"Manche glaubten, meine Mutter habe mich getötet"

Maddie McCanns Eltern müssen das Verschwinden ihres Kindes verkraften – und böse Anschuldigungen. Natascha Kampusch nimmt sie in Schutz.

Am 3. Mai 2007, vor genau zehn Jahren, verschwand Maddie McCann aus einer Ferienanlage in Portugal. Die Eltern des britischen Mädchens haben die Suche bis heute nicht aufgegeben, sie glauben daran, dass ihr Kind noch lebt. Das Schlimmste, was Eltern passieren kann, wird noch unerträglicher, wenn sie selbst in den Fokus von Ermittlungen geraten oder falschen Verdächtigungen ausgesetzt sind.

Im Interview mit der Online-Ausgabe der englischen "Sun" verteidigt Natascha Kampusch (29) nun Kate und Gerry McCann: "Es ist schockierend, dass Madeleines Eltern mit dem Verschwinden ihrer Tochter fertig werden und sich zudem gegen Verschwörungstheorien wehren müssen, etwas damit zutun zu haben."

Wie furchtbar das ist, weiß Kampusch aus ihrer eigenen Familiengeschichte. Ihre Mutter Brigitta Sirny stand einst ebenfalls im Mittelpunkt eines bösen Verdachts: "Während meiner Gefangenschaft wurde meine Mutter beschuldigt, mich getötet und begraben zu haben. Ein Privatdetektiv und ehemaliger Familienrichter hat das in einem Buch behauptet. Das war unerträglich für sie." Ihr Vater Ludwig Koch hätte diese Anschuldigungen selbst geglaubt, die Ehe der Eltern sei letztlich auch daran zerbrochen.

"Eigenen Wünsche sind lebenswichtig"

Man müsse die McCanns unterstützen, statt ihren Schmerz durch unwahre Behauptungen noch zu verstärken, sagt Kampusch weiter. Maddies Eltern sollten die Hoffnung nicht aufgeben, dass ihre Tochter gefunden wird. "Wenn Maddie irgendwo gefangen gehalten wird, dann halten sie ihre Wünsche und Ziele am Leben", weiß Kampusch.

Sollte Maddie gefunden werden, so müssten sich die McCanns jedoch darauf einstellen, ihre Tochter behutsam zurück ins Familienleben zu führen. "Meine Eltern erwarteten das kleine Mädchen, das sie verloren hatten, aber ich bin in der Zwischenzeit erwachsen geworden. Acht Jahre sind eine lange Zeit, mein Platz in der Familie hatte sich verändert. Ich bin ein anderer Mensch geworden und meine Eltern waren nicht dabei, als das passiert ist."

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