Verfassung festgeschriebene Jahr 2024 bleibt weiterhin gültig.

Also keine Diskussion mehr?

F: Das wurde genauso vereinbart. 315.000 Frauen ab einem Alter von 45 Jahren wären von einer schlagartigen Erhöhung betroffen. Um es klar zu sagen: Mir ist Verlässlichkeit gegenüber diesen Frauen wichtig. Deren Lebensrealität ist für mich kein Nebenschauplatz.

Vergessen Sie dabei nicht auf die Jungen, die die Pensionen mitfinanzieren sollten? 

F: Verlässlichkeit muss immer gelten. Für die Frauen genauso wie für die Jungen. Für alle.

Erich Nuler, Christian Nusser

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