Politik

"Sind Eltern nicht willig, haben wir keine Chance"

Heute Redaktion
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Der "Heute"-Talk "Lust auf Bildung" ging in die zweite Runde. Die Themen: Richtig Deutsch lernen, Sparpakete, Integration und Inklusion.

Nach dem Auftakt der "Heute"-Serie "Lust auf Bildung" im Kindergarten ging es diesmal nahtlos weiter in die Volksschule. Bildungsexperte Daniel Landau diskutierte live mit Elisabeth Eppelein, zweifacher Mutter und Pädagogin, Marianne Wilhelm, Lehrerin und Vortragende mit Schwerpunkt Inklusion und Wolfgang Scheiblauer, Direktor der Wiener Volksschule GTVS Atzgersdorf.

Im Fokus stand das Thema Spracherwerb, das auch die "Heute"-Leser am meisten beschäftigte. Kinder sollen in der Volksschule gut Deutsch lernen, stoßen dabei aber auf einige Herausforderungen. "Schon im Kindergarten müssen die Weichen gelegt werden, damit die Kleinen später echte Bildungschancen haben", weiß Wilhelm.

"Gewissen ethnischen Gruppierungen ist Bildung egal"

Die Sprache verändert sich, sie wird laut Eppelein "aggressiver, verkürzter, auch durchs Handy und die Nutzung von sozialen Netzwerken", das macht das richtige Erlernen umso schwieriger.

Bei Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache seien Lehrer unter teilweise sehr schwierigen Bedingungen gefordert, weil sie "das einzige Sprachvorbild" für ihre Schüler sind. "Wenn die Eltern nicht willig sind, haben wir keine Chance", sagt Wilhelm. Das sei bei "gewissen ethnischen Gruppierungen" besonders auffällig, so Scheiblauer, "ihnen ist Bildung scheinbar egal". In seiner Schule wird nur Deutsch gesprochen, auch in der Pause.

Besondere Bedürfnisse

Ebenfalls brisant: das Thema Inklusion. Eppelein, selbst Mama eines schwerbehinderten Mädchens (8), könnte sich nicht vorstellen, dass ihre Tochter außerhalb der Sonderschule unterrichtet wird: "Man kann solche Kinder nicht in ein normales Klassengeschehen integrieren." Scheiblauer hat zwei klassische Integrationsklassen in seiner Schule, in einer davon werden drei autistische Schüler mit den anderen unterrichtet. "Das funktioniert hervorragend".

Das liegt aber auch an den Lehrern, "an deren Person überhaupt alles hängt", betont Wilhelm. Deshalb müsste, so Landau, die Qualität der Ausbildung verbessert werden und mehr Fortbildungen angeboten werden. "Inklusion ist kein Sparmodel", warnt Wilhelm. Sie sei mit einem großen emotionalen und pekuniären Aufwand verbunden.

Am 20. und 21. September finden die nächsten Gesprächsrunden in der "Heute"-Redaktion statt. Sie wollen dabei sein, oder Anregungen einsenden? Klicken Sie auf den Button unten oder schreiben Sie eine Mail an [email protected]!

(sk)