Der Entführer der Boeing 767-300 der Ethiopian Airlines am Montag hatte als Copilot leichtes Spiel. Ihm gelang der Coup, weil der Kapitän nach seinem Besuch auf der Toilette schlichtweg nicht mehr zurück ins Cockpit konnte. Der Grund: Seit dem 11. September 2001 und den Flieger-Attacken auf das World Trade Center im New York müssen alle Cockpittüren so umgerüstet sein, dass sie nur noch von innen geöffnet werden können.
Der schlichtweg nicht mehr zurück ins Cockpit konnte. Der Grund: Seit dem 11. September 2001 und den Flieger-Attacken auf das World Trade Center im New York müssen alle Cockpittüren so umgerüstet sein, dass sie nur noch von innen geöffnet werden können.
Terroristen sollen so vom Cockpit ferngehalten werden. Im aktuellen Fall trug die Sicherheitstüre jedoch dazu bei, dass das Flugzeug erst entführt werden konnte - ein Boomerang!
Zwar können Terroristen jetzt tatsächlich kein Flugzeug mehr entführen, dafür aber etwa Cockpit-Personal dazu anstiften. Piloten können wie am Montag nicht mehr hinein, wenn der zweite Mann durchdreht.
Pilot ließ im Herbst Flieger abstürzen
Wie lebensgefährlich die Sicherheitsmaßnahme der nur von innen zu öffnenden Cockpittüre werden kann, zeigte sich im Herbst auch über Namibia: Da sperrte der Kapitän die Cockpit-Türe einer Embraer 190 während des Flugs von innen zu, als der Copilot kurz hinaus ging. Anschließend schickte er den Jet auf Sturzflug: alle Insassen starben.
Es war ein mosambikanisches Flugzeug mit 34 Menschen an Bord, dass Ende November am Weg nach Angola war. Flug TM470 verschwand nahe der Grenze zu Botswana.