"The Sojourn" im Test: Bildschön und rätselhaft

Mit "The Sojourn" haben Entwickler Shifting Tides und Publisher Iceberg Interactive einen Puzzler geschafft, der wunderschön und rätselhaft zugleich ist.

Die Statue eines Paares, das ein Baby in Händen hält. Ein Haus, das sich aus Bruchstücken selbst zusammensetzt. Gleißende durch die Luft fliegende Lichter. Durch Ritzen und Spalten dringende Dunkelheit. Mit "The Sojourn" ist ein Puzzler für Xbox One, PlayStation 4 und im Epic Game Store für PC erschienen, der mit parallelen Welten von Licht und Dunkelheit spielt, bei der Story aber auf Minimalismus setzt.

Gespielt wird "The Sojourn" in der First-Person-Perspektive, das Puzzlegame erinnert etwas an den Rätsler "The Witness". Auch, weil der Spieler in einer Welt startet, in der er gar nicht so genau weiß, wie er hineingeraten ist und was er zu tun hat. Auch später wird das nicht erklärt, denn Gespräche oder einen Sprecher bietet "The Sojourn" nicht. Einziger Hinweisgeber ist ein Licht, das uns den Weg durch die Spielwelt zu weisen scheint.

Oder besser gesagt zu den Rätseln. Von denen hat "The Sojourn" nämlich viele überaus spannende zu bieten. Die Puzzles befinden sich jeweils in Räumen der Gebäude der Spielwelt und steigern ihren Anspruch mit Fortdauer des Spiels gewaltig. Kern der Rätsel ist meist eine Statue. Anfangs gibt es so simple Aufgaben wie den Platz mit einer Statue zu tauschen, später müssen zerfallene Brücken wieder errichtet oder Sperren überwunden werden.

Wechsel zwischen den Welten

Eine Besonderheit ist, dass man jeweils zwischen der Welt des Lichts und der Welt der Dunkelheit wechseln muss, denn Mechanismen lassen sich teils nur in der einen oder anderen Welt bedienen. Das spielt sich anfangs einfach, wird bald aber ein Spaß für Puzzle-Profis. Anfänger müssen sich aber keine Sorgen machen, denn viele Rätsel-Lösungsschritte wiederholen sich in späteren Puzzles, ohne dass es repetitiv wird.

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Je nach gelöstem Rätsel bekommt man Storyfetzen gezeigt. Zu einer erklärenden, zusammenhängenden Handlung kommt man allerdings bis zum Schluss nicht – und das Spiel bleibt in diesem Punkt so abstrakt, dass sich auch keinerlei Grobfassung der eigentlichen Story beschreiben lassen würde. Wer Games mit viel Interpretationsspielraum mag, ist hier auf jeden Fall richtig.

Tolle Grafik, super Sound

Groß punkten kann "The Sojourn" bei Grafik und Musik. Die gezeichnet wirkende Spielwelt wirkt zwar anfangs grob, begeistert aber schnell mit den vielen Farb- und Lichteffekten. Vergleichbar ist die Welt mit jener aus "No Man's Sky", einzig mehr "Leben" hätte man sich darin wünschen können. Auch die Rätsel, mit denen interagiert werden kann, wurden dezent hervorgehoben, ohne den Spieler mit der Nase per dickem Pfeil darauf zu stoßen.

Die ruhige Musik tut ihr Übriges für einen entspannten Puzzle-Spaß. Die Steuerung ist sauber umgesetzt, die Bewegungen sind flüssig gestaltet – allzu viel Handlungsspielraum hat man im Game aber sowieso nicht. Die Story, sofern man sie interpretieren mag, ist Geschmackssache, technisch zeigt sich "The Sojourn" dafür blitzsauber umgesetzt.

Ein ganz eigener Reiz

"Du wirst in ein wundervolles und makelloses Land hineingeboren, doch der Schein trügt. Durch jede noch so kleine Ritze bahnt sich die Finsternis ihren Weg und wird mehr und mehr zum Nährboden der Realität. Schau dir die Schatten deiner Welt genau an und enthülle ein das verborgenes Geheimnis", heißt es in der Beschreibung des Spiels.

Zumindest ein Anhaltspunkt, im Test fanden wir aber kaum konkrete Punkte, die eine detailreichere Geschichte preisgeben würden. Wer "The Witness" gemocht hat, macht sicher auch mit "The Sojourn" nichts falsch. Der bildschöne Puzzler bietet vier Kapitel, die jeweils rund zwei bis drei Stunden dauern. Rätselhaft bleibt das spiel auch danach, genau das hat aber auch seinen eigenen Reiz.

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