"Staat reformiert sich langsamer als Kirche"

Bild: ORF-Screenshot
Am Palmsonntag kritisierte Kardinal Christoph Schönborn die Schere zwischen Arm und Reich. Papst Franziskus traut er eine baldige Kurienreform zu: "Er will das Haus in Rom in Ordnung bringen."
Am Palmsonntag kritisierte Kardinal Christoph Schönborn die Schere zwischen Arm und Reich. Papst Franziskus traut er eine baldige Kurienreform zu: "Er will das Haus in Rom in Ordnung bringen."

"Mir ist lieber, er macht Ausrutscher, aber er redet frei von der Leber weg", kommentierte Schönborn in der ORF-Pressestunde umstrittene Sager des Papstes ("Ohrfeige" und "Vermehren wie die Karnickel"). Einerseits seien sie nicht richtig wiedergegeben, andererseite habe sich der Papst für Missverständliches entschuldigt.

Sorge bereitet dem Kardinal die Sozialpolitik. Wirtschaftswachstum gehe "in das oberste Segment der schon gut Verdienenden". Der Sozialstaat funktioniere gut, aber es sei notwendig, Korrekturen vorzunehmen. "Die Steuerreform ist ein guter Anfang."

Die 55-Prozent-Steuer ab einer Million Euro Jahreseinkommen bewertet er positiv: "Eigentum hat immer auch eine soziale Verantwortung." Zur Kurienreform von Papst Franziskus sagt Schönborn: "Er will das Haus in Rom in Ordnung bringen. Das geht langsamer als ursprünglich gedacht. Aber schauen Sie wie die Bundesreform bei uns in Österreich vorangeht – das geht noch viel, viel langsamer."
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