Bildungsminister: "Ich hatte Fünfer in Latein"

Heinz Faßmann, der größte Minister aller Zeiten, ist zurück im Bildungsressort. Im Öffi-Talk spricht er über mittlere Reife, Bildungspflicht und warum Fotos mit chinesischen Politikern schwierig sind.
Heute im Öffi-Talk – Bildungs-und Wissenschaftsminister Heinz Faßmann. Er spricht mit uns über seine Noten und Selfies mit anderen Politikern und Journalisten.

U-Bahnfahren ist für Bildungsminister relatives Neuland



"Ich wohne ja in Niederösterreich und fahre daher viel dort, aber kaum in Wien." Nun gut, dann dürfte der Öffi-Talk mit "Heute" für ihn schon ein halber Kulturschock gewesen sein. Denn beim Einsteigen ist die U3 so voll, dass wir zwei verschiedene Eingänge nehmen müssen. Kurz verlieren wir den Minister sogar aus den Augen.

Glücklicherweise ist Faßmann mit seinen 2,03 Meter aber auch beim Bad in der Menge leicht auszumachen.

Öffi-Talk mit Heinz Faßmann
Öffi-Talk mit Heinz Faßmann


Arbeit wartet jedenfalls genug auf den Bildungsminister. Laut Regierungsprogramm soll Faßmann in den kommenden Jahren etwa eine Bildungspflicht bis 18 und eine Mittlere Reifeprüfung, bei der "Grundkompetenzen" der Schüler überprüft werden sollen, einführen. Letzteres will er aber nicht so genannt sehen.

"Das wird keine zweite Zentralmatura für alle 14-Jährigen."


Faßmann spricht lieber von einer "Kompetenzmessung". Aber auch die wird Konsequenzen haben. Wer Deutsch, Mathe oder Englisch auch in der neunten Schulstufe noch immer nicht ausreichend beherrscht, soll künftig bis 18 unter Bildungspflicht stehen.

In der Schule "festsitzen" soll aber niemand.



Faßmann verspricht: "Es wird keinen neuerlichen Schulbesuch geben." Heißt: Er plant ein "modulares System", in dem man etwa auch schon mit einer "Teilzeitlehre" starten kann.

Aber was macht den begeisterten Basketball-Fan ("Ich lese gerade die Biografie von Dirk Nowitzki") so sicher, dass Kinder von 15 bis 18 noch lernen, was sie davor nicht lernen konnten oder wollten?

"Das kann ja auch an der Klasse selbst liegen oder an bestimmten Lehrern. Und jetzt kommt ein Wechsel und damit eine gute zweite Chance." Der 64-Jährige soll in den nächsten fünf Jahren auch Laptops oder Tabletts für "alle Schüler ab der fünften Schulstufe" besorgen. Ein Mammut-Projekt.

Aber sitzen Österreichs Jugendliche nicht schon genug vor dem Computer?

"Sie sitzen vielleicht vor Smartphone oder PC, aber wir wollen, dass sie auch verstehen, was ein Programm ist."

"Ich habe einmal auf eine Latein-Schularbeit einen Fünfer bekommen."


Zum Abschluss sprechen wir noch kurz über Faßmanns wohl herausragendste Eigenschaft, seine Körpergröße. Der Minister verrät uns dabei mit einem Schmunzeln: "Also Bilder mit chinesischen Kollegen sind immer ein gewisses Problem.

Aber ich habe auch schon Interviews für österreichische Journalisten gegeben, die dann auf einen Sessel gestiegen sind, damit es nicht so merkwürdig ausschaut, wenn ich so tief nach unten schaue."

Dank meinen 1,87 war es trotzdem – fast – ein Gespräch auf Augenhöhe. Bei dem verriet uns Faßmann sogar noch: "Ich habe einmal auf eine Latein-Schularbeit einen Fünfer bekommen."

Alle Öffi-Talks auf einen Blick.

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