"Waffennarr" nach Vierfach- Mord festgenommen

Seit eineinhalb Jahren sucht die Polizei fieberhaft nach dem Vierfachmörder aus den französischen Alpen - nun ist in Frankreich erstmals ein Verdächtiger festgenommen worden. Ein 48-Jähriger, der unweit des Tatorts lebt, wurde am Dienstag in Polizeigewahrsam genommen, wie die Staatsanwaltschaft der ostfranzösischen Stadt Annecy mitteilte.


Es gebe eine Die beiden kleinen Töchter der al-Hillis überlebten die Bluttat, eines der Mädchen wurde aber schwer verletzt.

Mehr als ein Jahr nach der Tat veröffentlichten die französischen Behörden im vergangenen November das Phantombild eines Motorradfahrers, der in der Nähe des Tatorts gesehen worden war. Staatsanwalt Eric Maillaud sagte nun, die Festnahme des 48-Jährigen sei die Folge von Zeugenaussagen nach der Verbreitung des Bildes. Der Mann habe eine Ähnlichkeit mit dem Phantombild des Mörders, doch gebe es bisher keine Beweise, dass es sich bei ihm auch um den Täter handelt. Bei dem im ostfranzösischen Departement Haute-Savoie festgenommenen Mann handelt es sich um einen ehemaligen Polizisten. Es werde weiter gegen ihn ermittelt.

Ex-Polizist ist Waffennarr und "schweigsamer Bergbewohner"

Bei dem festgenommenen Mann handelt es sich laut Angaben aus Ermittlerkreisen um einen "schweigsamen Bergbewohner" und "Waffenliebhaber", der wie ein "Außenseiter" lebe. Am Abend wurde bekannt, dass der Mann früher bei der städtischen Polizei der Gemeinde Menthon-Saint-Bernard gearbeitet hatte, im Juni aber entlassen worden war. Die Polizei durchsuchte am Dienstag das Haus des Mannes in dem nahe des Tatorts gelegenen Dorf Lathuile. In einer anderen Gemeinde wurde im Zuge der Ermittlungen der Garten eines Hauses abgesucht.

Handy-Analyse: Mann war in der Nähe des Tatorts

Bei einer Hausdurchsuchung seien zwar Waffen gefunden worden, doch keine entspreche der Tatwaffe, erklärte der Staatsanwalt. Den Todesopfern war mit einer automatischen Pistole vom Typ Luger 06 in den Kopf geschossen worden. Auch die beiden Helme, die entdeckt wurden, hätten keine Ähnlichkeit mit dem des Täters. Auf dem Phantombild, das die Polizei verbreitet hatte, ist ein Mann mit Kinnbart und dunklem Helm abgebildet. Eine erste Analyse von Handydaten hatte ergeben, dass sich der Verdächtige zur Tatzeit zumindest in der Nähe des Tatortes aufhielt.

Unschuldige Verdächtige: Bruder, Familie, Industriespionage

Die französischen Ermittler waren bei der Suche nach dem Mordmotiv bisher unter anderem von einem Familienstreit um Geld ausgegangen: Saad al-Hilli stritt mit seinem Bruder um das Erbe des Vaters. Zaid al-Hilli von der britischen Polizei festgenommen, aber schnell wieder freigelassen. Im Jänner wurden die Ermittlungen gegen ihn eingestellt. Als weiteres mögliches Mordmotiv hatten die französischen Ermittler auch einen Erbstreit mit der im Irak lebenden Familie der al-Hillis genannt. Zudem verwiesen die Ermittler auf mögliche Industriespionage als Mordmotiv. Saad al-Hilli arbeitete als Ingenieur im Luft- und Raumfahrtsektor, der französische Radfahrer für eine Nuklearfirma in Frankreich.

APA
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