"Neonazi-Wikipedia" verherrlicht Adolf Hitler

Der Pressesprecher von FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache sorgte mit einer brisanten Quelle für Aufsehen auf Twitter. Die Seite zeigt sich fasziniert von der NS-Zeit.
Martin Glier wollte auf ein Twitter-Posting von "Kurier"-Herausgeber reagieren und löste damit eine Welle der Entrüstung aus. Denn seine Quelle, mit denen er seine Begriffe erklärte, stellte sich als Neonazi-Enzyklopädie heraus. Glier zitierte nämlich vom Online-Nachschlagewerk "Metapedia" - "Heute.at" berichtete darüber.

NS-Zeit wird verharmlost

"Metapedia" wurde 2006 in Schweden ins Leben gerufen. Nur zwei Jahre später stufte sie der Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen der Bundesrepublik Deutschland als rechtsextrem ein. Grund dafür: "Metapedia" soll das NS-Regime verharmlosen.

Die Seite erklärt beispielsweise den Anschluss Österreichs an Deutschland als "Heimkehr Österreichs ins Deutsche Reich". Die Parole "Heim ins Reich" wurde von den 1920er Jahren an und während der Zeit des Nationalsozialismus als politisches Schlagwort genutzt.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Konzentrationslager "gerechtfertigt"

Sucht man nach Adolf Hitler, so werden mit Runensymbolen Geburts- und "offizielles" Todesdatum angegeben. Die Zeichen wurde unter anderem auf Gräbern von SS-Angehörigen angebracht. Beschrieben wird Hitler als "deutscher Künstler, Soldat und Politiker", der bis heute "eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts" sei. Außerdem wäre die "Faszination für seine Person ungebrochen".

Die Errichtung von Konzentrationslagern und der Massenmord an den Juden empfinde man laut der Seit als "gerechtfertigte Schutzmaßnahme". Der Holocaust selbst wird lediglich in einem kurzen Artikel behandelt. Demnach sei dies ein "Brandopfer zu Ehren eines Gottes".

Seite bereits offline

Mittlerweile wurde die Seite vom Netz genommen. Auch Martin Glier, der Sprecher von Heinz-Christian Strache, revidierte seine Aussagen auf Twitter.Er gibt an nicht gewusst zu haben, dass es sich bei "Metapedia" um eine Neonazi-Seite handelte. (slo)

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