"Sturz der Vorsitzenden nicht zielführend"

Burgenlands Landeshauptmann Doskozil (SPÖ).
Burgenlands Landeshauptmann Doskozil (SPÖ).Bild: Sabine Hertel
Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil über Putschversuche, Friede, Schulden und warum er Pamela Rendi-Wagner weiterhin unterstützt.
"Heute": Bei der SPÖ gibt es mittlerweile alle zwei Wochen einen Putschversuch. Hat sich Pamela Rendi-Wagner eigentlich bedankt, als Sie unlängst ihren Sturz abgeblasen haben?

Hans Peter Doskozil: Es war wichtig, sie in dieser Situation zu unterstützen. Es geht um strukturelle und inhaltliche Probleme, um die Frage der Positionierung der SPÖ. Eine Personaldiskussion verdeckt die Probleme, löst sie aber nicht. Ich weiß: Das sehen in der SPÖ nicht alle so. Gott sei Dank hat es aber die Mehrheit so gesehen.

Haben Sie sich aktiv in die Diskussion eingebracht?

Selbstverständlich. Ich habe in Anrufen relativ deutlich gewisse Ansinnen mitbekommen und dann sehr klar meine Meinung geäußert, wo die SPÖ hingehen sollte. Ein Sturz der Vorsitzenden wäre nicht zielführend gewesen.

"Müssen gemeinsam Lösung finden"


Ist jetzt Friede?

Ich merke schon, dass es etwas ruhiger ist, dass die Luft draußen ist. Jetzt sollten alle daran arbeiten, wie wir mit diesen 27 Kündigungen umgehen. Wir müssen gemeinsam eine Lösung finden und die Diskussion mit Anstand führen.

Wird auch der enorme Schuldenstand der SPÖ diskutiert? Können diese knapp 15 Millionen je abbezahlt werden?

Wir haben einen Tilgungsplan beschlossen. Die Schulden sollten binnen fünf Jahren abgebaut sein. Mich hat aber befremdet, dass die Beraterverträge erst zeitlich versetzt gekündigt werden – das ist ein Fehler. Die hätten sofort aufgelöst werden müssen. Ich glaube nicht, dass Nedeljko Bilalic und Co. die SPÖ geklagt hätten. Es kann nicht sein, dass wir auf der einen Seite Mitarbeiter kündigen müssen, auf der anderen Seite aber Verträge, die völlig unnötig sind, weiterzahlen.

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"Will im Burgenland etwas bewegen"


Benötigt Ihre Partei diese Beratungstätigkeiten nicht?

Nein. Wir haben knapp unter 80 Leute. Da muss diese Expertise vorhanden sein.

Übernehmen Sie die SPÖ, wenn man Sie nett bittet?

Wie gesagt: Das ist für mich nicht denkbar. Ich will im Burgenland etwas bewegen, die Leute vertrauen auf mich.

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