"Ohne neues Dienstrecht geht die Welt nicht unter"

Bild: Christian Kloibhofer / kloibhofer.at (kloibhofer.at)
Oberösterreich ist vor der Wahl eines der am härtesten umkämpften Bundesländer. Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) im "Heute"-Interview über Stronach, Strache und den Lehrerstreit.
Oberösterreich ist vor der Wahl eines der am härtesten umkämpften Bundesländer. Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) im "Heute"-Interview über Stronach, Strache und den Lehrerstreit.

"Heute": Der Wahlkampf treibt seltsame Blüten. Was halten Sie von Strache in Badehose oder Stronach oben ohne?

Josef Pühringer: "Jeder muss selbst wissen, wie er sich präsentiert. Ich mache das mit Inhalten. Oben-ohne-Striptease wird’s bei mir nicht geben."

"Heute": Stronach macht die Wahl spannend. Ihre Meinung zu ihm?

J.P.: "Sein wirtschaftliches Lebenswerk ist anzuerkennen. Sein Credo, ,Wer das Gold hat, macht die Regeln‘ ist aber absolut abzulehnen."

"Heute": Wie stehen Sie zu einer Koalition mit Straches FPÖ?

J.P.: "Ich bin dagegen, dass man jemanden schon vor der Wahl ausschließt, so macht man ihn zum Märtyrer. Aber mit einer Partei, die sich aus Europa verabschieden will, wird’s nicht gehen."

"Heute": Sind Sie also für eine große Koalition wie Erwin Pröll?

J.P.: "Es ist kein Geheimnis, dass ich ein Großkoalitionär bin, aber nicht um jeden Preis. Abschaffung des Gymnasiums oder neue Steuern gibt’s mit uns nicht."

"Heute": Welche Note geben Sie dem bisherigen ÖVP-Wahlkampf?

J.P.: "Ich bin nicht der Schulmeister, der Noten verteilt. Wichtig ist, Michael Spindelegger als Persönlichkeit herauszustreichen. In Zeiten wie diesen brauchen wir korrekte Leute wie ihn. Spindelegger ist für keine Zirkusnummer geeignet, kein Entertainer, kein Showman. Aber er ist ein ganz seriös, korrekt und kompetent arbeitender Spitzenpolitiker."

"Heute": Haben Sie Verständnis für den Widerstand der Lehrer gegen das neue Dienstrecht?

J.P.: "Der Fehler war, dass die Verhandlungen auf unendlich angelegt sind, da betoniert sich jeder ein. Aber für mich ist das Thema nicht so maßgeblich. Die Inhalte, die Schulqualität sind weit wichtiger. Wenn das neue Lehrerdienstrecht also nicht kommt, geht die Welt nicht unter. Da gibt es inhaltliche Fragen, die wesentlich wichtiger sind."

Interview: P. Reidinger, A. Bach
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