Der Salzburger FPÖ-Chef Karl Schnell warnte in einem Zeitungsinterview mit der "Presse" vor einer "Umvolkung" und nannte den hohen Ausländeranteil in Schulen als Beispiel. HC Strache und Andreas Mölzer, der mit demselben Begriff schon 1992 für Aufregung gesorgt hatte, verteidigen ihren Parteikollegen.
Der Salzburger FPÖ-Chef Karl Schnell warnte in einem Zeitungsinterview mit der "Presse" vor einer "Umvolkung" und nannte den hohen Ausländeranteil in Schulen als Beispiel. HC Strache und Andreas Mölzer, der mit demselben Begriff schon 1992 für Aufregung gesorgt hatte, verteidigen ihren Parteikollegen.
In einem Interview mit der Tageszeitung "Die Presse" (Montagausgabe) sagte der FPÖ-Spitzenkandidat für die Landtagswahl am 5. Mai, dass es "in gewissen Bereichen" eine "Umvolkung" gebe. "Dass man sich dagegen wehrt, hat nichts mit Rechtsradikalismus oder Fremdenfeindlichkeit zu tun." Er sei kein Rechtsradikaler und habe nichts gegen Ausländer, "aber wir haben auch ein Recht auf unsere Heimat", so Schnell.
Auf die Frage, wo er eine "Umvolkung" sehe, sagte er: "In vielen Bereichen. Nehmen wir die Schulen. Es kann doch nicht sein, dass in manchen Klassen nur mehr ein einziges österreichisches Kind sitzt. Ein Mord in der Flachgauer Gemeinde Köstendorf sei von Rumänen verübt worden, und es gebe Raufereien mit Türken. "Es wird viel unter den Teppich gekehrt. Ich will extreme Meinungen nicht in den Untergrund drängen, man muss in einer Demokratie offen darüber reden. Wenn man die Leute nur anlügt und alles, was sich wirklich abspielt, verschweigt, ist das der falsche Weg."
Auch Mölzer hat Erfahrung mit dem Begriff
Der Begriff "Umvolkung" hatte 1992 für große Aufregung gesorgt, als der damalige FPÖ-Grundsatzreferent Andreas Mölzer vor dem Freiheitlichen Akademikerverband seine Befürchtung äußerte, dass sich in Deutschland und Österreich eine "Umvolkung" anbahne. Dieser Eklat sorgte nicht nur für massive Kritik, sondern führte indirekt auch zur Abspaltung von Heide Schmidt und zur Gründung des Liberalen Forums.
Auch diesmal hagelte es viel Kritik. Durch Schnells Aussagen über die "Umvolkung" zeigte sich Bundeskanzler Werner Faymann (S) am Dienstag "bestätigt" in seiner Ansicht über die FPÖ, aber: "Es hätte gar nicht dieses Ausspruchs bedurft." Diese FPÖ habe nichts in einer Regierung verloren, so Faymann auf Journalistenfrage nach dem Ministerrat. Auch Vizekanzler Michael Spindelegger (V) erklärte, dies sei "ein Begriff, bei dem ich schon nicht mitkann."
Bei der Sitzung des EU-Parlaments am Dienstag in Straßburg bezeichnete der freiheitliche EU-Abgeordnete Andreas Mölzer diesen Begriff zwar als böses Wort. Aber "es geht nicht um Worte, sondern um den Zustand. Es gibt strukturell in den letzten 20 Jahren ethnische Veränderungen, die bei weitem das übertroffen haben, was wir damals befürchtet hatten".
Strache: "Begriff ist nicht das Problem"
Auch FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache wollte den Begriff der "Umvolkung" zwar nicht verwenden, gab Schnell aber inhaltlich recht. Nicht der Begriff ist das Problem, sondern der Zustand". Über das Vokabel könne man diskutieren, aber es gehe darum, einen "schleichenden Bevölkerungsaustausch" aufzuzeigen, sagte Strache auf "Ö1" und in der "Kronen-Zeitung". Das sei eine berechtigte Warnung vor politischen Fehlentwicklungen. Die Wahrheit müsse zumutbar und aussprechbar sein.