"Puls fühlen": Was wir bei Kinderunfällen falsch machen

Symbolbild: Erste Hilfe bei einem Säugling.
Symbolbild: Erste Hilfe bei einem Säugling.Bild: Fotolia
Es ist verständlich, dass Eltern nervös sind, wenn ihren Kindern etwas passiert. Nun klärt das Rote Kreuz die bekanntesten Mythen bei Kindernotfällen auf.
Kann man den Notärzten vertrauen, machen sie das Richtige, geht es meinem Kind gut?, solche Fragen gehen besorgte Eltern durch den Kopf, während ihr Kind von der Rettung versorgt wird.

Dem Roten Kreuz (Wien) sind diese Fragen bewusst, was dazu führt, dass sie die gängigsten Mythen der Erste Hilfe bei Kindernotfällen aufklären wollen.

Der Ersthelfer muss den Puls fühlen. FALSCH; bei Kindern ist es sehr schwer den Puls zu fühlen, deswegen wird Hauptaugenmerk auf die Feststellung der Atmung, durch Hören und Fühlen gesetzt.

Bei der Herzdruckmassage brechen die Rippen. FALSCH; Rippen brechen selten, falls doch, nur bei älteren Menschen. Sie brechen aber nicht in der Mitte durch, sondern lösen sich vom Knorpel am Brustbein. Eine Verletzungsgefahr der inneren Organe besteht dadurch nicht.

In der Regel gilt bei Kindern, dass bei der Herzdruckmassage der Brustkorb mit zwei Fingern etwa ein Drittel eingedrückt werden sollte.

Ersthelfer werden verklagt, wenn sie etwas falsch machen. FALSCH; es muss immer sofort gehandelt werden. In Österreich gibt es keinen einzigen Fall wegen "falscher" Erster Hilfe, jedoch mehrere Klagen wegen unterlassener Hilfeleistung.

Nichts zu tun ist schlimmer als Angst davor zu haben, etwas falsch machen zu können.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Verschluckt ein Kind Putzmittel oder Tabletten, muss es einen Liter Milch trinken. FALSCH; notfalls müssen im Mund befindliche Substanzen ausgespuckt und ausgespült werden.

Rettung rufen und in angenehme Seitenlagerung bringen.

Wenn Substanz bekannt ist, für weitere Tipps die Vergiftungszentrale unter 01/406 43 43 kontaktieren.

Gefahrenquellen entschärfen

75 Prozent der Kinderunfälle passieren zu Hause oder in der Freizeit, meint das Kuratorium für Verkehrssicherheit. Um Unfälle reduzieren zu können wird empfohlen, dass scharfe Gegenstände, wie Messer oder Scheren, unerreichbar für Kinder seien sollen. Löcher in Gärten abgedeckt und Schwimmbecken eingezäunt werden.

Für Fenster werden Fenstersperren oder -gitter empfohlen, Elektrogeräte müssen immer den Sicherheitsvorschriften entsprechen und von Kleinkindern niemals alleine bedient werden.

Erste-Hilfe-Kurse empfehlenswert

Es ist immer gut Erste-Hilfe-Kenntnisse zu besitzen, da sie im entsprechenden Moment Leben retten können!

Im Roten Kreuz kann in einem Tag die Erste-Hilfe noch einmal aufgefrischt werden und wie man sich richtig in Notfällen verhält. (hw)

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