"Nur für Reiche": Indien boykottiert Snapchat

Snapchat-Gründer Evan Spiegel hat es sich mit Indien verscherzt.
Snapchat-Gründer Evan Spiegel hat es sich mit Indien verscherzt.Bild: Reuters/Mike Blake/Fotomontage
Wegen einer angeblichen Aussage von Gründer Evan Spiegel bricht in Indien eine Welle des Protests über Snapchat herein.

Evan Spiegel, der selbst aus reichem Haus kommt, soll während eines Meetings im Jahr 2015 folgenden Satz gesagt haben: "Die App ist nur etwas für reiche Leute". Er wolle nicht "in arme Länder wie Indien oder Spanien" expandieren, sagte der Milliardär.

Die Zitate stammen aus Dokumenten, die im Zuge eines Gerichtsstreits zwischen Snapchat und dem ehemaligen Mitarbeiter Anthony Pompliano veröffentlicht wurden. Und sie sorgen im 1,2-Milliarden-Einwohner-Staat Indien für einen Sturm der Entrüstung.

Boykott-Aufruf via Hashtag #Uninstall Snapchat

In den sozialen Netzwerken ärgern sich viele Inder über die Aussage. Unter dem Hashtag #UninstallSnapchat wird zu einem Boykott aufgerufen. Im Google Play Store sind außerdem vermehrt schlechte Bewertungen, die sich auf die Aussagen über Indien zurückführen lassen, zu finden.

In den sozialen Netzwerken wie etwa auf Twitter ziehen Kritiker Spiegel und Snapchat nach allen Regeln der Kunst durch den Kakao:

Evan Spiegel wurde 1990 als Sohn der beiden Rechtsanwälte John W. Spiegel und Melissa Ann Thomas in Los Angeles geboren. Er studierte Produktdesign an der Standford University. Dort erfand er gemeinsam mit anderen Kollegen die Anwendung Snapchat. 2012 verließ Spiegel die Universität ohne Abschluss, um sich auf Snapchat zu konzentrieren. Spiegel ist mit dem Topmodel Miranda Kerr verlobt.

Für Snapchat kommt der Shitstorm zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Das Unternehmen hat mit sinkenden Nutzerzahlen und mit steigenden Nutzerzahlen des Konkurrenten Instagram zu kämpfen. (aj)

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account red Time| Akt:
IndiegogoDigitalisierungProtestSnapchat

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen