"Titanic": Die Nacht der Todes-Kollision

Am Abend des 14. April 1912 kollidierte die "Titanic" mit dem Eisberg, der ihren Untergang besiegelte. Das geschah an jenem Sonntag.

Am Abend des 14. April 1912 kollidierte die "Titanic" mit dem Eisberg, der ihren Untergang besiegelte. Das geschah an jenem Sonntag.

Seit Samstag hat die "Titanic" weitere 546 Seemeilen zurückgelegt. Um 10.30 Uhr wird im Speisesaal der ersten Klasse ein Gottesdienst abgehalten. Unbemerkt von den Passagieren häufen sich die Funksprüche, die das Riesenschiff vor Treibeis und Eisbergen warnen, die sich rund 250 Meilen vor dem Dampfer befinden. Doch nicht jede dieser Warnmeldungen schafft es auch bis zu Kapitän Edward J. Smith.

Die Außentemperatur sinkt gegen Abend auf null Grad. Gegen 17.50 Uhr entschließt sich Smith, doch den Kurs etwas Richtung Süden zu ändern. Gegen 19.30 Uhr trifft die Warnung der "Californian" ein: 50 Meilen vor der "Titanic" wurden Eisberge gesichtet. Zu dieser Zeit befindet sich der Kapitän gerade beim Essen, der zweite Offizier Charles Lightoller hat das Kommando.

Der Kapitän geht schlafen

Kurz vor 21 Uhr kehrt Smith zurück auf die Brücke und tauscht sich mit Lightoller über das Wetter aus. Es ist eine klare und ruhige Nacht. Um 21.20 Uhr zieht sich der Kapitän in sein Schlafgemach zurück. Kurz darauf trifft per Funk eine weitere Eiswarnung ein, doch diese wird nicht mehr an die Brücke weitergeleitet. Die Funker sind mit dem Übermitteln der Urlaubsgrüße der Passagiere zu schwer beschäftigt.

Um 22 Uhr folgt der Schichtwechsel auf der Brücke sowie am Ausguck, wo den Matrosen nach wie vor keine Ferngläser zur Verfügung stehen (). Den Männern im "Krähennest" wird befohlen, auf Eisberge zu achten. Das Kommando hat nun der erste Offizier William M. Murdoch.

Gegen 22.55 Uhr trifft die letzte Eiswarnung ein. Die in unmittelbarer Nähe befindliche "Californian" wurde von Treibeis aufgehalten und funkt dies an den Luxusliner. Doch die überarbeiteten Funker reagieren genervt und unterbrechen den "Californian"-Funker ziemlich rüde: "Halten Sie sich heraus! Schluss jetzt! Sie stören mein Signal."

37 Sekunden bis zur Kollision

Um 23.40 Uhr entdecken die Männer plötzlich einen Eisberg in etwa 500 Metern Entfernung vor der "Titanic". Er ragt etwa 18 Meter aus dem Wasser. Sofort schlagen die Matrosen Alarm: "Eisberg rechts voraus!" Murdoch befiehlt dem Steuermann nach links zu lenken, dem Maschinenraum die Motoren zu halten und dann volle Kraft zurückzufahren.

37 Sekunden später kollidiert die "Titanic" mit dem Eisberg, der die Steuerbordseite entlangschrammt. Nur die Menschen im vorderen Teil des Schiffes bekommen etwas vom Aufprall mit. Kurz vor Mitternacht trifft Kapitän Smith auf der Brücke ein und verschafft sich einen Überblick. Inzwischen steht im Postraum (7,2 Meter über dem Kiel) bereits das Wasser.

Der an Bord befindliche Schiffskonstrukteur Thomas Andrews begutachtet den Schaden. Seinen Berechnungen zufolge wird sich die "Titanic" noch eineinhalb Stunden über Wasser halten. Um Mitternacht lässt Käpitän Smith per Funk einen Notruf aussenden.

Lesen Sie am Sonntag, wie die "Titanic" untergeht, was die Gründe und Folgen der Katastrophe waren und wie das Wrack 1985 entdeckt wurde.

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