"Ich wurde begrapscht, nun stehe ich vor Gericht"

Deniz Z. (27, Name geändert) wird von der renommierten Wiener Anwältin Astrid Wagner verteidigt.
Deniz Z. (27, Name geändert) wird von der renommierten Wiener Anwältin Astrid Wagner verteidigt.Bild: Sabine Hertel, iStock (Symbol)
Immobilien-Beraterin Deniz Z. wurde in einem Wiener Club von einem Unhold unsittlich am Gesäß berührt. Dann gab sie ihm Gas – und ist nun angeklagt.
Afterhour auf dem Polizei-Wachzimmer: Nachdem Deniz Z. von einem Mann in einem Club in der Wiener City begrapscht worden war, schenkte sie dem Unhold ein – und ließ ihn um sein Leben zittern.Deniz Z. (Name geändert) ist fesch, jung, erfolgreich.

Todesblicke und Grapscherei

Die Immobilien-Beraterin weiß genau, was sie will. Was sie nicht will, zeigt sie manchmal vielleicht zu drastisch. Demnächst jedenfalls steht sie vor Gericht. „Dabei bin ich das Opfer in dieser Geschichte", erzählt sie „Heute". In einem Club erlebte sie einen üblen #metoo-Moment: „Ein Typ, den ich vor über einem Jahr kennengelernt hatte, sah mich an jenem Abend beim Tanzen mit einem anderen Mann."

Dass er sie – obwohl nie etwas war – nicht vergessen hatte, bekam Deniz zu spüren: „Er hat mir Todesblicke zugeworfen und später so richtig mit beiden Händen in die Pobacken gezwickt. Es war furchtbar."

"Er hat mich wild beschimpft"

Nach der unsittlichen Annäherung auf der Tanzfläche ging der Mann aufs Klo, später setzte er sich wieder genau hinter sie.

Da war der Abend für Deniz gelaufen: „Ich wollte nur noch weg, packte mich zusammen und ging." Allerdings nicht nur sie: „Er ist mir nachgeschlichen und hat mich wild beschimpft. Er schrie: ‚Du stinkst!' Da drehte ich mich zu ihm um und sagte: ‚Das kannst du nicht wissen.'"

Gaspistole gezückt – es machte klick

Der Unhold wurde immer aggressiver – und Deniz Z. zückte ihre Gaspistole: „Sie war ungeladen, es machte einmal Klick. Ich habe sie immer dabei, man muss sich heute ja schützen." Dann wurde die 27-Jährige zu Boden gestoßen, erlitt Prellungen: „Ich befreite mich mit einem Tritt in seine Weichteile und schrie: ‚Du wirst schon sehen.'" Da Zeugen die Polizei gerufen hatten, ist die 27-Jährige nun wegen gefährlicher Drohung angeklagt. Anwältin Astrid Wagner: „Meine Mandantin hat ganz klar in Notwehr gehandelt." (coi)

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